Roger Federer – „Wo erlebt man so was?“

Roger Federer fühlt sich gut in Schuss für die Rasensaison und seinen achten Titel beim ATP-Turnier in Halle.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 14.06.2015, 10:45 Uhr

Rot hat Roger Federer lange genug gesehen in den Wochen der strapaziösen Sandplatz-Saison. Nun sind die Ampeln im Wanderzirkus auf Grün gesprungen – und der „Maestro“ ist bereit für die „schönste Zeit des Jahres“: „Ich bin froh, dass die Rasensaison nun beginnt. Ich fühle mich gut, bin im Fahrplan meiner Vorbereitung und hoffe wieder einmal auf einen tollen Start“, sagte Federer am Samstagabend bei einer Pressekonferenz im Gerry Weber Sportpark Hotel, „in Halle habe ich unglaubliche Erfolge erzielt, das war immer die optimale Vorbereitung auf Wimbledon für mich.“ Federer, zurzeit auf Platz zwei der Weltrangliste eingestuft, hat sowohl in Halle/Westfalen wie in Wimbledon jeweils sieben Mal gewonnen, nirgendwo anders errang er mehr Pokale als an diesen beiden Lieblings-Schauplätzen.

Halle/Westfalen, der siebte Titel im letzten Jahr – das war nach Federers Gefühl auch der Ausgangspunkt seiner jüngsten Leistungsoffensive, seiner Rückkehr in die absolute Weltspitze, seiner vielen Turniererfolge im zweiten Halbjahr 2014 und in den ersten Monaten dieser Spielserie. „Ich habe wirklich den Eindruck, dass es hier vor zwölf Monaten so richtig losgegangen ist für mich“, sagte der 33-jährige Familienvater, „die Gerry Weber Open gaben mir einen richtigen Schub, danach spielte ich mit deutlich mehr Selbstbewusstsein und Souveränität.“Zur prickelnden Erstrunden-Begegnung mit seinem Freund und oftmaligem Trainingspartner Philipp Kohlschreibersagte Federer: „Es ist eine schwierige Auslosung – für uns beide. Aber es ist auch schön, gegeneinander zu spielen. Es wird ein guter Test. Wenn ich da durchkomme, weiß ich, dass ich echt gut in Schuss bin und das Turnier gewinnen kann“, so der Schweizer Superstar, „denn Philipp gehört zu den besten Rasenspielern der Welt.“

Dieses Jahr kein Doppel

Nach der Heraufstufung der Gerry Weber Open auf die ATP-World-Tour-500-Kategorie mit einem stark besetzten Teilnehmerfeld verzichtet Federer in diesem Jahr auf einen Start im Doppel und konzentriert sich ganz auf seine Rolle als Tennis-Solist: „Ohne Freilos in der Auftaktrunde, bei einem 32er-Feld, muss man fünf Matches bis zum Gesamtsieg gewinnen. Und darauf muss ich meinen ganzen Fokus richten“, sagte der Vater von Zwillingstöchtern und Zwillingssöhnen, der vorerst ohne die große Familie in Halle/Westfalen weilt, „es kann aber sein, dass sie noch nachkommen.“

Auf die Turnierwoche in Halle/Westfalen freue er sich jedes Mal „ganz besonders“ in der langen Tennissaison, so Federer, „ganz einfach, weil es so anders ist als anderswo“: „Man hat viel weniger Stress, die Wege sind kurz, man kann sich wunderbar ohne große Hilfe selbst organisieren.“ Zwischen den beiden Grand-Slam-Wettbewerben in Paris und London seien die Gerry Weber Open „absolut ideal“: „Man fällt sozusagen aus dem Hotelzimmer auf den Centre Court, das ist superangenehm für alle Spieler. Ich genieße es.“ Federer sagte, er habe sich sogar schon für Matches „auf dem Zimmergang“ aufgewärmt und sei anschließend direkt auf den Platz geschritten: „Wo erlebt man so was? Nur hier.“

Hier die Ergebnisse aus Halle:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

Lest hier die Geschichte: Zehn denkwürdige Momente bei den Gerry Weber Open.

von tennisnet.com

Sonntag
14.06.2015, 10:45 Uhr