tennisnet.com Hobby Tennistour

Auch Julian Jelinek kann Sensations-Franzosen nicht stoppen

Die Entscheidung, wer sich im Jahr 2026 die Sandplatzkrone der Hobby Tennis Tour aufsetzen darf, rüc...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 02.06.2026, 14:18 Uhr

Die Entscheidung, wer sich im Jahr 2026 die Sandplatzkrone der Hobby Tennis Tour aufsetzen darf, rückt näher und näher. Nach dem gestrigen Viertelfinaltag – übrigens neuerlich vom Regen beeinflusst – zeichnet sich wie schon in den vergangenen drei Jahren eine Dominanz der internationalen HTT Stars ab. Neben Sensationsmann Nicolas Fares aus Frankreich und den beiden serbischen Jungstars Vuk Jovanovic und Uros Bigic steht mit Aleksandar Leitgeb nur mehr ein Österreicher und damit der letzte Mohikaner in “Rot-Weiß-Rot” als Trumpf-Ass für einen heimischen Erfolg bei den HTT French Open 2026 parat. Nach Emanuel Gal aus Rumänien 2023 und dem italienischen Vorjahressieger Luca Vanella droht also der nächste internationale Titel-Coup beim größten Sandplatzturnier des Jahres im UTC La Ville. Ein Bericht von C.L

img_7475

Nicolas Fares, und wo der Sensationsmann wirklich geboren wurde

Wir müssen unsere tägliche Berichterstattung vom 70. HTT Saisonturnier am Altmannsdorfer Ast mit einer Richtigstellung beginnen. Es geht um Nicolas Fares, den viel bestaunten französischen Shootingstar. Der 29jährige erblickte das Licht der Welt nicht wie fälscherlicher Weise berichtet in Mauritius, sondern auf der 200 Kilometer entfernten und im Indischen Ozean malerisch gelegenen Insel Reunion. Damit ist die Herkunft jenes Mannes also geklärt, dessen Erfolgsrun bei der 35. Auflage der HTT French Open 2026 auch am gestrigen Dienstag unvermindert weiter ging. Nicolas Fares, am Sonntag im Achtelffinale der Bezwinger von HTT Branchen-Primus Damian Roman, hat auf seinem sensationell anmutenden Erfolgsweg, im Viertelfinale auch die Titelambitionen von Julian Jelinek beendet. Der 29jährige Franzose blieb beim deutlichen 6:2, 6:3 Erfolg mit einer mehr als stabilen Vorstellung weiter ungefährdet, und darf vor seiner Semifinal-Begegnung weiter vom HTT French Open Titel träumen. “Dieses Turnier ist wunderbar aufgezogen, es macht mir extrem viel Spaß, dabeisein zu dürfen”, streute der Sensationsmann Blumen und Komplimente in Richtung HTT Veranstalter. Komplimente die man nur zurückgeben kann. Fares hat diesem ohnehin mit dem Status “outstanding” versehenen Event, nochmals zusätzlich “Glanz & Gloria”verliehen, und das zweite HTT Grand Slam Turnier des Jahres weit hinaus über die HTT-Bubble interessant gemacht.

img_7424

Luis De Giacomo versemmelt 4:1 Führung im dritten Satz und verpasst so haarscharf die nächste Überraschung gegen Alex Leitgeb

Julian Jelinek ist derweil so wie im Vorjahr und damit zum zweiten Mal in Serie im Viertelfinale der HTT French Open gestrauchelt, während es seinem Teamkollegen aus Alt Erlaa, nämlich Aleksandar Leitgeb zumindest ergebnistechnisch deutlich besser erging. Der 19jährige glänzte zwar spielerisch nicht so hell, wie es die Rolle des Co-Favoriten auf den Titel erwarten lassen würde. Aber “sei’s drum”! Wen juckt das schon, wenn am Ende eines – zugegeben – anstrengenden und stressigen Tennistages gleich zwei Mal “Semifinale” in den Ergebnislisten aufscheint. Zunächst war Leitgeb am Vormittag beschäftigt, sein am Vorabend nach eineinhalb gespielten Sätzen abgebrochenes Achtelfinal-Duell mit Freund und Doppelpartner Milan Volbert aus Deutschland wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Immerhin war der Mai-Masters-Series-1000-Champion mit Satzrückstand in die Wiederaufnahme dieses Matches gestartet, das er am Ende mit einem 6:0 souverän beendete. Am Nachmittag war dann aber nichts mehr mit souverän! Leitgeb stand in seiner Viertelfinal-Begegnung mit Überraschungsmann Luis De Giacomo im dritten Satz genau genommen sogar vor dem Aus. De Giacomo führte 4:1, hatte mit einer mehr als reifen und soliden Vorstellung dem höher eingeschätzten Leitgeb zwischenzeitlich mit sieben gewonnenen Games in Serie die Schneid abgekauft, und den Hard Hitter aus Alt Erlaa im zweiten Satz mit einem 6:0 sogar vorgeführt. Allerdings! Die Premium-Liga ist es halt, wenn man ein 4:1 im dritten Satz dann auch nach Hause spielen kann. Leitgeb begann den Ball auf Nummer sicher über das Netz zu spielen, während De Giacomo wohl Angst vor der eigenen Courage bekam, und die sich anbahnende nächste Überraschung im Finish mit dem Gesamtscore von 2:6, 6:0 und 4:6 versemmelte. Immerhin: 2024 scheiterte De Giacomo in Runde 2, 2025 im Achtelfinale und 2026 erst im Viertelfinale. Geht es nach dem Gesetz des Serie, darf sich der 17jährige schon jetzt auf die 2027er-Auflage freuen.

img_7177

Vuk Jovanovic gewinnt Duell der beiden letzten HTT AO-Champs und feiert gegen Theo Strobl seinen 20. HTT Einzelsieg in Serie

Nicolas Fares gegen Aleksandar Leitgeb lautet also das erste und zugegeben hochklassige Semifinale der HTT French Open 2026. In der zweiten Vorschluss-Runden-Partie kommt es derweil zu einem rein serbischen Duell zwischen den beiden Youngsters Vuk Jovanovic und Uros Bigic, die am gestrigen Montag in ihren Viertelfinal-Aufgaben makellos blieben. Zunächst prolongierte der Ranglisten-Zweite Vuk Jovanovic seine aktuelle und schwerst beeindruckende Erfolgsserie auf der HTT. Im Duell der beiden HTT Australian Open Sieger von 2025 und 2026, behielt Jovanovic gegen Theo Strobl vom TC Blau Weiss seine seit HTT Wimbledon 2025 unbefleckte weiße Weste, und feierte mit einem 6:4, 6:2 den bereits 20. HTT Einzelsieg in Serie. Nach einem lange Zeit offenen und auf Augenhöhe laufenden ersten Satz, verzettelte sich Strobl wieder einmal mit Nebenschauplätzen, die seiner Konzentration wenig zuträglich schienen. Ein kurzes Wortgefecht mit einem Zuschauer, schlechte Laune wegen eines kurzen Niesels, und schon war es um den Ranglisten-Zwölften geschehen, und die Neuauflage des vorjährigen Endspieles bei den HTT Finals verloren. Eigentlich schade, steckt doch in dem 18jährigen soviel mehr an Potential.

img_7160

Uros Bigic ist just bei den HTT French Open wieder da und nach Kantersieg über Dominik Krenkel in blendender Form

Vuk Jovanovic erhöhte mit dem klaren Zweisatzerfolg gegen Strobl im Head to Head mit dem 18jährigen auf 3:1, und steht damit zum allerersten Mal im Semifinale der HTT French Open. Dort trifft er auf seinen serbischen Landsmann Uros Bigic, der sich gegen den HTT FO Champion von 2024 Dominik Krenkel mit 6:1 und 6:2 durchsetzen konnte. Und der 16jährige, im Vorjahr schon Finalist und große Überraschung beim Sandplatz-Klassiker im UTC La Ville, ist ausgerechnet Ende Mai und Anfang Juni zu HTT French-Open-Zeiten wieder voll da. Ein echtes Phänomen, dieser Jungstar von WAT Landstraße! Nach seinem Sensations-Coup im Vorjahr, wo er nur haarscharf im Finale nach 5 Sätzen am Titel vorbeischrammte, traf er seitdem so gut wie keinen Ball mehr. Höhepunkt dabei, war seine Aufgabe während der HTT Finals-Gruppenphase. Jetzt feierte er just zu den HTT FO sein Saison-Debüt und ist sportlich mehr als nur wettbewerbsfähig. Von den HTT Insidern und auch den Mitspielern hatte ihn niemand wirklich auf der Rechnung. Und genau das scheint sein Vorteil zu sein. Er schlenderte auch im bisherigen Turnierverlauf eher abwesend und unbeteiligt scheinend über die Anlage, verrichtete auf den Außenplätzen seine “Arbeit”, und spazierte unbemerkt zum zweiten Mal in Folge ins Semifinale der HTT French Open. Das mit Spannung erwartete Viertelfinale gegen den Sandplatz-König von 2024 Dominik Krenkel wurde zur einseitigen Angelegenheit, die Bigic mit 6:1, 6:2 zudem auch noch günstiger Weise extrem kurz halten konnte.

img_7510

 

 

von Claus Lippert

Dienstag
02.06.2026, 13:37 Uhr
zuletzt bearbeitet: 02.06.2026, 14:18 Uhr