Davis Cup: Innsbruck ist nicht Köln

Nach den Österreichern dürfen sich heute die Deutschen an Novak Djokovic und Co. abarbeiten (ab 16 Uhr live bei ServusTV und in unserem Live-Ticker). Das Nachbarschaftsduell am Sonntag wirft aber schon seine Schatten voraus.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 27.11.2021, 08:42 Uhr

Die Ränge in Innsbruck sind, aus gutem Grund, leer.
© GEPA Pictures
Die Ränge in Innsbruck sind, aus gutem Grund, leer.

Die Terminplaner für den Davis Cup haben aus den Erfahrungen von Madrid 2019 gelernt, die Matches beginnen nun jeweils eine Stunde früher: jene der Vormittags-Session um 10 Uhr, nachmittags wird ab 16 Uhr aufgeschlagen. Im Normalfall. Am Freitag hat sich etwa in Innsbruck gezeigt, dass ein Sechs-Stunden-Fenster nicht unbedingt ausreichend sein muss: Das Doppel zwischen Österreich und Serbien fand erst deutlich nach 23 Uhr sein Ende. Mit dem Sieg von Nikola Cacic und Filip Krajinovic gegen Oliver Marach und Philipp Oswald.

0:3 gegen Serbien also, das kam nicht gänzlich unerwartet, bei voller Aufstellung beider Teams war gemäß der Weltranglisten-Positionen für die Österreicher höchstens im Doppel etwas zu holen. Der Heimvorteil ist bekanntlich und aus guten Gründen futsch, Österreich ist nicht Köln, wo heute Nachmittag trotz beständig steigender Corona-Zahlen 50.000 Zuschauer dem Rhein-Derby gegen Mönchengladbach live und in persona im Stadion folgen sollen. Unter freiem Himmel zwar, aber dennoch erstaunlich.

Djokovic verliert drei ihm wichtige Matches

Hätte ein volle Innsbrucker Olympia World Dennis Novak zum Sieg gegen Novak Djokovic getragen? Wohl kaum. Der Weltranglisten-Erste mag zwar die drei letzten ihm wirklich wichtigen Partien verloren haben (bei Olympia und den ATP Finals jeweils im Halbfinale gegen Alexander Zverev, plus das Endspiel bei den US Open gegen Daniil Medvedev), in Mannschafts-Wettbewerben lässt Djokovic aber selten etwas zu. Dennis Novak hat beherzt mitgespielt - und ist nach weniger als einer Stunde Spielzeit dennoch an der serbischen Mauer zerschellt.

Ein bisschen anders die Situation bei Gerald Melzer, der von Stefan Koubek anstelle von Jurij Rodionov ins Match gegen Dusan Lajovic geschickt wurde. Melzer machte im dritten Satz einen Break-Rückstand wett, in dieser Situation hätten ihn die Fans womöglich zur Überraschung gegen Lajovic getragen. Hättiwari, Serbien holte sich dann eben auch diesen Punkt.

Novak und Struff gegeneinander

Heute werden die Österreicher in der Beobachterrolle sein, es liegt an Deutschland, Djokovic und Co. zu fordern (ab 16 Uhr live bei ServusTV). Der deutsche Kapitän Michael Kohlmann kann auf seiner Zweier-Position ebenso rotieren wie die Kollegen Troicki und Koubek, zur Auswahl stehen Peter Gojowczyk und Dominik Koepfer. Ganz vorne wird Jan-Lennard Struff für Schwarz-Rot-Gold in die Bütt gehen, seine Bilanz gegen Novak Djokovic sieht eher bescheiden aus: In sechs Begegnungen konnte der Deutsche gegen den Weltranglisten-Ersten lediglich einen Satz gewinnen, 2019 bei den Australian Open war´s.

Chancen für Deutschland gibt es allemal, im Doppel werden die beiden Olympier Kevin Krawietz und Tim Pütz einlaufen. Sollte es nach den Einzeln unentschieden stehen, ist auch mit Djokovic im Paarlauf zu rechnen. Ein deutscher Erfolg würde dem Treffen mit Österreich am Sonntag noch zusätzliche Spannung verleihen, Animositäten zwischen den beiden Nachbarländern gibt es indes keine. Schon gar nicht im wahrscheinlichen Spitzenmatch zwischen Novak und Struff. Der Kollege aus Warstein sei einer seiner besten Freunde auf der Tour, erklärte Novak nach seiner Niederlage gegen Djokovic, man verstehe sich auch abseits des Courts prächtig. Dass bei privaten Treffen auch der Fußball ein Thema ist, kann als gesetzt angesehen werden: Struff ist passionierter Anhänger von Borussia Dortmund, Novak liegt der SK Rapid Wien am Herzen. Das sonntägliche Match gegeneinander hätten sie wohl gerne unter Kölner Verhältnissen gespielt.

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