ATP Finals London: Dominic Thiem - „Jeder spielt gerne gegen Roger Federer“

Zwei Tage noch, dann beginnen die ATP Finals 2019 mit dem Schlager zwischen Roger Federer und Dominic Thiem (Sonntag ab 21 Uhr live bei Sky und ServusTV). Die österreichische Nummer eins freut sich drauf.

von Huiber, Heer
zuletzt bearbeitet: 08.11.2019, 15:39 Uhr

Dominic Thiem hat Roger Federer fest im Blick
© Getty Images
Dominic Thiem hat Roger Federer fest im Blick

Von Jens Huiber und Florian Heer aus London

Dominic Thiem hat den Media Day bei den ATP Finals in London souverän bestritten, mit seiner vierten Teilnahme geht der 26-jährige Österreicher schon beinahe als Veteran durch. Thiem hatte auf der Bühne zwischen Roger Federer und Matteo Berrettini platzgenommen, Novak Djokovic komplettierte die Gruppe Björn Borg.

Nach dem internationalen Teil der Pressekonferenz nahm sich Thiem vor dem Nachmittagstraining mit Stefanos Tsitsipas auch für ein paar Fragen von tennisnet Zeit.

tennisnet: Herr Thiem: Wir haben am Dienstagabend Alexander Zverev im Stadion des FC Chelsea gesehen, nicht aber Sie. Was ist da schiefgelaufen?

Dominic Thiem: Eine ganze Menge. Das war so dumm. Ich habe mir am Mittwoch  bei meiner Ankunft gedacht, warum bin ich nicht gleich am Dienstag geflogen. Das war ein Aussetzer. Aber ich hab es mir im Fernsehen angeschaut, die Stimmung war gut. Mit mir hätten sie vielleicht gewonnen, aber das ist ok.

tennisnet: Es hat einmal eine Zeit gegeben, in der Sie fast wöchentlich gegen Zverev gespielt haben. Jetzt liegt das letzte Match eineinhalb Jahre zurück. Bei den French Open 2018 war´s. Machen Sie sich darüber Gedanken?

Thiem: Mir kommt das auch komisch vor. Und ich finde es schade, weil wir immer geile Matches gehabt haben. Aber es werden wieder Zeiten kommen, wo wir öfters gegeneinander spielen. Damals war es ja auch so, dass wir beide nicht gesetzt waren oder nur einer von uns beiden. Deshalb war die Wahrscheinlichkeit größer, dass wir früher gegeneinander spielen. Jetzt sind wir bei den meisten Turnieren, die wir gemeinsam spielen, an drei, vier oder fünf gesetzt, das heißt, wir müssten schon das Halbfinale erreichen.

tennisnet: Roger Federer hat gerade erwähnt, dass der Belag hier eher schnell sein soll. Wie empfinden Sie das?

Thiem: Es ist schon zügig. Ich würde sagen, ein Mittelding aus Paris-Bercy, wo es noch um einiges schneller war, und Wien. Es ist trotzdem noch relativ fair zu spielen. So ist es einfach in der Halle.

tennisnet: Ihr Vater hat kürzlich gesagt, dass Sie gegen Roger Federer eigentlich sehr gerne spielen. Warum?

Thiem: Weil jeder gerne gegen Roger spielt.

tennisnet: Sie aber gewinnen öfter als Sie verlieren. 2019 haben Sie eine 2:0-Bilanz …

Thiem: Aber da gehört immer auch eine Portion Glück dazu zu den Siegen, wie etwa abgewehrte Matchbälle. Und natürlich ist es auf Sand oder in Indian Wells ein bisschen einfacher. Weil dort nehmen die Beläge meinen Spin super an. Die beste Taktik gegen Roger ist nun einmal, mit extremen Spinbällen auf die Rückhand zu agieren. Das ist die einzige Situation, aus der er nicht sofort auf den Drücker gehen kann. Aber das ist hier natürlich viel schwerer. Erstens wird der Spin nicht so angenommen, zweitens, weil der Belag schneller ist, komme ich nicht so in die Situation, mein Spiel aufzuziehen. Aber ich werde schauen, dass ich mein Spiel, das ich seit den US Open weiterentwickelt habe, gut einbaue.

tennisnet: Im vergangenen Jahr haben Sie vor London in Paris-Bercy noch das Halbfinale erreicht. In diesem Jahr die anstrengende Woche in Wien gespielt. Wie fühlen Sie sich im Verglich zu 2018?

Thiem: Besser. In Paris war es auch nicht schlimm, auch wenn der Tank wegen Wien noch ein bisserl leer war. Generell fühle ich mich recht gut, habe gestern hier und zuvor in Wien gscheit trainieren können. Und ich glaube nicht, dass jetzt irgendwer am Jahresende noch wie ein Verrückter trainiert wie in der Offseason. Alle schauen, dass sie beim Match voll da sind. Und das ist bei mir genauso. Und da hilft auch die Erfahrung.

tennisnet: Konnten Sie Ihren Turniersieg in Wien wenigstens ein bisschen feiern? In Kitzbühel ist dazu ja keine Zeit geblieben.

Thiem: Ich habe nicht so gefeiert, wie es sich eigentlich gehört nach so einem Erfolg. Das war schon eine ganz, ganz spezielle Woche. Und dafür war ich um halb zwölf im Bett. Wir haben echt nettes Essen gehabt alle gemeinsam, aber die Korken sind nicht geknallt. Aber das wird irgendwann nachgeholt.

tennisnet: Ihr Team ist beinahe komplett hier in London vertreten. Wird ihre Freundin Kristina Maldenovic auch dazu stoßen?

Thiem: Die muss erst einmal den Fed Cup nach Frankreich holen, die ist in Australien noch komplett am anderen Ende der Welt. Die ist am Sonntag fertig. Dann schauen wir mal.

tennisnet: Rückblickend die Highlights des Jahres waren?

Thiem: Schon die beiden Heimturniere. Die würde ich über alles stellen. Kitzbühel vom Emotionalen her, weil es der erste Sieg zuhause war. Und Wien genauso emotional. Und noch in Kombiantion damit, dass das Turnier richtig stark besetzt war. Und ich richtig starke Leistungen gezeigt habe, auch nach Satzrückständen. Und natürlich der 1000er-Titel war auch eine super Sache., weil ich froh bin, dass ich den der Tasche habe. Ich hoffen jetzt noch, dass ich irgendwann einen Grand-Slam-Titel hole, und dann ist es gut.

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