Coco Gauff - Die Vorhand bleibt ein großes, schwarzes Loch

Coco Gauff hat mit dem Erreichen des Halbfinales bei den Australian Open 2024 ein starkes Ergebnis erzielt. Die Schwächen der US-Amerikanerin wurden von Aryna Sabalenka dennoch gnadenlos offengelegt.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 26.01.2024, 08:36 Uhr

Die Dynamik ist da - der Griff macht halt Pobleme: Coco Gauff bei der Vorhand
© Getty Images
Die Dynamik ist da - der Griff macht halt Pobleme: Coco Gauff bei der Vorhand

Im vergangenen Frühjahr war Rick Macci zu Gast im Podcast von Patrick McEnroe. Macci, das weiß der Tennisfan spätestens seit dem Kinofilm „King Richard“, ist jener Trainer, der Venus und Serena Williams gemeinsam mit deren Vater auf dem Weg in das professionelle Tennis begleitet hat. Und davor und danach ebenfalls erfolgreich mit Jennifer Capriati oder später Sofia Kenin gearbeitet hat. Auch Andy Roddick und Maria Sharapova haben bei Macci trainiert.

Als die Sprache auf Coco Gauff kam, erzählte Rick Macci damals, dass er mit Vater Corey Gauff darüber gesprochen habe, dass Coco in der Off-Season zu ihm kommen könnte, um an ihrer größten Schwäche zu arbeiten: der Vorhand. Nach den Eindrücken der Niederlage im Halbfinale der der Australian Open gegen Aryna Sabalenka muss man festhalten: Dieser Besuch hat wohl noch nicht stattgefunden.

Zunächst aber einmal die guten Nachrichten: Gauff hat zu Beginn des Jahres ihren Titel in Auckland verteidigt, in Melbourne dann ihr bis dato bestes Ergebnis erzielt Und gegen Sabalenka ist sie ja auch nicht vom Court geschossen worden, hatte im ersten Satz bei 6:5 und eigenem Aufschlag eine 30:0-Führung, die sie nicht verwerten konnte. Wer weiß, wie die Partie dann gelaufen wäre.

Gauff hat noch viel Zeit

Aber: Wenn ihr Sabalenka den Ball mit viel Tempo (anders kennt es die Belarussin ja auch nicht) in die Vorhandseite gespielt hat, dann war Coco Gauff sofort in der Defensive. Was einerseits an ihrem extremen Griff liegt (etwas, das Gauff mit Iga Swiatek gemeinsam hat). Und andererseits eben der enormen Geschwindigkeit geschuldet war, die Aryna Sabalenka zu spielen vermag. Auch gegen Marta Kostyuk im Viertelfinale fand die US-Open-Siegerin vom vergangenen Jahr selten ihren Rhythmus.

Nun scheint Coco Gauff schon ewig auf der Tour zu sein, in Wahrheit wird die US-Amerikanerin im März erst 20.

Viel Zeit also, an ihren Schwächen zu arbeiten (der zweite Aufschlag sollte hier auch auf Wiedervorlage kommen - trotz der Trainingstage bei Andy Roddick). Und Rick Macci einen Besuch abzustatten.

Hier das Einzel-Tableau in Melbourne

von Jens Huiber

Freitag
26.01.2024, 11:15 Uhr
zuletzt bearbeitet: 26.01.2024, 08:36 Uhr