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Das Rad der Zeit noch einmal zurückgedreht

Serbiens dreifacher HTT Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic hat am Sonntag Abend einen großen Schritt...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 25.10.2021, 14:18 Uhr

Serbiens dreifacher HTT Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic hat am Sonntag Abend einen großen Schritt in Richtung achter Peugeot Tour Finals Teilnahme in Serie gemacht. Der 40jährige Routinier behielt im viertelfinalen Showdown der aussichtsreichen Masters-Kandidaten beim 30. Peugeot Oktober HTT 500 Turnier gegen den 2fachen HTT-500-Saisonsieger Philipp Schlaffer mit 6:3, 6:3 die Oberhand, fügte dem 35jährigen nach 10 Siegen auf HTT 500er-Ebene in Serie dessen erste Niederlage zu, und übernahm im virtuellen Sechskampf um zwei offene Startplätze für das von 20. bis 27. November im UTC La Ville stattfindende Saisonfinale – mit der Option noch weitere Punkte im Verlauf des aktuellen Turniers sammeln zu können – die Leaderrolle. Mit dem serbischen HTT-Superstar stehen auch noch der topgesetzte Ranglisten-Erste Damian Roman, der wiedererstarkte 2fache HTT Grand Slam Sieger Bernhard Scheidl, und Überraschungsmann Simon Hinterplattner im Semifinale des 57. HTT Saisonturniers. Ein Bericht von C.L

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Hinterplattner entzaubert lustlosen schwedischen Jungstar

Es ist beinahe wie in alten Zeiten, und ein regelrechter Aufstand der HTT-Oldies! Damian Roman, Vladimir Vukicevic, Bernhard Scheidl, dazu ein 34jähriger Underdog im Halbfinale eines HTT 500 Turniers, und das just zu einer Zeit, wo man im HTT-Circuit von einem sich vollziehenden Generationswechsel philosophiert, und Woche für Woche die atemberaubenden Vorstellungen der aufstrebenden Next Generation bewundern kann. Als ob jemand am Sonntag Abend noch einmal das Rad der Zeit zurückgedreht hätte! Die Oldboy-Fraktion hat sich im Achtel-, bzw. Viertelfinale des 30. Peugeot Oktober HTT 500 Turniers erfolgreich zur Wehr und großartig in Szene gesetzt, und den Youngsters im hochgejazzten HTT-Circuit die lange Nase gezeigt. 157 Semifinal-Teilnahmen ist das hochkarätig besetzte Semifinale des 379. HTT 500 Turniers der Open Era schwer, wobei Simon Hinterplattmer vom TC Reichraming mit seiner zweiten erreichten Vorschlussrunde den Schnitt noch ordentlich nach unten drückt. Der 34jährige ist auch der jüngste im Quartett der Semifinalisten, und für sein dortiges Duell mit dem HTT Branchen Besten scheinbar durchaus gerüstet. Zumindest wenn man seine Sonntags-Resultate als Maßstab nimmt, und da vorallem seinen viertelfinalen Auftritt gegen Schwedens HTT Jungstar Elias Steinbichl. Mit 6:2, 6:0 verabschiedete Hinterplattner einen frustrierten und nach eigenen Angaben “lustlosen” Dreikronen-Bomber vom TC Wunderlich, der sich im Achtelfinale gegen HTT-Neuling Marcel Maier noch seinen 50. HTT Karriere-Einzelsieg gesichert hatte.

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Damian Roman souverän, Alex Rieger mit weiter steigender Form

Souverän wie in den letzten Wochen fast immer, agierte am vorletzten Oktober-Wochenende des Jahres 2021 auch die Nummer 1 der Peugeot Hobby Tennis Tour. Damian Roman, der am Samstag früh morgens um 7 Uhr gegen Trivun Djumic aus Serbien seinen 270. Matcherfolg auf HTT-Ebene feierte, legte am Sonntag Abend mit einem Doppelpack nach, und buchte mit Siegen über den inferior spielenden Deutschen Mihai Stefanescu und den an Nr. 5 gesetzten Alexander Rieger sein 61. HTT Karriere-Semifinale. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist mit Sicherheit die Leistung des unterlegenen Alexander Rieger, der im Achtelfinale gegen Julian Florakis kurzen Prozess mit dem HTT Newcomer machte, und sich über den 140. Sieg seiner mittlerweile richtig in Schwung kommenden HTT Laufbahn freuen durfte. Eine weitere Kostprobe seiner stetig steigenden Leistungskurve lieferte Rieger in einem sehenswerten Viertelfinal-Match gegen Damian Roman. Am Ende setzte es zwar ein 3:6, 4:6, die Art und Weise wie sich der 20jährige gegen den 26fachen Turniersieger aber aus der Affäre zog, rang auch seinem Bezwinger Bewunderung ab. “Der Alex hat richtig gut gespielt. Ich musste permanent fokussiert sein und mein bestes Tennis abliefern”, so der 39jährige.

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Semifinaler HTT Evergreen Hit als Duell Trainer gegen Spieler

Einen HTT-Evergreen-Hit hat derweil das zweite Semifinale bei der 30. Jubiläums-Ausgabe des Peugeot Oktober HTT 500 Turniers im UTC La Ville zu bieten. Die 10. Auflage des HTT Klassikers zwischen Vladimir Vukicevic und Bernhard Scheidl war für diesen Montag Abend eher nicht zu erwarten. Vukicevic ließ zwar in den letzten Tagen mit einer Menge an bestrittenen Spielen und damit verbundener Matchpraxis steigende Form erkennen, einen so klaren und mit überzeugender Leistung errungenen 6:3, 6:3 Erfolg im Viertelfinale seines 95. Karriere-Turnierstarts über Philipp Schlaffer hatten aber nur die wenigsten HTT Insider erwartet. Schlaffer musste sich damit ausgerechnet im vielleicht wichtigsten Match seiner HTT 500 Saison und im direkten Duell um “big points” im Race to La Ville von seiner beeindruckenden Siegesserie auf HTT 500er-Ebene verabschieden. 10 Siege in Folge und zwei Saisontitel waren auf sein Konto gegangen, jetzt bleiben 90 Punkte für die Jahreswertung, die weder “Fisch noch Fleisch” für den Routinier aus dem Burgenland darstellen. Für Schlaffers-Bezwinger Vladi Vukicevic gehen hingegen die Burgenland-Tage schon am Montag Abend weiter, dann nämlich wenn es mit Bernhard Scheidl zum 10. Kräftemessen und zu einem ganz besonders kuriosen Aufeinandertreffen kommen wird. Der Serve & Volley Gott vom Neusiedler See trifft nämlich in seinem semifinalen Duell auf seinen momentanen Trainer. Ja, Scheidl hat angesichts seines hartnäckigen Formtiefs Rat und Hilfe bei Vukicevic gesucht, und dieser außergewöhnlich erscheinende Pakt zwischen den beiden HTT Grand Slam Champs scheint bereits erste Früchte zu tragen. Scheidl schlug auf seinem Weg zurück in die HTT-Spitze im Achtelfinale nicht nur den amtierenden HTT US Open Sieger Rene Gräflinger, sondern er deklassierte mit einem galaktisch anmutenden Offensiv-Feuerwerk auf dem Weg ins Halbfinale auch noch Ungarns völlig verdutzten Jungstar Barnabas Balazs. Das Duell “Bernie gegen Barney” endete mit einem 6:2, 6:2 Klassenunterschied. Fehlt jetzt nur noch, dass  Vladimir Vukicevic am heutigen Semifinal-Abend seinen eigenen Bezwinger in den letzten Wochen auftrainiert hat.

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