Dominic Thiem scheitert trotz äußerst tapferer Vorstellung an Novak Djokovic

Dominic Thiem muss sich Novak Djokovic beim ATP-Turnier in Shanghai trotz Kampf in zwei Sätzen beugen.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 08.10.2014, 13:27 Uhr

Es ist die nächste beachtliche Talentprobe geworden, die aktuelle Nummer eins der Welt war aber, so wie befürchtet, letztendlich um eine Nummer zu groß: Dominic Thiem ist beim ATP-Masters-1000-Hartplatz-Turnier in Shanghai (4.195.895 US-Dollar Preisgeld) in der zweiten Runde an Novak Djokovic gescheitert. Der erst 21 Jahre junge Niederösterreicher (ATP 39) musste sich dem topgesetzten Serben mit 3:6, 4:6 geschlagen, wehrte sich jedoch 90 Minuten lang äußerst tapfer gegen die Niederlage. Während auf Djokovic im Achtelfinale der KasacheMikhail Kukushkin(ATP 85) wartet, kann Thiem trotz des Aus erhobenen Hauptes die Reise in die Heimat antreten. Da steht für ihn bekanntlich kommende Woche das Heimspiel bei den Erste Bank Open in Wien an. Beim ATP-World-Tour-250-Event in der Stadthalle könnte ihm mit derartigen Leistungen eine Menge zuzutrauen sein.

Nicht nur Djokovic war am Drücker

Djokovic war mit dem Triumph beim ATP-World-Tour-500-Turnier in Peking angereist, wo er im Finale gegen den zu diesem Zeitpunkt Weltranglisten-SechstenTomas Berdychmit 6:0, 5:0 geführt und Matchball hatte, ehe er dem Tschechen mit einem 6:2 doch noch die absolute Höchststrafe ersparte. Insofern stellte der „Djoker“ in solch einer Hochform für Thiem sicher den bisher größten Prüfstein der Karriere dar, obwohl er inRafael Nadalbei den French Open heuer schon mal gegen eine aktuelle Nummer eins der Welt gespielt hatte. Chinas Basketball-Superstar Yao Ming nahm den Münzwurf vor, ehe das erste Duell der beiden darauf beginnen konnte. „Das ist schon eine Belohnung für einen jungen Spieler. Ich habe in Australien und in Paris mit ihm trainiert. Ich weiß also ein bisschen, was mich erwartet“, hatte Thiem auf seineroffiziellen facebook-Seiteim Vorfeld gemeint.

Überraschend schien die Stärke von Djokovic für Thiem in der Tat nicht zu kommen: Er hielt von Beginn weg blendend dagegen und gab oftmals gar das Tempo vor. Im ersten Satz schlug er die Vorhand im Schnitt um 8 km/h schneller als der Südslawe. „Respekt ist schon da. Aber keine Angst“, hatte Thiem im Vorfeld angekündigt, und so spielte er auch. Doch in die Quere kam ihm im ersten Durchgang vor allem die sehr bescheidene Quote von 39 Prozent an ersten Aufschlägen im Feld. Und so geriet zunächst ausschließlich der Lichtenwörther beim Service in Bedrängnis, als Rückschläger holte er im ersten Abschnitt lediglich fünf Punkte. Die ersten zwei Aufschlagspiele konnte er noch über Einstand halten, bei 2:3 den ersten Breakball durch einen tollen Vorhand-Contracross-Winner, der gerade noch die Linie berührte, abwehren. Bei 3:4 ging’s dann aber nicht mehr gut: Djokovic vergab zwar zuerst ein 15:40 und einen dritten Breakball, beim vierten verzog Thiem jedoch eine Vorhand.

Thiem bleibt auch im zweiten Satz dran

Lautstark feuerte sich Djokovic nach dem gelungenen Break an – ein Beweis, wie ernst er die junge Herausforderung nahm. Im Anschluss servierte der Schützling von Deutschlands großer TennislegendeBoris Beckerund vonMarian Vajdalocker aus. Im zweiten Durchgang schien es dann schnell zu gehen: Thiem musste nach einem Spielball gleich das erste Aufschlagspiel abgeben und stand kurz danach bei 0:2 und 15:40 da. Wer befürchtete, das Spiel des Zöglings von Österreichs Startrainer Günter Bresnik könnte nun zusammenbrechen, der irrte allerdings. Thiem befreite sich aus dieser heiklen Situation und hielt sich auch in weiterer Folge im Spiel. Nicht nur das: Bei 1:2 und 2:3 konnte er sich sogar jeweils eine Breakchance erspielen, diese aber letztendlich nicht ergreifen. Djokovic ließ danach nichts mehr anbrennen und verteidigte seine Führung bis zuletzt.

Die 26 Eigenfehler Thiems gegenüber lediglich acht von Djokovic untermauern, welch großes Risiko der heimische Jungstar gehen musste, um seinen übermächtigen Gegner in Bedrängnis zu bringen. Fehler, die er sich selbst verzieh: „Ich bin mit meiner spielerischen Leistung heute sehr zufrieden. Da waren natürlich mehr Fehler als nötig. Aber wenn man so aggressiv spielt, passiert das. Und es waren ein paar echt geile Punkte dabei. Nicht gut war der Aufschlag. Zu inkonstant. Da liegt sicher noch die größte Arbeit vor mir. Das wird auch noch dauern, bis ich auf dem Niveau bin, um mit dem Aufschlag auch einen Spieler wie Novak Djokovic konstant unter Druck setzen zu können“, weiß er. „Und meinen zweiten Breakball muss ich eigentlich auch machen. Da war der Respekt zu groß“, gab Thiem auf seiner offiziellen facebook-Seite zu. „Man muss aber auch sagen, es ist einfach geil, wie Djokovic spielt“, schrieb er. „Da kann man als Junger extrem viel lernen. So viele erste Aufschläge, von hinten so ein hohes Tempo und keine Fehler“, drückte er seine Bewunderung aus.

„Der Weg an die Spitze ist noch weit“

„Das Match heute war auf jeden Fall ein mega Erlebnis“, befand Thiem. „Auch wenn ich am Anfang sehr nervös war. ich hab gesehen, dass der Weg an die Spitze noch weit ist. Aber ich bin näher dran gewesen als gegen Rafael Nadal in Paris. Die Richtung stimmt also. Ich bin schon unterwegs nach Wien. Ab jetzt beginnt die Vorbereitung auf mein Heimturnier. Danke für die super Unterstützung! Hoffe, die Partie hat euch auch getaugt und wir sehen uns in Wien.“(Text: MaWa)

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Hier die Ergebnisse aus Shanghai:Einzel,Doppel,Einzel-Qualifikation.

Hier der Spielplan.

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Mittwoch
08.10.2014, 13:27 Uhr