Fehler im System: Zverev vermasselt US-Open-Generalprobe

Alexander Zverev verpatzt auch seine Generalprobe für die US Open. Das frühe Aus in Cincinnati ist kein Drama - wohl aber eine Warnung.

von SID
zuletzt bearbeitet: 20.08.2026, 11:27 Uhr

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Nach dem Aus in Cincinnati geht die Blickrichtung von Alexander Zverev auf die bevorstehenden US Open.

Nach einer wilden Achterbahnfahrt durch Regen, Frust und vergebene Chancen war Alexander Zverev restlos bedient. Der French-Open-Champion rupfte sein Stirnband aus der Blondmähne, gratulierte seinem Bezwinger Tommy Paul mit gequältem Lächeln und verschwand schleunigst in den Katakomben des P&G Center Court von Cincinnati. Statt mit einem guten Gefühl reist Zverev mit einem dicken Fragezeichen über dem Kopf zu den US Open - die verpatzte Generalprobe offenbarte generelle Probleme.

"Ich will mich bereit machen für die US Open, mich wieder in Bestform bringen", hatte Deutschlands bester Tennisspieler vor dem Masters-Turnier im Süden Ohios als Ziel ausgegeben. Nach der 6:4, 6:7 (6:8), 4:6-Achtelfinalpleite gegen den US-Amerikaner lässt sich festhalten: Anderthalb Wochen vor dem Start des letzten Grand-Slam-Turniers dieser für ihn so erfolgreichen Saison scheint Zverev weder bereit noch in Bestform - schon zwei Wochen zuvor war er beim Montreal-Masters an Auftaktgegner Tallon Griekspoor gescheitert.

Wie damals war die Niederlage höchst vermeidbar. Der lange Zeit sehr fokussierte Zverev ließ sich auch von einer anderthalbstündigen Regenpause nicht aus dem Konzept bringen, hatte im Tiebreak des zweiten Satzes Matchball, führte im Entscheidungssatz 4:2. Eigentlich kann ein funktionierender Zverev dieses Match nicht verlieren, dieser Zverev konnte es.

Eigentlich ärgerlich: Den einen "Angstgegner" Taylor Fritz hatte Zverev nach zuvor sieben Niederlagen in Serie im Viertelfinale von Wimbledon deklassiert. Nun wird Tommy Paul zunehmend zum Ärgernis - es war Zverevs dritte Niederlage im vierten Duell gegen den unbequem zu spielenden 24. der Weltrangliste.

"Ich weiß selber nicht, wie ich das geschafft habe", sagte Paul, um die Antwort gleich mitzuliefern: Zverevs Fehler hätten ihm am Leben gehalten, vor allem dessen moribunder zweiter Aufschlag. "Tonnenschwer", so Paul, habe das geholfen. Zudem: "Ich hatte einen Riesenspaß da draußen." Zverev hingegen sah regelmäßig nach dem genauen Gegenteil aus.

Was heißt dies nun für Flushing Meadows? Nicht zwingend viel. Das ist nämlich die andere Sache. Bei den über zwei Gewinnsätze gespielten Matches der Hartplatz-Masters entscheidet das Momentum viel stärker als bei den Best-of-Five-Duellen der Grand-Slams - und Zverev hat oft gezeigt, dass er als Favorit auf der Langstrecke Matches umbiegen kann, in denen wenig für ihn läuft.

Zudem sagt gerade bei Zverev das Abschneiden bei den Hartplatz-Masters im US-Open-Anflug herzlich wenig aus: Vor seinem stärksten New-York-Auftritt, als er 2020 im Finale Dominic Thiem unterlag, war er in Cincinnati an Auftaktgegner Andy Murray gescheitert. 2025 stand er in Toronto wie Cincinnati im Halbfinale - und schied dann in New York bereits in der dritten Runde aus.

Das generelle Hauptproblem ist vielmehr, dass das Gesamtsystem Zverevs anders als bei seinen Grand-Slam-Großtaten in Paris und London derzeit nicht funktioniert. "Nicht wohl gefühlt" habe sich Zverev beim Hartplatz-Herantasten, sagte er. Aber: Das Gefühl in New York zu finden, ist viel entscheidender als ein Achtelfinal-Eindruck im Vorfeld.

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