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Doppelspieler Artem Sitak stellt klar: "Wussten, worauf wir uns einlassen"

Bei einigen Spielerinnen und Spielern kochten die Emotionen nach Bekanntwerden der Komplett-Quarantäne hoch. Hätte man davon gewusst, wäre man womöglich nicht angereist, polterten einige. Doppelspieler Artem Sitak stellte nun klar: Man hatte davon gewusst - oder hätte es wissen können.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 18.01.2021, 12:27 Uhr

Artem Sitak
© Getty Images
Artem Sitak

Der Schock saß tief bei einigen Spielerinnen und Spielern, als ihnen gewahr wurde, was die kommenden 14 Tage auf ihrem Programm steht: nämlich nichts. Gleich mehrere Flüge nach Australien brachten positive Corona-Tests hervor, die Folge: 14 Tage Komplett-Quarantäne für die mitgereisten Passagiere, ohne die geplanten fünf Stunden pro Tag, die im Melbourne Park zum Training/Fitmachen/Essen genehmigt waren./

Hätten sie um dieses Risiko gewusst, so einige Spielerinnen und Spieler sinngemäß - unter ihnen Paula Badosa, Marty Kostyuk und Yulia Putintseva -, sie hätten es sich zwei Mal überlegt, nach Australien zu fliegen.

"Wochenlanges Training und harte Arbeit sind also umsonst, weil in einem zu drei Vierteln leeren Flugzeug eine Person COVID-positiv getestet ist. Sorry, aber das ist Wahnsinn", twitterte Alizé Cornet.

Zur Klarstellung verdeutlichten einige: Nein, es gehe nicht um die Hotel-Quarantäne, sondern um die Wettbewerbsfähigkeit, nach dann nur noch einer Woche Akklimatisierung und Training ein Grand-Slam-Turnier zu spielen. Womöglich gegen Profis, die eben Trainingsmöglichkeiten haben werden. Belinda Bencic: "Wir beklagen uns nicht darüber, in Quarantäne zu sein. Wir beklagen uns wegen ungleicher Trainings- und Spielbedingungen vor ziemlich wichtigen Turnieren."

Artem Sitak: Beim Call waren nicht viele Spieler dabei

Die große Frage: Hatten die Spieler tatsächlich nicht um die Möglichkeit gewusst, was im Zweifel auf sie zukommen könnte? Nein, stellte der neuseeländische Doppelprofi Artem Sitak in einem Video klar. "Wir hatten ein Telefonat mit Tennis Australia, ungefähr vor einem Monat. Da waren nicht viele Spieler dabei, was mich überrascht hat. Tennis Australia hat uns hier auf die Risiken hingewiesen, die wir eingehen. Und sie haben erwähnt, dass es, sollte auf dem Flug jemand positiv getestet werden, Sache der Gesundheitsbehörden sei, ob die gesamten Passagiere isoliert werden oder nur ein Teil davon." In seinem Fall sei ein Flugbegleiter positiv getestet worden, "und da muss natürlich die gesamte Besatzung in Quarantäne gesetzt werden", so der 34-Jährige.

Spätestens nach dem Gespräch habe man doch gewusst, wie strikt die australische Regierung mit dem Virus umgehe. "Ich hatte mich darauf eingestellt, dieses Risiko einzugehen, ich wusste, dass das eine Möglichkeit ist."

Cornet entschuldigt sich für ihren Tweet

"Man müsse alles ins Verhältnis setzen", so Sitak weiter. "Viele Australier können nach wie vor nicht nach Hause. "Und wir, als Ausländer, mehr als 1.000 Leute, sind in Australien, dürfen ein Grand-Slam-Turnier spielen, verdienen viel Geld. Die Masse an Arbeit, die Tennis Australia hierfür geleistet hat, ist absolut verrückt, ich kann mir das gar nicht vorstellen. Wir können froh sein, dass wir hier sind."

Nach dem ersten Schock scheint indes auch bei anderen Profis ein Einordnung um die Lage anzukommen. Alizé Cornet hat ihren Tweet mittlerweile gelöscht und sich bei den Australiern entschuldigt. "Eure Reaktion über diesen taktlosen Kommentar hat mir klargemacht, was ihr letztes Jahr durchgemacht habt und wie sehr ihr gelitten habt. Ich hätte besser meinen Mund gehalten."

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von Florian Goosmann

Montag
18.01.2021, 14:25 Uhr
zuletzt bearbeitet: 18.01.2021, 12:27 Uhr