Doppel auf der ATP-Tour: Stets guter Sport, oft vor trauriger Kulisse
Wenn nicht gerade Lokalmatadore am Start sind, dann sind die Ränge bei Doppel-Matches auf der ATP-Tour oft eher spärlich besetzt.
von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet:
06.08.2025, 14:13 Uhr

Im Doppel kann alles ganz schnell gehen - in jede Richtung. Und also hatten Tim Pütz und Kevin Krawietz im ersten Satz gegen Lloyd Glasspool und Julian Cash Chancen auf das erste Break des Matches im Halbfinale von Toronto. Diese bleiben ungenutzt, stattdessen schlugen die beiden Briten im nächsten Spiel zu. Zeugen dafür? Herzlich wenige. Denn die Idee, dieses Match auf dem Center Court anzusetzen, mag vom Grundsatz her ja in Ordnung gewesen sein. Aber die maximalst schütter besetzten Ränge waren eines 1000er-Events nicht würdig.
Dann halt raus auf den Grandstand, da hätten wohl ebenso viele Leute das Match mitverfolgt, aber eben dichter gedrängt.
Volle Tribünen in München oder Kitzbühel
Kevin Krawietz und Kevin Pütz kennen das natürlich auch anders. Zum Beispiel aus München, wo sie nicht nur im Endspiel (das sie gegen Sam Verbeek und Andre Göransson verloren), sondern auch schon in der Vorschlussrunde vor fast vollen Tribünen spielten. Lokalmatadore ziehen natürlich immer, das hat man auch zuletzt in Kitzbühel gesehen, wo Neil Oberleitner und Joel Schwärzler trotz widriger Umstände die Fans ins Stadion lockten.
Ob es nun in Toronto anders ausgeschaut hätte, wenn etwa Denis Shapovalov und Félix Auger-Aliassime eines der Doppel in der Vorschlussrunde abgegeben hätten?
Eine allgemein gültige Lösung für dieses „Problem“ gibt es natürlich nicht. Lokalkolorit als zwingender Bestandteil der späteren Phase einer Doppel-Konkurrenz wird sich eher schwer umsetzen lassen.
Umso gespannter darf man in wenigen Tagen auf die US Open blicken. Dort wird sich zeigen, ob die Topstars im Einzel auch im Paarlauf in der Lage sind, die Massen in ein (im Falle von New York City sogar: zwei) Stadion zu bewegen. Noch dazu, wenn dieses Doppel ein gemischtes ist.
