Erste Bank Open: Herwig Straka - "Das tut schon sehr weh"

Erste-Bank-Open-Turnierdirektor Herwig Straka muss nach den am Montag von der österreichischen Bundesregierung verkündeten Maßnahmen erneut umplanen. Was das für den Erste-Bank-Open-Boss genau bedeutet, gab er in einem Interview auf SchauTV bekannt.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 20.10.2020, 13:58 Uhr

Herwig Straka bei einem Pressegespräch
© GEPA
Herwig Straka hat es derzeit alles andere als leicht

Aus rein sportlicher Sicht hätte es für Wiens Turnierdirektor Herwig Straka in diesem Jahr kaum besser laufen können: Gleich sieben Top-Ten-Spieler werden den Weg in die österreichische Bundeshauptstadt finden, als Sahnehäubchen gibt es zudem den Auftritt des Weltranglistenersten Novak Djokovic obendrauf. 

Es könnte also alles so schön sein, wenn da nicht das derzeit über allem schwebende Coronavirus wäre. Fast überall auf der Welt steigen die Infektionszahlen wieder an, auch in Österreich wurden in den vergangenen Tagen regelmäßig neue Höchstwerte verzeichnet. Aus diesem Grund verkündete die Regierung rund um Bundeskanzler Sebastian Kurz am heutigen Montag weitere Verschärfungen.

Für Indoor-Events wie das Turnier in der Wiener Stadthalle gilt ab Freitag eine Obergrenze von 1.000 Personen. Zudem gilt für Zuschauer während der gesamten Veranstaltung MNS-Pflicht, das Verabreichen von Getränken und Speisen ist verboten. Darüber hinaus müssen alle Anwesenden auf zugewiesenen Plätzen sitzen.

Straka muss keine Tickets zurücknehmen

Straka hatte angesichts der schlechten Entwicklung bereits mit weiteren Maßnahmen spekuliert. "Die Kapazität wurde in den letzten Wochen immer wieder reduziert. Von ursprünglich 5.000 auf 2.500, dann 1.500 und nachdem in den letzten Wochen vorauszusehen war, dass sich die Dinge nicht verbessern, sondern eher verschlechtern, haben wir uns auf den Worst Case vorbereitet und schon damit gerechnet, dass es noch einmal weniger werden wird", sagte der Erste-Bank-Open-Boss gegenüber SchauTV.

Aus diesem Grund hätte man auch nicht alle Tickers verkauft: "Insofern ist es aus finanzieller Sicht eine äußerst unerfreuliche Situation, organisatorisch ist es zum Glück so, dass wir noch keine Karten zurücknehmen müssen. Wir können aber keine zusätzlichen Tickets mehr verkaufen - das tut schon sehr weh."

Dennoch werden Straka & Co. in den Tagen von Wien bis zu 2.000 Zuschauer pro Tag begrüßen. Denn erstmals in der Geschichte des Turniers gibt es Day-und Night-Sessions. Der Steirer führt für diese Entscheidung zwei Gründe an: "Einerseits, damit mehr Leute zuschauen können und andererseits, dass man maximal drei bis vier Stunden in der Halle ist. Das ist auch mit dem Mund-Nasenschutz und ohne Gastronomie erträglich."

Köln soll sich nicht wiederholen

Dass die Kontakte zwischen Spielern und Fans in diesem Jahr nicht wie gewöhnlich ablaufen, liegt auf der Hand. Man habe sich aber viel - wie beispielsweise eine virtuelle Autogrammstunde - einfallen lassen, betonte Straka. Die Sicherheit und Gesundheit aller Anwesenden hätten aber natürlich höchste Priorität.

Dass Wien ein ähnliches Schicksal wie dem Turnier in Köln, als von einem Tag auf den anderen keine Zuschauer mehr zugelassen wurden, blüht, erwartet Straka nicht: "Ich hoffe, dass es mit der für uns sehr einschneidenden und unvorteilhaften Verordnung erledigt ist und wir während der Erste Bank Open mit keinen Überraschungen rechnen müssen. Eine weitere Restriktion würden wir nicht verstehen." Die Stadthalle sei ab dem Qualifikationsbeginn am 24. Oktober aufgrund der Tests und des Präventionskonzeptes ohnehin einer der sichersten Plätze in Österreichs Hauptstadt.

Nadal kommt nicht nach Wien

Abgesehen von der angekündigten Verordnung der Bundesregierung musste Straka einen weiteren Rückschlag hinnehmen. French-Open-Champion Rafael Nadal wird nicht in Wien in Wien spielen. "Wir haben am Ende der letzten Woche gesprochen. Er wird nicht kommen", so Straka.

Doch auch ohne den Spanier sei es das "schwierigste Turnier der gesamten Saison". "Ab der ersten Runde muss man mit der Nummer zwölf als Erstrundengegner rechnen", erläuterte Straka. Dieses Schicksal könnte auch Dominic Thiem drohen. Der Österreicher fühle sich vor dem Saisonendspurt gemäß Straka aber "voll motiviert" und möchte seinen Titel in Wien verteidigen.

Ganz so stimmungsvoll wie im vergangenen Jahr wird es heuer in der Stadthalle wohl nicht werden, dennoch könne eine gute Atmosphäre entstehen. "Das haben wir bei den French Open gesehen", meinte Straka, der den Fans trotz der Corona-Pandemie eine tolle Turnierwoche verspricht: "Mit dem Starterfeld ist es auch so ein Genuss, nur zuzuschauen und keine Autogramme zu bekommen."

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von Nikolaus Fink

Montag
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zuletzt bearbeitet: 20.10.2020, 13:58 Uhr

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