Davis Cup: Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Die Aufstellung von Matteo Berrettini für das italienische Doppel gegen Kanada lässt ebenso Fragen offen wie die Nominierung von nur vier Spielern bei den US-Amerikanern.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 27.11.2022, 11:18 Uhr

Der Mann, der aus dem Schatten kam: Matteo Berrettini an der Seite von Fabio Fognini
© Getty Images
Der Mann, der aus dem Schatten kam: Matteo Berrettini an der Seite von Fabio Fognini

Die Debatte ist am Laufen, der Ausgang noch offen. Angestoßen hat sie ein Kanadier, dabei geht es doch um das amerikanische Team. Aber irgendwie scheint Brayden Schnur, vor drei Jahren als Karriere-Hoch mal kurz unter die Top 100 gerutscht, ein Herz für Rajeem Ram zu haben. Schnur jedenfalls stellte auf Twitter die berechtigte Frage, warum Ram nicht mit nach Málaga reisen durfte, wo die Mannschaft von Mardy Fish den Italienern im Viertelfinale im entscheidenden Doppel unterlag.

Die Antworten fielen nicht gerade befriedigend aus, zumindest aus Sicht von Schnur. Dessen Theorie, dass eine Nominierung von Ram an den Egos der dann anwesenden Spieler (Taylor Fritz, Tommy Paul, Frances Tiafoe und Jack Sock) gescheitert sei, kam bei Fritz nicht besonders gut an. Auch Paul ließ ausrichten, dass er gar nicht wisse, wer Schnur sei und was dieser genau mit dem Tennissport zu tun habe.

Berrettini überraschend am Start

In Italien haben die Tennisfans seit gestern ebenfalls eine Diskussionsvorlage, die sich von jener in den USA unterscheidet, dass ein Mann, der seine Saison eigentlich schon beendet hatte, plötzlich zum semifinalen Paarlauf an der Seite von Fabio Fognini auf den Court kam: Matteo Berrettini. Wie das bei Simone Bolelli angekommen ist, der mit Stammpartner Fognini die USA nach Hause geschickt hat? Schwierig zu sagen, Bolelli hat am frühen Samstagabend jedenfalls den Cheerleader gegeben.

Berrettini indes konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Was angesichts der jüngeren Vergangenheit keine große Überraschung ist: Nach der Finalniederlage gegen Lorenzo Musetti in Neapel musste Berrettini aufgrund einer Fußverletzung pausieren, verpasste mehrere Turniere und damit auch die Chance, sich vielleicht doch noch für die ATP Finals in Turin zu qualifizieren. Nun war der Römer offiziell zwar als Teil des italienischen Teams angereist - aber nach allgemeinem Dafürhalten doch eher als moralische Unterstützung. Eben weil sich Berrettini bei Instagram schon in die Ferien verabschiedet hat.

Pospisil und Auger-Aliassime erfolgreiche Doppelspieler

Nun könnte man sagen, dass ein Doppel Rajeev Ram/Jack Sock ohnehin verhindert hätte, dass Matteo Berrettini bzw. sein Teamchef Filippo Volandri überhaupt in die Verlegenheit kommen, mit einem Einsatz gegen Kanada zu spekulieren. Oder überlegen, dass Bolelli/Fognini, dereinst Champions bei den Australian Open, eine bessere Chance gegen Félix Auger-Aliassime und Vasek Pospisil gehabt hätten. Das würde aber außer Acht lassen, dass die beiden Kanadier ebenfalls sehr kompetente Doppelspieler sind. Pospisil hat - bekanntlich mit Jack Sock - unter anderem schon in Wimbledon gewonnen. Und Auger-Aliassime gemeinsam mit Hubert Hurkacz in Paris-Bercy.

Mal schauen, ob und wer sich in Italien den Frust von der Seele tweetet.

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von Jens Huiber

Sonntag
27.11.2022, 11:20 Uhr
zuletzt bearbeitet: 27.11.2022, 11:18 Uhr

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