Wiedervorlage - Die Reformen für den Davis Cup ab 2018

Der Davis Cup ist ab 2018 umstrukturiert worden. Die größten Reformen betreffen indes die Weltzonen 1 und 2. Aber auch für die Teams in der obersten Etage gibt es Änderungen.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 02.02.2018, 13:02 Uhr

In der Weltgruppe wird auch 2018 erst am Sonntag gejubelt.

Immer mal wieder etwas Neues vom Davis Cup, aber den ganz großen Wurf hat sich die ITF dann doch noch nicht zugetraut. Die nun beschlossenen Änderungen betreffen in erster Linie die Welt Zonen 1 und 2, für die Davis-Cup-Teams in der Weltgruppe ändert sich vor allem eine Sache: Ab diesem Jahr dürfen die Kapitäne einen fünften Spieler in die Mannschaften berufen, was vor allem die Doppel-Spezialisten freuen sollte.

Die größten Bewegungen gibt es aber etwa für die österreichische Auswahl, die im kommenden Jahr zuhause gegen Weißrussland den nächsten Anlauf für eine Rückkehr in die oberste Etage anstrebt.

Für die Weltgruppe, und damit das deutsche Team, das zum Auftakt 2018 in Australien antreten muss, ebenfalls relevant:

Mehr Topspieler am Start?

David Haggerty, der Präsident des Weltverbandes ITF, erhofft sich von den Änderungen in erster Linie, mehr Topspieler dazu zu bewegen, im traditionsreichsten Mannschafts-Wettbewerb im Tennissport anzutreten. Aktuell lässt sich dazu festhalten, dass aus den Top ten immerhin Alexander Zverev, Dominic Thiem, David Goffin und Pablo Carrenno Busta am Start sind. Australian Open-Finalist Marin Cilic steht im kroatischen Aufgebot, wurde aber zumindest für Tag eins nicht nominiert.

Kritische Stimmen bleiben dennoch nicht aus, auch aus Deutschland: Dirk Hordorff, Vize-Präsident des Deutschen Tennis Bundes, gehen die Änderungen nicht weit genug, sein Verband hatte gefordert, dass die Umstrukturierung auch in der Weltgruppe seine Umsetzung findet.

Weniger Einnahmen, gleiche Kosten

Günter Bresnik, ehemals Davis-Cup-Kapitän Österreichs und augenblicklich Coach von Dominic Thiem bekennt sich indes zur Tradition, er fürchtet, dass der Wettbewerb zu Tode gedoktert wird.

Thomas Schweda, Geschäftsführer des Österreichischen Tennsiverbandes, sieht vor allem auch organisatorische Probleme. "Ich finde die Reformen und die Ideen eigentlich gut, aber die ITF hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt", so Schweda. Es sei gerade in Österreich schwierig, eine geeignete Halle zu finden - und dann fällt nun auch noch ein Tag mit Zuschauereinnahmen weg. Bei gleichbleibenden Kosten.

Stefan Koubek kann den Neuerungen durchaus viel abgewinnen: Zum einen könne man aufgrund der Best-of-Three-Matches am Freitag später beginnen - ein Service für die berufstätigen Fans. Für die Spieler falle der "fade" Samstag weg, kein Ruhetag also, vielmehr gibt es da schon die Entscheidung. Und damit auch die Möglichkeit, schon am Sonntag zum nächsten Turnier anzureisen. Für Koubek allerbeste Voraussetzungen, dass auch die Topspieler wieder ihre Liebe zum Davis Cup entdecken. Und: gerade für ein Land wie Österreich, das auf zahlreiche starke Doppelspieler zurückgreifen kann, kommt der fünfte erlaubte Mann im Team gerade recht.

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