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Dominik Jaros meldet sich zurück im Aufstiegskampf

Dominik Jaros hat sich nach seiner sonntägigen Auftaktniederlage bei der 33. Auflage der HTT Finals ...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 29.11.2023, 14:18 Uhr

Dominik Jaros hat sich nach seiner sonntägigen Auftaktniederlage bei der 33. Auflage der HTT Finals 2023 im UTC La Ville, am gestrigen Dienstag Abend mit einem überraschend deutlichen 6:1, 6:2 Kantersieg über HTT Erste Bank Open 500 Sieger Alexander Rieger im Aufstiegskampf um den zweiten Platz in Gruppe A zurück gemeldet. Vorzeitig für das Semifinale beim HTT Saisonfinale im Union Tennis Center La Ville hat sich indes Titelverteidiger Rene Gräflinger qualifiziert, der mit einem souveränen 6:0, 6:3 Erfolg über Nordmazedoniens Youngster Tarik Mustafic auch sein zweites Vorrundenspiel siegreich absolvierte, und seine HTT-Siegesserie auf 12 Matches ohne Niederlage weiter ausbaute. Ein Bericht von C.L

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HTT Youngsters Rieger und Mustafic zahlen Lehrgeld

Die Youngsters im elitären Achterfeld der HTT-Finals mussten am gestrigen vierten Spieltag des 158igsten und letzten HTT Turniers 2023 mal so richtig ordentlich Lehrgeld bezahlen. Tarik Mustafik und Alexander Rieger kamen gegen die routinierte Gegnerschaft in Person von Rene Gräflinger und Dominik Jaros brutalst unter die Räder, wobei vorallem der spätabendliche Auftritt von HTT Erste Bank Open Sieger Alexander Rieger gewaltig große Rätsel aufgab. Der Ersatzmann für den krank ausgefallenen Vladimir Vukicevic, der noch Ende Oktober im Rahmen des sensationell besetzten HTT Erste Bank Open Events reihenweise die HTT Superstars über die Klinge springen ließ, präsentierte sich bei seinem ersten Auftritt am La Ville-Centercourt in erschreckend schwacher Form, und am Ende auch nicht stilgerecht, was Leidenschaft und Einstellung für so ein außergewöhnliches Event wie die HTT Finals erwarten lässt. Das Dilemma nahm früh im ersten Satz seinen Lauf, als sich Rieger im zweiten Aufschlagspiel trotz drei abgewehrter Break-Chancen mit den ersten beiden von insgesamt 12 Doppelfehlern den ersten Aufschlagverlust leistete. Was gegen einen Service-Giganten wie Dominik Jaros auch ins Auge gehen kann. Am Ende des ersten Satzes war es die Effektivität was die ersten Aufschläge angeht, und auch entscheidend, wie die beiden HTT Top Ten Stars unterschiedlich mit ihren vorhandenen Break-Chancen umgegangen waren.

Jaros darf weiter vom Semifinale träumen

Im zweiten Satz wurde das Thema Effektivität beim Aufschlag noch schlagender. Rieger versemmelte seine Aufschlagspiele reihenweise mit einer kaum zu glaubenden und über Gebühr laufenden Doppelfehler-Produktion, während Jaros seine drei Service-Games souverän gestaltete und allesamt problemlos gewann. Ungeschickt stellt sich der 32jährige auf dem Weg zu seinem zweiten HTT Finals-Karriere-Einzelsieg nur einmal in diesem zweiten Satz an, als er im vierten Game nicht weniger als acht Break-Chancen teils mit schlampig gespielten Returns verjuxte. Ansonsten war das ein seriöser Auftritt von Jaros, mit dem er sich zurück im Aufstiegsrennen um das Semifinale beim HTT Saisonfinale meldete, und der auch Ranglistentechnisch für 200 Punkte gut war. Und während sich Rieger nach seinem zwölften und letzten Doppelfehler grußlos vom Acker sprich vom Centercout machte, und die HTT-Presse unbeachtet links liegen ließ, stellte sich Dominik Jaros den Fragen beim obligaten On Court Interview, und zeigte sich trotz des klaren Erfolges über den HTT Erste Bank Open Champion nicht ganz zufrieden. “Es war im Großen & Ganzen ok, aber noch nicht das, was ich mir vorstelle”, betonte der 32jährige nach seinem fünften Sieg über Rieger im fünften direkten Duell, mit dem er weiter vom ersten Semifinaleinzug bei den HTT Finals träumen darf.

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Gräflinger weiter souverän, aber was war mit Tarik Mustafic los?

Weiter in der Erfolgsspur rast auch Vorjahressieger Rene Gräflinger in Gruppe A in Richtung erfolgreicher Titelverteidigung. Der Ranglisten-Erste aus Kärnten deklassierte am frühen Dienstag Abend Vukicevic-Bezwinger Tarik Mustafik aus Nordmazedonien in nur 56 Minuten mit 6:0, 6:3, und ist damit nach Damian Roman als zweiter Spieler vorzeitig in die Vorschluss-Runde des prestigeträchtigsten aller HTT-Hallenturniere im UTC La Ville eingezogen. Der niemals in Frage stehende Kantersieg Gräflingers bescherte dem topgesetzten 38jährigen schon vor dem letzten Spieltsag in Gruppe B am morgigen Donnerstag den Gruppensieg, womit er im Kampf um sein zweites HTT-Finals-Endspiel auf den Sieger der heutigen Partie zwischen Martin Zehetner und Luka Sekulic treffen wird. Tarik Mustafik muss derweil hingegen gegen Dominik Jaros in ein sogenanntes Entscheidungsspiel, in dem er sich aber im Vergleich zu seinem sportlich höchst erbärmlich ausgefallenen Match gegen Gräflinger ganz ganz gewaltig wird steigern müssen. Denn – man muss es so offen aussprechen – sein zweiter Finals-Auftritt am Dienstag Abend glich einer Offenbarung an Hilflosigkeit. Von einem Spieltag auf den nächsten, war aus dem gegen Vukicevic noch höchst solide spielenden Youngster ein völlig orientierungsloser und mit der großen Bühne “HTT Finals” total überforderter Prügelknabe geworden.

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Ratloser Mustafic über eigene Leistung entsetzt

Mustafik hat am Abend des vierten HTT Finals-Spieltages – natürlich nur rein sportlich betrachtet –  die Dresche seines Tennislebens bezogen. Der 21jährige stand gegen die neue HTT Nr. 1 vom ersten Ballwechsel an völlig neben sich und bald auf verlorenem Posten. In nur 21 Minuten hatte Gräflinger mit 6:0 klar Schiff gemacht, sich nur zwei unerzwungene Fehler erlaubt und mit starken Returns alle seine drei Break-Chancen auf Anhieb genützt. Mustafic hingegen erlebte vor den Augen seiner immer wieder aufmunternd Beifall spendenden Fans die schlimmsten 20 Minuten seiner Tenniskarriere, die er selbst mit 22 unerzwungenen Fehlern gruselig gestaltete. Im zweiten Satz hatte die Kärntner Solo-Show für einige Minuten Pause, also sich Mustafic kurz aus dem Grauen befreite, und ein paar Minuten sein Können und Potential zeigte. Immerhin hielt der nordmazedonische Jungstar die Partie zumindest ergebnistechnisch offener, ein zweiter Vorrundensieg lag aber völlig außer Reichweite, und so musste sich der 21jährige nach nur 56 Minuten und einem letzten Doppelfehler mit 0:6 und 3:6 geschlagen geben. Dementsprechend ratlos stand er dann bei der abschließendenn PK den Fragen des HTT Veranstalters gegenüber. “Ich kann nicht sagen, warum das heute so gelaufen ist. Ich weiß es schlichtweg nicht. Ich wäre eigentlich froh, wenn ich eine Erklärung hätte. Vielleicht war es die Nervosität. Aber ich lasse den Kopf jetzt nicht hängen, und werde mich im letzten Match voll reinhauen”, so Mustafik.

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Gräflinger stellt im Head to Head mit Mustafic auf 5:0

Rene Gräflinger hingegen surft weiter auf einer gigantischen Welle des Erfolges, ist nach seinem Kantersieg über Msuatfic bei den Finals seit 5 Spielen, insgesamt sogar seit 12 Matches auf der HTT unbesiegt, und baute auch einen persönlichen Rekord aus, der klar dokumentiert, welche Konstanz den Ranglisten-Ersten aus Ferlach mittlerweile auszeichnet. Bei allen 15 Turnierstarts 2023 mindestens im Semifinale, saisonübergreifend sogar 17 Mal im Folge Halbfinale, der 38jährige steht höchst verdient dort wo er aktuell eben steht, nämlich ganz oben im HTT Computer-Ranking. Sein drittes HTT Finals-Semifinale nach 2019 und 2022 kommentierte die Nummer 1 des Turniers dann gewohnt ruhig und sachlich. “Es war grundsätzlich ganz gut, besonders zufrieden bin ich heute mit meinem Slice, der hat mich öfters aus der Bredouille gerettet. Wenn es so weitergehen würde, wäre das toll. Ich habe aktuell wirklich ein gutes Gefühl mit Vorhand und Rückhand”, so der 38jährige, der sich mit seinem fünften Sieg im fünften Duell mit Mustafic auch endgültiig als Angstgegner der nordmazedonischen Nummer 1 etabliert hat.

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von Claus Lippert

Mittwoch
29.11.2023, 13:57 Uhr
zuletzt bearbeitet: 29.11.2023, 14:18 Uhr