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French Open: Muss Jannik Sinner wegen der Hüfte in Roland Garros passen?

Jannik Sinner steckt bzgl. eines Starts beim Grand-Slam-Turnier in Roland Garros in einem Zwiespalt. Auf der einen Seite besteht beim Südtiroler der Wunsch, nach einer weiteren Major-Trophäe zu greifen. Andererseits ist bei seiner Hüftverletzung absolute Vorsicht geboten.

von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet: 15.05.2024, 08:11 Uhr

Für Jannik Sinner ist der Start in Paris ein Wettlauf gegen die Zeit.
© Getty Images
Für Jannik Sinner ist der Start in Paris ein Wettlauf gegen die Zeit.

Wie die italienische „La Gazzetta“ berichtet, stufen die Ärzte die Hüftverletzung beim Australian-Open-Champion nicht als schwerwiegend ein, raten aber angesichts der Empfindlichkeit des Gelenks dennoch zur Vorsicht. Es handelt sich um eine traumatische Entzündung am Hüftgelenk, die sorgfältig behandelt werden muss, damit diese nicht chronisch wird. Letzten Freitag traf der 22-jährige in Turin bei J-Medical, dem medizinischen Zentrum des italienischen Rekordmeisters Juventus, ein. Abgeschirmt von der Öffentlichkeit arbeitet er dort unter besten Bedingungen mit seinem Team um Physiotherapeut Giacomo Naldi und Athletiktrainer Umberto Ferrara an der Rehabilitation.

Der Aufenthalt in Turin soll am heutigen Mittwoch enden, anschließend wird das Team nach weiteren Tests die aktuelle Situation bewerten und über eine eventuelle Weiterreise nach Paris entscheiden. Im Moment scheint die Wahrscheinlichkeit größer, dass der italienische Davis-Cup-Sieger auf das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres verzichten wird.

Einen Hauptgrund für einen Rückzug sieht er in der mangelnden Konkurrenzfähigkeit aufgrund des Trainingsrückstands. So erklärte er auf der Presse-Konferenz in Rom, wo er seinen Verzicht auf das Masters-Event in der italienischen Hauptstadt verkündete: „Wir werden meinen Zustand sorgfältig prüfen, wenn ich länger pausieren muss. Ich würde gerne jeden Tag und jedes Turnier spielen, weil ich Tennis liebe. Aber die Saison ist lang und es könnte kontraproduktiv sein, unvorbereitet zu einem Slam zu erscheinen.“

Immerhin könnte Sinner auch trotz einer Absage für Paris bei entsprechendem Abschneiden seiner Konkurrenten erstmalig den ersten Platz in der ATP-Weltrangliste erklimmen.

Roddick kritisiert ATP-Kalender

Für den ehemaligen Weltranglistenersten Andy Roddick ist die Häufung der Verletzungen beim letzten Masters-Event in Madrid kein Zufall. Wie der US-Open-Champion von 2003 in seinem Podcast „Served“ verdeutlicht, sieht er die Verletzungen bei Sinner und Alcaraz als Folge des übervollen ATP-Kalenders und der Ausweitung der Masters-Turniere auf zwei Wochen: „So wie der Kalender aktuell aufgebaut ist, tut er den Spielern absolut keinen Gefallen. Wann sollen die Spieler an ihren Körpern arbeiten? Früher konnte man mit Monte Carlo ein 1000er-Turnier auslassen und hatte einen Monat Zeit zum Trainieren. Das ist vorbei.“

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Mittwoch
15.05.2024, 08:02 Uhr
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