Stan Wawrinka – „Ich bin Lichtjahre von ihnen entfernt“

Der French-Open-Titelverteidiger hat Mühe, seine sportliche Krise zu akzeptieren und sieht seine größten Konkurrenten weit enteilt.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.05.2016, 11:18 Uhr

MONTE-CARLO, MONACO - APRIL 10: Stan Wawrinka of Switzerland speaks with journalist during media day during day One of the ATP Monte Carlo Masters, at the Monte-Carlo Country Club on April 10, 2016 in Monte-Carlo, Monaco. (Photo by Valerio Pennicin...

KannStan Wawrinkasein Husarenstück aus dem Vorjahr wiederholen und erneut in Roland Garros triumphieren? Das aktuelle Formbarometer, lässt dieses Szenario nicht sehr wahrscheinlich erscheinen. Viele Wettanbieter führen den 31-jährigen Schweizer zwar noch an vierter Stelle in der Favoritenauflistung – bei Interwetten bekommt man beispielsweise 120 Euro für 10 Euro Einsatz ausgezahlt, sollte Wawrinka erneut in Paris siegreich sein – die Bilanz der vergangenen Wochen spricht allerdings dagegen. Auf Sand gewann der Weltranglisten-Vierte in dieser Spielzeit lediglich drei Matches. Ein Umstand, der dem Selbstvertrauen des Eidgenossen nicht gerade dienlich sein dürfte.

„Was will ich, was kann ich“

Letzte Ausfahrt Genf – heißt es also in dieser Woche für den zweifachen Grand-Slam-Sieger. Der Lokalmatator will sich beim ATP-250-Turnier den drigend benötigten Feinschliff für die French Open holen, um mit einem positiven Gefühl am Bois de Boulogne aufzuschlagen (ab Sonntag starten die Hauptkonkurrenzen). In sein heutiges Auftaktmatch gegenAlbert Ramos-Vinolas(nicht vor 18 Uhr) geht Wawrinka aber nicht frei von Zweifeln, wie er gegenüber Schweizer Medien zugibt: „Ich habe manchmal Mühe, ein Formtief zu akzeptieren. Daran muss ich arbeiten. Ich muss wissen, was ich will und kann.“ In den letzten drei Jahren konnte Wawrinka  so einiges, dennoch will er sich nicht mit den Top 4 (Djokovic,Federer,Nadal,Murray) vergleichen: „Für mich sind sie Lichtjahre entfernt. Ich gehe sogar noch weiter und sage: Sie sind eher eine Inspiration denn Konkurrenten.“

Wie bringt man sich als angeschlagener „Boxer“ also in die richtige Stimmung für eine Titelverteidigung in Paris? Vom Blick in den Rückspiegel hält das „Stanimal“ jedenfalls nichts. Seine Trophäe vom Vorjahr bewahrt er zu Hause in einem Koffer auf, wie er in „Le Matin Dimanche“ erzählt: „Ich schaue sie aber nie an, das brauche ich nicht. Ich bin oft unterwegs, da muss ich, wenn ich mal paar Tage zuhause bin, nicht meine Pokale bewundern. Vielleicht eher, wenn meine Karriere beendet ist.“ Vielleicht hilft Wawrinka diese Einstellung dabei, das fast Unmögliche erneut wahr zu machen. Auch vor Jahresfrist setzte kaum jemand auf den Schützling von Magnus Norman, bis dieser zwei der glanzvollsten Wochen in seiner Karriere erlebte.

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Dienstag
17.05.2016, 11:18 Uhr