ATP Finals London: Krawietz und Mies trauen sich alles zu

Kevin Krawietz und Andreas Mies sind in der absoluten Weltspitze angekommen. Und wollen auch bei den ATP Finals in London auf´s Ganze gehen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 09.11.2019, 16:38 Uhr

Haben in London nur zu gewinnen - Kevin Krawietz und Andreas Mies
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Haben in London nur zu gewinnen - Kevin Krawietz und Andreas Mies

Von Jens Huiber aus London

Die Versuchsanordnung beim Media Day der Doppelspieler ist eine andere als jene in der Einzel-Konkurrenz: Acht Stuhlreise werden gebildet, die 16 für das Endspiel qualifizierten Spieler stehen hauptsächlich den aus der Heimat angereisten Journalisten Rede und Antwort. Und warum auch nicht: Das Interesse der französischen Reporter an den Ausführungen der Sieger der letzten beiden Grand-Slam-Turniere, Juan Sebastian Cabal und Robert Farah, ist nicht besonders ausgeprägt, bei allem Respekt.

Anderereseits konzentriert sich der deutschsprachige Raum in diesem Jahr auf Andreas Mies und Kevin Krawietz, vor knapp zwölf Monaten hatten noch Oliver Marach und Alexander Peya ihren Platz eingenommen, allerdings in unterschiedlichen Stuhlkreisen. Für die beiden Deutschen neigt sich ein sensationelles Jahr dem Ende zu - auch wenn mit dem Davis-Cup-Finale noch eine ganz große Aufgabe ansteht.

Das erste deutsche Doppel

Krawietz und Mies sind angekommen. Nicht nur bei den ATP Finals, sondern auch in der Weltspitze. Nicolas Mahut etwa unterbricht die kleine Gesprächsrunde mit der Frage, ob denn Andreas Mies auch wirklich Sinnstiftendes von sich gibt. Die Welt der Doppelspieler ist eine eher kleine, auch wenn es, wie gerade in dieser Saison, größere tektonische Verschiebungen durch fröhliches Partnerwechseln gegeben hat. Man kennt sich, man schätzt sich. Und natürlich hat der Kölner Mies Sinnstiftendes zu berichten gehabt.

Und auch Selbstbewusstes. So etwas wie ein Angstgegner-Duo gäbe es nicht, zumal die Erfahrungswerte gegen die anderen Finalisten beschränkt wären. Lediglich drei Matches hat es gegen die Konkurrenten in London bis jetzt gegeben, die Bilanz steht bei 1:2. Was Krawietz und Mies in jene Richtung interpretieren, dass sie hier tatsächlich alle schlagen können. Als erstes rein deutsches Doppel, das bei den ATP Finals am Start ist. Philipp Petzschner hat die Qualifikation 2010 und 2011 geschafft, davor und danach war im Paarlauf Sendepause.

Drei Grand-Slam-Sieger in der Gruppe

Die Bedingungen in der O2 Arena werden durchgängig als eher zügig beschrieben, Krawietz und Mies sehen dies als Vorteil. Die Gruppe ist mit den beiden Kolumbianern Cabal/Farah und mit Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut so stark als möglich besetzt - schließlich haben diese drei Paarungen alle Grand-Slam-Turniere des Jahres untereinander ausgemacht. Mit Jean-Julien Rojer und Horia Tecau ergänzt ein weiteres Duett Major-Referenzen das Ensemble.

Etwas länger als ein Jahr ist es her, da haben Andreas Mies und Kevin Krawietz noch in Eckenthal beim dortigen Challenger gewonnen, in einer Atmosphäre, die dem Davis Cup nicht unähnlich gewesen wäre. Wie das in zehn Tagen sein wird, wenn Krawietz/Mies in Madrid ihr Debüt geben, wird sich weisen. In London jedenfalls ist mit sehr gut gefüllten Tribünen in einer sehr großen Halle zu rechnen. Was den beiden Deutschen aber eher Spaß macht, als dass es sie stresst. Schlimmer als beim Finale in Roland Garros kann es ohnehin nicht kommen - damals ging es gegen zwei Franzosen. Und das bekanntermaßen erfolgreich.

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von Jens Huiber

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09.11.2019, 15:54 Uhr
zuletzt bearbeitet: 09.11.2019, 16:38 Uhr