Davis Cup: Nadal - "Roberto war die entscheidende Person"

Sonntagabend in Madrid.12.500 Zuschauer bejubeln lautstark in der ausverkauften Caja Magica den sechsten Titelgewinn des spanischen Davis-Cup-Teams. Bilder, wie man sie seit Jahrzehnten von dem traditionsreichen Mannschaftswettbewerb im Tennis kennt. Auf den Siegerfotos ist das Logo des Davis-Cups zu erkennen. Wesentlich präsenter treten jedoch fünf weitere Worte in Erscheinung: „The World Cup of Tennis“.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 25.11.2019, 13:19 Uhr

Am Ende durften die Hausherren jubeln
© Getty Images
Am Ende durften die Hausherren jubeln

Von Florian Heer aus Madrid

Im ganzen Areal des am Ufer des Manzanares gelegenen Tenniskomplexes begegnete den Besuchern dieser Schriftzug immer wieder. Am Eingang, an den Verkaufsständen und schließlich auch auf den offiziellen Merchandising-Produkten der Veranstaltung. Ein Hinweis darauf, dass in diesem Jahr doch etwas anders war.

Event mit zwei Gesichtern

Viel wurde in dieser Woche über die neuen Davis-Cup-Finals geredet und geschrieben. Das vom Weltverband ITF und Kosmos-Tennis neu-geschaffene Format teils scharf kritisiert.

Tatsächlich kann man die letzten sieben Tage in der spanischen Hauptstadt in zwei Phasen einteilen: Eine unübersichtliche Vorrunde mit Begegnungen vor oft nur halbvollen Rängen, die gerne bis tief in die Nacht ausgefochten wurden und einem Final-Wochenende mit zwei Siegen Spaniens im Rahmen einer bunten und stimmungsvollen Atmosphäre. Ein Spannungsbogen, den man sich kaum besser ausdenken konnte.

Emotionale Reise des Roberto Bautista Agut

Dazu war gerade das Endspiel neben gutem Tennis auch voller emotionaler Momente abseits des Geschehens auf dem Platz, insbesondere als Roberto Bautista Agut nach dem Tod seines Vaters Ximo zum Team zurückkehrte. Von Kapitän Sergi Bruguera wurde der Spanier überraschenderweise für das Auftakteinzel nominiert und konnte dabei den ersten Punkt für sein Land erringen.

Am Donnerstagmorgen war der 31-jährige aus Castellón de la Plana in der Gemeinschaft Valencia nach Hause abgereist, um am Samstagnachmittag per Auto wieder rechtzeitig in Madrid einzutreffen und seine Mannschaftkollegen im Halbfinale gegen Großbritannien zu unterstützen.

„Mein Vater wäre böse gewesen, wäre ich daheim geblieben und nicht zum Team zurückgekehrt. Ich konnte mich von ihm verabschieden und bin dann zurückgekommen“, kommentierte Bautista Agut seine Entscheidung.

Auch Rafael Nadal zollte dem ruhig-auftretenden Weltranglisten-Neunten allerhöchsten Respekt.

„Ich habe in dieser Woche acht Matches gewonnen, aber Roberto war die entscheidende Person für den Titelgewinn. Er hat unmenschliches geleistet. Unbeschreiblich. Er wird für immer ein Vorbild für mich bleiben“, gab Nadal nach Spaniens sechstem Davis-Cup-Triumph zu Protokoll.

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von Florian Heer

Montag
25.11.2019, 11:50 Uhr
zuletzt bearbeitet: 25.11.2019, 13:19 Uhr

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