Davis Cup: Umzug mit Zukunft

Madrid oder Málaga– Hauptsache Davis Cup Finals? Nach zwei Jahren in der spanischen Hauptstadt ist das Endturnier des „World Cup of Tennis“ in diesem Jahr zum ersten Mal in Andalusiens zweitgrößter Metropole gelandet. Eine Entscheidung, die man nach Eindrücken vor Ort in dieser Woche durchaus begrüßen darf.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 29.11.2022, 18:04 Uhr

Jan-Lennard Struff jubelt in Málaga
© Florian Heer
Jan-Lennard Struff jubelt in Málaga

Abgesehen von der Suche nach dem richtigen Format, den Querelen zwischen dem Weltverband ITF, den Veranstaltern von Kosmos Tennis und der ATP stand auch der Austragungsort immer wieder in der Kritik. Eine richtige Stimmung konnte – vielleicht mit Ausnahme der Matches mit spanischer Beteiligung - weder bei der Premierenausgabe des neuen Events im Jahr 2019 noch im Anschluss an die Pandemie-Zwangspause im Jahr 2021 erzeugt werden. Mangelnde Akzeptanz bei den Fans und die kühle Atmosphäre in der Caja Mágica, die durch ihre Architektur und ausgedehnte VIP-Boxen am Spielfeldrand es schwer macht den Funken von den Tribünen auf den Court überspringen zu lassen.

Von Madrid nach Málaga

Nun also fiel die Wahl der Veranstalter auf den Palacio de Deportes Martín Carpena knapp 530 Kilometer südlich von Madrid gelegen. Die Multifunktionsarena mit einer Kapazität von mehr als 10.000 Plätzen im Süden Malagas dient normalerweise dem hiesigen Basketballverein als Sportstätte.

Der Palacio de Deportes de Málaga wurde im Jahr 1999 eingeweiht. Ein Jahr später erhielt sie den Namen des Politikers José Maria Martín Carpena der spanischen Volkspartei Partido Popular, der im Juli 2000 Opfer eines Attentates der baskischen Untergrundorganisation ETA wurde.

Deutsche Mannschaft mit positivem Fazit

„Ich fand die Stimmung cool heute“, erklärte Jan-Lennard Struff im Anschluss an seinen Dreisatz-Erfolg über Denis Shapovalov in Deutschlands Viertelfinalpartie gegen Kanada, die von knapp 9.000 Zuschauern am vergangenen Donnerstagabend besucht wurde. „Unsere Leute als auch die kanadischen Fans haben viel Alarm gemacht. Das Stadion wirkte gut gefüllt. Auch die Stimmung bei den anderen Matches habe ich als sehr gut wahrgenommen. Das Event macht Spaß. Die Arena ist cool, das Hotel ist gut und alles ist gut organisiert.“

Durch die Austragung der Zwischenrunde in Hamburg im September konnten trotz spärlichen Besuchs am Rothenbaum in diesem Jahr zumindest einige Begegnungen vor heimischer Kulisse ausgetragen werden.

„Der Wettbewerb hat sich in den letzten Jahren immer wieder verändert. Für uns war es natürlich schön in Hamburg spielen zu können. Das Heimspiel hat uns gepusht. Ich weiß nicht, wie es in den nächsten Jahren weiter gehen wird. Auch wenn es spät im Kalender ist, insgesamt ist es aber ein cooles Event“, konstatierte Struff.

„Wenn wie hier alle Mannschaften an einen Ort kommen, hat es auch seinen Reiz“, gab Tim Pütz zu Protokoll. „Traditionelle Heim- und Auswärtsspiele empfand ich jedoch als ein besseres Format. Jetzt ist es kürzer, was auch von Vorteil ist, bezogen auf unseren vollen Turnierkalender. Man gibt sich hier große Mühe. Man muss jedoch ein wenig abwarten, bis sich ein neues Davis-Cup System etabliert hat. Aber allen Spielern wird man es am Ende wohl nie recht machen können.“

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