Australian Open: Zverev fit und hungrig - Erst Viertelfinale, dann noch mehr?
Alexander Zverev bestreitet am Dienstag sein fünftes Viertelfinale bei den Australian Open. Dank seiner neuen Stärken soll es in Melbourne aber noch viel weiter gehen.
von SID
zuletzt bearbeitet:
26.01.2026, 13:58 Uhr

Alexander Zverev ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Nicht von den Fans, die ihn mit Autogrammwünschen belagerten, und auch nicht von den über 30 Grad in der Mittagshitze von Melbourne. Gleich für drei Stunden hatte der Weltranglistendritte Court 23 auf der Anlage am Yarra River am Montag geblockt - um sich mit vollem Fokus für die Woche der Wahrheit bei den Australian Open einzugrooven.
Am frühen Dienstagmorgen (ab 3.30 Uhr MEZ/Eurosport) trifft Zverev in einem kniffligen Viertelfinale auf den US-Amerikaner Learner Tien. Das Match soll auf der Jagd nach dem ersten Major-Titel nur eine Durchgangsstation sein. Zverev will sich auf das höchste Level für ein mögliches Halbfinale gegen Carlos Alcaraz bringen - und auch dann seine neugewonnenen Qualitäten ausspielen.
"Die Vorhand", sagte Zverev in Melbourne, sei der Schlag, an dem er in der Saisonpause am meisten gearbeitet habe - "weil ich in dem Bereich sehr hinterher war zu den anderen Topspielern". Und in der ersten Turnierwoche war von Zverevs einstiger Schwäche tatsächlich nichts mehr zu sehen.
Zverevs Probleme mit der Vorhand waren seit Jahren bekannt gewesen. Warum also läuft es in diesem Jahr plötzlich besser? "In erster Linie, weil ich jetzt schmerzfrei bin", erklärte er nach seinem Achtelfinalerfolg über Francisco Cerúndolo (Argentinien). "Letztes Jahr hatte ich nicht die Möglichkeit, außerhalb der Matches viel zu trainieren, weil ich nicht gesund war."
Denn es sei ja so, führte Zverev aus: Um eine gute Vorhand auch in den entscheidenden Momenten auf dem Platz zu zeigen, "muss man sie oft genug trainieren". Das hat zuletzt offenbar funktioniert und gibt Zverev, der im vergangenen Jahr immer wieder körperliche Probleme offenbart hatte, ein gutes Gefühl. "Wenn man gesund ist, macht Tennis auch einfach ein bisschen mehr Spaß", sagte er.
Kerber glaubt an Zverev
Auch Deutschlands bislang letzte Major-Siegerin lobt die Entwicklung des Hamburgers in der jüngeren Vergangenheit. Und glaubt an den ganz großen Wurf. "Ich weiß, dass Sascha irgendeinen gewinnen wird. Da bin ich mir sicher", sagte Angelique Kerber, die zehn Jahre nach ihrem ersten großen Triumph auf die Anlage in Melbourne Park zurückgekehrt ist.
Für den Dienstag sind in Melbourne mal wieder höchst sommerliche Temperaturen angekündigt. Auf bis zu 45 Grad soll das Thermometer zwischenzeitlich steigen. Zverev bereitet das aber keine Sorgen. Erstens spielt er, wie er betonte, gerne bei Hitze. Und zweitens werden die Veranstalter, sobald der Höchstwert auf der sogenannte "Heat Stress Scale" erreicht ist, das Dach schließen und die Rod Laver Arena zu einer angenehm klimatisierten Halle umfunktionieren.
Vieles spricht am Dienstag also für Zverev, trotz des formstarken Gegners, vor dem der Deutsche im Vorfeld warnte. "Er ist ein großartiger Spieler, sehr jung. Einer, der ein bisschen unter dem Radar fliegt", sagte der 28-Jährige. Weshalb er mit "großem Respekt" vor seinem Gegner in die Partie geht.
Der hochveranlagte Tien hat seinem Vornamen in den vergangenen Jahren tatsächlich alle Ehre gemacht und sich Stück für Stück in der erweiterten Weltspitze etabliert. Im Achtelfinale fügte er Zverevs Angstgegner Daniil Medwedew eine fiese Dreisatz-Packung zu.
