Davis Cup: Deutschland will auch ohne Zverev weiter "unangenehm sein"

Mit viel Optimismus, aber wahrscheinlich ohne Alexander Zverev geht die deutsche Davis-Cup-Mannschaft in die Finalrunde Ende November in Malaga. Teamchef Michael Kohlmann verspricht Kanada, dort ein "unangenehmer Gegner" zu sein.

von SID
zuletzt bearbeitet: 19.09.2022, 19:09 Uhr

© Getty Images

Der kleinen Siegesfeier auf dem Centre Court des Hamburger Rothenbaum folgte die Kampfansage an den nächsten Gegner im Davis Cup. "Wir werden unangenehm sein und uns nicht verstecken", versprach Teamchef Michael Kohlmann der kanadischen Mannschaft, die sich zeitgleich in Valencia für das Finalturnier Ende November in Malaga qualifizierte

Die drei Siege gegen Frankreich, Belgien und Australien belegten, dass sich die deutschen Tennisprofis auch ohne Alexander Zverev in der erweiterten Weltklasse behaupten können. Gut zu wissen, denn kaum jemand rechnet damit, dass der Olympiasieger in diesem Jahr noch in einem regulären Turnier zum Schläger greifen wird.

Wegen seines Knochenödems im operierten rechten Fuß konsultierte der 25-Jährige in seiner Geburtsstadt mehrere medizinische Spezialisten, doch eine vollständige Heilung wird Zeit brauchen. Kohlmann: "Eine genaue Therapieanleitung ist noch nicht da, Sascha muss erst einmal noch ruhen."

Kanada mit Shapovalov und FAA?

Und so wird es schwer für sein Team, wenn die Nordamerikaner am 24. November (16.00 Uhr) ihre beiden Topspieler Denis Shapovalov und Felix Auger-Aliassime auf den Platz schicken sollten. "Wir haben aber alle Bock auf dieses Finale", sagte Jan-Lennard-Struff optimistisch, der Warsteiner hatte die Gastgeber in der Hansestadt dreimal in Führung gebracht.

Nach langer sportlicher Durststrecke will der 32-Jährige bis Malaga seine aufsteigende Form stabilisieren und weiteres Selbstvertrauen tanken. "Der Weg zurück in die Top 100 wird steinig, aber eine solche Verbesserung ist mein klares Ziel", sagte Struff, aktuell 132. im ATP-Ranking.

Struffs Erfolge waren eine stabile Basis für die Gesamtsiege, denn Kevin Krawietz und Tim Pütz sind im Doppel eine sichere Bank und haben bislang alle sieben gemeinsamen Auftritte im Davis Cup siegreich gestaltet. "Wenn wir mit einem 1:1 ins abschließende Doppel kommen, haben wir immer eine gute Chance, auch gegen große Mannschaften zu gewinnen", sagte Kohlmann.

Otte fehlt Spielpraxis

Auch weil es offensichtlich einen guten Teamgeist auch abseits von Hartplatz und Trainingshalle gibt. "Das haben wir lange nicht mehr so gehabt. Die feuern sich gegenseitig an, die fordern sich und fördern sich", lobte Präsident Dietloff von Arnim das positive Sozialverhalten der Tennis-Millionäre.

Mit diesem Spirit wurde auch Davis-Cup-Debütant Oscar Otte nach jeder seiner drei Niederlagen wieder aufgebaut. Nach einer Knieoperation fehlten dem Kölner "Spielpraxis und noch ein paar Prozent", wie der 29-Jährige sagte. Wie Teamkollege Struff will auch Otte in den kommenden Wochen regelmäßig Turniere spielen und noch einige Weltranglistenpunkte einsammeln.

Eine erneute Qualifikation für die Gruppenphase vorausgesetzt wird es auch 2023 drei Heimspiele für Deutschland geben. Hamburg ist erneut interessiert, denkbar ist aber auch ein Wechsel nach Düsseldorf, Halle/Westfalen, Berlin oder München.

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Montag
19.09.2022, 19:09 Uhr
zuletzt bearbeitet: 19.09.2022, 19:09 Uhr