ATP Finals: Stefanos Tsitsipas hinterlässt einige Fragezeichen

Stefanos Tsitsipas hat bei den ATP Finals in Turin einige Fragezeichen hinterlassen. Auf und abseits des Platzes.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 19.11.2022, 21:48 Uhr

Stefanos Tsitsipas gewann in Turin nur ein Match
© Getty Images
Stefanos Tsitsipas gewann in Turin nur ein Match

"Er hat sich mit den wenigen Mitteln, die er hat, durchgesetzt." Die Analyse von Stefanos Tsitsipas nach seiner Niederlage gegen Andrey Rublev, die für den Griechen bei den ATP Finals das Aus bedeutete, fiel durchaus überraschend aus. Und zeigte einmal mehr, dass der 24-Jährige noch einiges an Arbeit vor sich hat. Vor allem in puncto Selbsteinschätzung.

Tsitsipas, dafür genügt ein Blick auf die Rangliste, ist einer der besten Tennisspieler dieses Planeten. Doch der Weltranglistendritte steht sich zu oft selbst im Weg. Das sah man bereits bei der Wimbledon-Drittrundenniederlage gegen Nick Kyrgios. Dieser Eindruck verfestigte sich durch die Auftritte in Turin.

Tsitsipas echauffiert sich über eigene Eltern

Denn gegen Rublev spielte Tsitsipas einen starken ersten Satz, danach ließ sich der French-Open-Finalist von 2021 allerdings durch Kleinigkeiten aus der Ruhe bringen. Etwa von Anfeuerungsversuchen seiner Eltern, die nach dem Dafürhalten ihres Sohnes offenbar die falschen Worte wählten. Tsitsipas reagierte mit einem Ballwurf in Richtung seiner Box.

Es war nicht das erste Mal, dass Tsitsipas' Eltern ins Rampenlicht rückten. Bestes Beispiel hierfür ist eine Szene beim ATP Cup 2020: Zunächst verletzte der Grieche seinen am Spielfeldrand sitzenden Vater Apostolos, Mutter Julia reagierte mit einer Rüge. Nur um wenige Wochen später in Dubai für einen äußerst skurrilen Auftritt bei einer Pressekonferenz zu sorgen.

Auf Tsitsipas wartet viel Arbeit

Jim Courier legte Familie Tsitsipas nach dem Aus bei den ATP Finals nun sogar eine Therapiestunde nahe. Man darf allenfalls gespannt sein, ob sich in der Vorbereitungszeit im Team des 24-Jährigen etwas tun wird. Dabei hätte der Weltranglistendritte ohnehin genügend auf dem Platz zu tun. Denn die Auftritte im Jahr 2022 sprachen nicht zwingend für eine spielerische Weiterentwicklung.

Zwar gewann Tsitsipas 61 Matches und damit die meisten aller Spieler, auf den großen Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier fehlte in diesem Jahr allerdings einiges. Dafür entschädigen auch die beiden Titel in Mallorca und Monte Carlo nicht. Denn Tsitsipas' Ansprüche sind höher. Für eine realistische Selbsteinschätzung vielleicht sogar zu hoch.

Hier das Einzel-Draw in Turin

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