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Danish Dynamite Aufreger – Mahrt Guyou holt ersten HTT-1000er-Titel für Dänemark

Jonathan Mahrt Guyou hat am Dienstag Abend am Centercourt des Bundesleistungszentrums Südstadt HTT-G...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 25.06.2020, 08:18 Uhr

Jonathan Mahrt Guyou hat am Dienstag Abend am Centercourt des Bundesleistungszentrums Südstadt HTT-Geschichte geschrieben, und für den ersten dänischen Titelgewinn in der 30jährigen HTT-Historie gesorgt. Der bald 20jährige besiegte im Endspiel des wegen Corona in den Juni verschobenen 25. März Masters Series 1000 Turniers Überraschungsmann & Lokalmatador Emil Kasper in 1:24 Stunden Spielzeit mit zwei Mal 6:3, und ist damit wiegesagt der erste HTT-Turniersieger aus Dänemark. Allerdings sorgte am vergangenen Wochenende nicht die Leistung des Newcomers beim 150. HTT Masters 1000 Events der Open Ära für Aufregung, sondern sein zweistelliger ITN-Rating-Wert, mit dem der “unschuldige” Skandinavier unfreiwillig zum Gesprächsthema von Tennis-Österreich wurde. Aus der Südstadt berichtet für hobbytennistour.at C.L

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Mahrt Guyou stellt auf tennisnet.com sogar Novak Djokovic in den Schatten

Fast 30.000 Aufrufe und an die 300 Kommentare hat jenes Video von tennisnet.com am vergangenen Montag erzielt, in dem ein unbekannter junger Mann aus Dänemark mit einem sogenannten Anfänger-ITN tagelang die Gemüter erhitzte, und für angeregte Diskussionen im Internet und in den Tennnisclubs sorgte. Das viral gegangene “Dokument”, das sogar mehr Postings erzielte als gleichzeitig erschienene Beiträge vom positiven Covid19-Test der ATP-Nummer 1, sorgte auch in den diversen Tennisverbänden des Landes für reichlich Unmut. Dabei ist der Fall “Mahrt Guyou” nur eines von vielen Beispielen, was in Sachen ITN-Ratings falsch läuft. Ein extremes Beispiel zugegeben, doch die Zeit um endlich zu handeln ist reifer denn je. Der ITN-Eklat der Woche ging derweil am dänischen Neuzugang der HTT völlig spurlos vorüber. Der 19jährige konzentrierte sich fünf Tage lang auf seine Leistung, blieb unbeeindruckt vom medialen Sturm im weltweiten Netz, und mischte die namhafte Gegnerschaft mit fünf mehr oder weniger souveränen Darbietungenn auf. Im Semifinale gegen den 3fachen HTT-Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic musste der eigentlich in London geborene HTT Shooting Star ein einziges Mal im Verlauf des Turniers über drei Sätze, und hätte dort durchaus auch straucheln können. Vukicevic hatte den ersten Satz eigetütet, dazu in den ersten beiden Games von Satz Nr. 2 sowohl drei Spielbälle wie auch drei Break-Chancen, und stand am Ende dieser beiden Auftakt-Games im zweiten Durchgang mit einem 0:2 da. Dieses Ende war gleichzeitg der Anfang vom Untergang des ehemaligen serbischen Ranglisten-Ersten, dem bei stürmischen Windverhältnissen und 6:3, 0:6, 0:5 sogar die “doppelte Null” zeitweilig drohte.

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Mahrt Guyou – Aufreger der Woche und wie alles begann

Die Aufregung um Mahrt Guyou ist zudem ohnehin eine die “fast umsonst” war, denn der smarte Skandinavier wird nach einem zweiten Turnierstart am Wochenende von 3. bis 5. Juli seine Zelte in Österreich wieder abbrechen, und nach Spanien bzw. nach New York zurückkehren. Dort spielt er für die Hofstra University. Begonnen hat übrigens alles im zarten Alter von 8 Jahren, als der Sohn einer Dänin in Frankreich mit Tennis erstmals in Berührung kam. Seither hinterließ “Johnny” in vielen Ländern dieser Erde seine sportlichen Spuren. In Spanien stand er auf Nr. 355 im Ranking, bei den besten U16 Spielern der Balearen kam er bis auf Position Nr. 6, und auch in Dänemark schaffte es der Youngster bis auf Platz Nr. 45 im Ranking. Dann mit 15 Jahren stoppte eine schwere Verletzung seine Karriere, und seine Profi-Träume. Seitdem tingelt Mahrt Guyou durch spanische Akademien und amerikanische Universitäten, ein Urlaub in Österreich mit der Teilnahme beim März Masters Series 1000 Turnier der HTT machte ihn aber wohl erst so richtig bekannt.

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Emil Kasper im Finale zu “brav” und Mahrt Guyou 61. Sieger eines HTT-Masters

Sportlich ging der Überraschungssieg des jungen Mannes aus Dänemark an diesem Jubiläums-Wochenende voll in Ordnung. Beim 150. HTT Masters 1000 Turnier der Open Ära, beim 1.490 HTT-Single-Turnier der Geschichte und der 40. Saisonveranstaltunng 2020, war er der souveränste Mann im Tableau, und spätestens mit seinen Siegen über den Ranglisten-Zweiten Rene Gräflinger aus Kärnten und dem serbischen HTT US Open Sieger von 2018 Vladimir Vukicevic verdient im Finale. Dort traf er auf die zweite ganz große Überraschung des Hartplatz-Klassikers von Maria Enzersdorf, nämlich auf Emil Kasper aus Brunn am Gebirge. Der 16jährige trainiert in der Südstadt, und spielte sich in den ersten Runden eher unbemerkt durch den Raster. Richtig Schlagzeilen produzierte Kasper im Viertelfinale, wo er nach 2:6, 2:5 Rückstand und einer tollen Aufholjagd den Ranglisten-Ersten Damian Roman aus Rumänien entzauberte. Im Endspiel selbst, fehlte dem 16jährigen aber die Kaltschnäuzigkeit und notwendige Aggressivität, um “danish dynamite” zu entschärfen. Dabei startete Kasper furios, nahm Mahrt Guyou den Aufschlag zum 3:1 ab, ehe er fünf Games en suite zum Verlust des ersten Satzes abgeben musste. Im zweiten Durchgang lief Kasper dann einem frühen Break zum 1:3 hinterher, schaffte zwar zwei Mal das Re-Break, musste am Ende aber nach 1:24 Stunden Spielzeit seinem Gegner aus Dänemark zum Sieg gratulieren. Mahrt Guyou ist übrigens nach Tashi Liu, Robin Douglas, Ignacio Martin, Alexander Sikanov und Robert Steinhauser der sechste internationale März-Masters-Series-1000-Champion der HTT-Geschichte, und der 61. Sieger eines HTT Masters Series 1000 Turniers überhaupt. Kasper verfehlte indes ebenfalls einen bemerkenswerten Rekord. Hätte er den dänischen Newcomer im Finale besiegt, dann wäre er als Nr. 254 der HTT Computer-Rangliste jener Spieler gewesen, der mit dem höchsten HTT-Ranking eines dieser 9 pro Saison stattfindenden HTT Masters Events gewonnen hätte.

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