Davis Cup: Irgendwie dann doch grandiose Tage in Málaga

Kanada hat am gestrigen Sonntag erstmals den Davis Cup gewonnen. Nach sechs Spieltagen in Málaga, die Spaß gemacht haben. Nicht allen. Aber den meisten. Eine Bilanz.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 27.11.2022, 18:14 Uhr

Dei Davis-Cup-Champions 2022
© Getty Images
Dei Davis-Cup-Champions 2022

Das Format

Man muss nicht einmal trefflich darüber streiten, ob der Mannschafts-Wettbewerb, der am gestrigen Sonntag in Málaga mit dem Sieg der Kanadier zu Ende gegangen ist, noch jener ist, den Dwight Davis im Jahr 1900 ins Leben gerufen hat. Antwort: natürlich nicht. Aber zum einen gab es immer wieder kleine Veränderungen (ursprünglich war der Davis Cup ein Wettstreit zwischen den USA und Großbritannien, bis dann nach und nach die Welt daran teilnehmen durften).

Zum anderen sei hier die Frage gestellt, wann es denn das letzte Davis-Cup-Finale gegeben hat, das nach klassischer Spielart ausgetragen wurde und in Erinnerung geblieben ist (die richtige Antwort: 2016 in Zagreb, als Argentinien gegen Kroaten gewann). Das aktuelle Format hat seine Schwächen. Aber eine der Stärken ist sicherlich, dass in der laufenden Woche Tennisfans aus mindestens noch acht Nationen ihre Aufmerksamkeit nach Málaga gerichtet haben.

Die Veranstalter

Als Außenstehender weiß man nicht, ob für die Tennisverbände durch die neue Weltordnung im Davis Cup tatsächlich Milch und Honig fließt (Verdacht: eher nein). Eines muss man Kosmos und seinem Frontmann Gerard Piqué aber lassen: Wenn es Optimierungswünsche und -potenzial gibt, dann wird dieses genutzt. Was den Franzosen in der Zwischenrunde in Hamburg nicht geholfen hat. Aber mit dieser neuen Phase haben immerhin vier weitere Nationen ein Heimspiel austragen dürfen. Und die erste Runde wird ja immer noch fast klassisch gespielt.

Dazu kommt: Mit Málaga, zunächst eher eine Notlösung, scheinen die ITF und Kosmos vieles richtig gemacht zu haben. Insgesamt sind in den sechs Tagen 61.916 zahlende Zuschauer in die Halle gepilgert. Und die Stimmung war auch dann noch gut, als die Spanier schon ausgeschieden waren.

Die Sieger

Kanada hat die besten beiden Einzelspieler ins Rennen geschickt und am Ende nicht überraschend gewonnen. Moment, werden da etwa die Deutschen sagen (dazu gleich mehr): Denis Shapovalov hat im Viertel- und Halbfinale im Einzel nichts gerissen. Stimmt. Aber die beiden kanadischen Einzelasse sind eben auch als Paarläufer kompetent.

Kleines Sternchen: Eigentlich war Kanada in diesem Jahr schon ausgeschieden, nach einem 0:4 in den Niederlanden. Aber nachdem die Russen nach dem Überfall auf die Ukraine aus dem Wettbewerb geflogen sind, durften die späteren Sieger doch noch an der Zwischenrunde teilnehmen.

Die Deutschen

Es war angerichtet nach dem Auftakterfolg von Jan-Lennard Struff gegen Denis Shapovalov. Und im ersten Satz des Doppels von Kevin Krawietz und Tim Pütz deutete nichts darauf hin, dass Deutschland nicht ins Halbfinale einziehen würde. Und dann ging dieses Match eben doch verloren. Mit Alexander Zverev hätte es insgesamt anders ausgesehen. Aber das können natürlich auch die Spanier sagen, die auf Carlos Alcaraz (und auch Rafael Nadal) verzichten mussten.

Noch härter als das Team von Michael Kohlmann traf es aber wohl die Kroaten, die gegen Australien beim Stand von 1:1 auf das Doppel Mektic/Pavic und damit auf einen sicheren Sieg hoffen durften. Bis Jordan Thompson und Max Purcell diese Idee als nicht gut genug verwarfen.  

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