„Aufgeblasene“ 1000er-Turniere: Das Rad der Zeit wird nicht zurückgedreht werden
Längere Turniere bedeuten mehr Einnahmen. Für alle Beteiligten. Warum sollte man da also Änderungen erwarten?
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
11.08.2026, 12:00 Uhr

Für Spieler wie Fans noch Offizielle wäre es natürlich kein Spaß. Aber ein bisschen lustig käme es doch daher, wenn das unnötig auf zwölf Tage aufgeblasene ATP-Masters-1000-Turnier in Montreal durch unstetes Wetter nicht fristgerecht zu Ende gebracht werden könnte. Und, wie etwa das 500er in Washington, erst einen Tag nach dem anvisierten Finaltag den Sieger ehren könnte.
„Unnötig“ ist indes schon eine Wertung, die nicht alle Beteiligten an der Verlängerung unterschreiben werden. Denn die Veranstalter in Kanada, aber natürlich auch in Indian Wells, Miami, Madrid, Rom, Cincinnati und Shanghai nehmen jeden Extra-Tag, wie es scheint, mit Handkuss. Denn das Publikum ist ja da: Dass die Ränge beim ewig jungen Achtelfinal-Schlager zwischen Daniel Merida und Tallon Griekspoor in Montreal prall gefüllt waren, spricht für den Sportsgeist der kanadischen Fans. Wer seine Tickets für diese Session vorab gekauft hatte, der durfte ja auch auf einen Auftritt von Alexander Zverev hoffen.
Kein Einzel in den Day Sessions
Aber alleine die Spielpläne für die Viertelfinal-Tage in Montreal und parallel in Toronto waren schon nah an der Schmerzgrenze dessen, wofür Menschen bereit sind, Eintrittsgeld zu bezahlen: untertags da wie dort kein einziges Single-Match, die vier Partien aufgeteilt auf zwei Abendsessions. Da musste man dem regen in Montreal ja fast dankbar sein, dass es nun heute in Montreal zu einer fast gefährlichen Anhäufung von Spitzentennis kommt.
So sehr sich manche Spieler aber auch echauffieren: Dass das Rad der Zeit zurückgedreht wird, ist so gut wie ausgeschlossen. Denn mehr Einnahmen für die Turniere (via TV, Tickets, Konzessionen) bedeuten auch mehr Einnahmen für die Profis, von denen viele ja nicht müde werden zu betonen, dass sie sich notorisch unterbezahlt fühlen.
