ATP Montreal: Gojowczyk mit viel Rückenwind gegen Coric
Washington-Halbfinalist Peter Gojowczyk könnte bei einer Fortsetzung seines Erfolgs beim ATP-Masters-Turnier in Montreal bald zur deutschen Nummer drei aufsteigen. Der Münchner Hartplatzspezialist trifft in der ersten Runde heute auf Borna Coric, der in Nordamerika sein erstes Hartplatz-Match nach der vor rund drei Wochen abgeschlossenen Sandplatzsaison bestreitet.
von Robert M. Frank
zuletzt bearbeitet:
06.08.2019, 15:34 Uhr

Die Chancen für das Erstrunden-Match von Peter Gojowczyk (ATP 85) beim ATP-Masters-Turnier in Montreal stehen nicht schlecht. Auch wenn der Münchner bei dem mit rund 6,3 Millionen US-Dollar dotierten Hartplatzturnier in Kanada gegen den an Nummer elf gesetzten Borna Coric (ATP 14) auf dem Blatt Papier der Außenseiter ist, hat der 30-jährige Münchner zumindest einen psychologischen Vorteil gegenüber dem Kroaten. Denn im Vergleich zu seinem 22-jährigen Gegner hat Gojowczyk auf Hartplatz bereits bewiesen, dass er Top-20-Spielern gefährlich werden kann. Mit viel Selbstvertrauen im Rücken kann der einmalige ATP-Turniersieger in dieses Match gehen.
Nach seinem Aus vor zwei Wochen in der Qualifikation in Atlanta, setzte der Bayer die Woche drauf mit einem Halbfinal-Einzug in Washington ein dickes Ausrufezeichen. Als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht, gewann Gojowczyk in der amerikanischen Hauptstadt gegen Andrey Rublev (ATP 49), Alex de Minaur (ATP 25), Milos Raonic (ATP 20) sowie gegen Kyle Edmund (ATP 34). Erst gegen Daniil Medvedev (ATP 10) war im Halbfinale für den Hartplatzspezialisten Schluss. Die Halbfinal-Teilnahme brachte Gojowczyk einen Sprung von 37 Plätzen in der Weltrangliste ein. Kein anderer Top-100-Spieler machte so einen großen Satz nach vorne.
Während die aktuelle deutsche Nummer vier nach den letzten Bundesliga-Sandplatzspielen beim TC Großhesselohe auf Hartplatz bereits emsig unterwegs war, ist Coric auf der anderen Seite bis dato noch nicht auf den schnellen Belag umgestiegen. Sein letztes ATP-Match ist drei Wochen her. Seitdem der zweimalige ATP-Champion beim Sandplatzturnier in Umag sein Auftaktmacht gegen Salvatore Caruso (ATP 125) verlor, hat Coric kein offizielles Spiel mehr auf der Tour bestritten.
Vorteil Gojowczyk also vor dem ersten Duell der Beiden. Bei einem Erfolg kann Gojowczyk, der wegen seiner Halbfinal-Teilnahme in Washington ein Special Excempt in Kanada erhielt, den nächsten großen Sprung in der ATP-Weltrangliste machen. Bei einem Sieg gegen Coric würde mit dem Sieger aus der Partie zwischen Mikhail Kukushkin (ATP 44) und Adrian Mannarino (ATP 69) ein ungesetzter Spieler in der zweiten Runde warten. Erst die Runde darauf könnte mit Fabio Fognini (ATP 11) ein harter Brocken drohen.
Sollte Gojowczyk auch in Montreal so weit kommen wie in Washington, würde er zur deutschen Nummer drei aufrücken und Philipp Kohlschreiber (ATP 73) überholen. Zumal Kohlschreiber in Montreal nicht antritt und somit in dieser Woche auch nicht punkten kann.
