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Australian Open: Diskussionen um Schiedsrichter nach Umstellung auf Hawk Eye Live

Die Australian Open nutzen wie schon einige andere Turniere im Herbst 2020 keine Linienrichter, sondern vertrauen auf automatisierte Aus-Rufe. Die Hawk Eye Live-Technologie kommt bei den Spielern unterschiedlich gut an, manche toben sogar.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 10.02.2021, 20:08 Uhr

Um die Anzahl an Menschen auf dem Tennisplatz zu reduzieren, wurden Linienrichter bei den Australian Open komplett abgeschafft. Damit fällt in den Matches ein gewisser Drama-Faktor weg. 

"Es erspart mir den Stress, an eine Challenge zu denken", sagt etwa US-Open-Champion Naomi Osaka. "Wenn sie so weitermachen wollen, würde ich mich nicht aufregen, weil ich denke, dass wir uns dadurch einige Diskussionen ersparen."

Serena Williams zweifelte zunächst an der Technologie. Als sie die Cincinnati Open im Vorfeld der US Open spielte, war die wenig begeistert. "Mittlerweile gefällt es mir, weil die menschlichen Fehler ausgemerzt werden. Die kann ich definitiv nicht brauchen", sagte sie. "Ich sollte der größe Fan davon sein." Williams legte sich in der Vergangenheit mit Linienrichtern an, vor allem ihr emotionaler Ausbruch bei den US Open 2009 nach einem Fußfehler ist legendär.

Der Turnierdirektor der Australian Open, Craig Tiley, ist sich sicher: Das elektronische System "ist gekommen, um zu bleiben". Bei kleineren Turnieren werde es weiterhin Linienrichter geben, aber bei den großen Profiturnieren sollen sie der Vergangenheit angehören. 

Novak Djokovic spricht sich klar für den Einsatz der neuen Technologie aus. "Ich weiß, dass es viel Tradition gibt und wir uns an Linienrichter gewohnt haben", sagte er, "aber ich erkenne keinen Grund, warum wir die Linienrichter noch brauchen." Djokovic wurde bei den US Open im vergangenen Jahr disqualifiziert, nachdem er eine Linienrichterin mit einem Ball am Hals traf. 

Damit bleibt Roland Garros das einzige Grand Slam, das noch nicht auf das Hawk Eye setzt, sondern stattdessen die Abdrücke auf dem Sand in strittigen Situationen untersucht.

Es gibt auch Zweifler

In eine andere Kerbe schlägt aber etwa Venus Williams. "Die Linienrichter haben stets sehr genau entschieden", sagte sie. "Normalerweise lagen sie häufig richtig, es ist spannend, wohin die Richtung geht."

Die Britin Francesca Jones ist sich nicht sicher, ob das System immer richtig entscheidet. "Sie müssen sich das genau anschauen", sagte sie nach einer strittigen Entscheidung in ihrem Match gegen Shelby Rogers. "Mir ist ein menschlicher Fehler lieber als ein technischer. Es ist ein neues System, aber es sollte nochmal überdacht werden."

Für Gilles Simon fällt ein wichtiger Teil des Spiels weg, mit den automatischen Signalen sei Tennis zu "monoton" geworden.

Frances Tiafoe schimpfe in seinem Match gegen Novak Djokovic am Mittwoch über das System. "Ich hasse es, ich kann es nicht ausstehen", sagte er. "Ich werde mich wohl daran gewöhnen, aber ich bin kein Fan davon."

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Mittwoch
10.02.2021, 21:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.02.2021, 20:08 Uhr