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French Open: Novak Djokovic entthront Rafael Nadal in Weltklasse-Halbfinale

Novak Djokovic ist Stefanos Tsitsipas ins Finale der French Open 2021 gefolgt: Der Weltranglisten-Erste schlug den 13-fachen Paris-Champ Rafael Nadal mit 3:6, 6:3, 7:6 (4) und 6:2.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 12.06.2021, 17:40 Uhr

Novak Djokovic
© Getty Images
Novak Djokovic

Novak Djokovic hat zum zweiten Mal im Laufe seiner Karriere gegen Rafael Nadal in Paris gesiegt - und das in beeindruckender Manier in einem der besten Matches der letzten Jahre./

3 Stunden und 38 Minuten. So lang (oder so kurz) sollten Rafael Nadal und Novak Djokovic eigentlich nur Zeit haben, um ihr Halbfinale auszutragen, zumindest mit Zuschauern. Denn ab 23 Uhr würde die „Curfew“ in Paris in Kraft treten, also die Ausgangssperre. Die beiden schienen sich von Beginn an nicht zu sehr drum zu scheren. Alleine 17 Minuten dauerten die ersten beiden Spiele, Nadal gewann (nach Abwehr von zwei Breakbällen) beide, führte dann doch schnell mit 5:0 und erinnerte damit an das French-Open-Finale in 2020: 6:0, 6:2 und 7:5 hatte er da Djokovic demontiert, obwohl auch hier der Beginn und das Ende umkämpft waren.

Nadal zieht schnell davon

Das Niveau? Von Anfang an hoch. Gleich zwei Stopp-Lob-Kombinationen gab‘s im ersten Spiel, einen Satzball holte sich Nadal mit einer Hommage an Mansour Bahrami und dessen Schmetterball-Vorhand-über-neben-der-Schulter-Gemisch. Djokovic konterte noch einmal, schaffte ein Rebreak. Und Nadal ließ weiter liegen, beim 5:3 und 40:0 donnerte er zwei Schmetterbälle auf den Djoker. Satzball Nummer sieben saß dann – nach einem, wir erwähnten es schon – hochklassigen ersten Durchgang.

Djokovic mausert sich zum besseren Spieler

Djokovic war aber im Kommen, holte sich das schnelle 2:0, aber Nadal glich aus (mit einem Rebreak zu null). Beim 4:2 für den Djoker das entscheidende Spiel, in dem beide mehrfach einiges liegen ließen. Hängen bleibt ein überragender Nadal-Passierschlag (wieder nach Stop-Lob-Kombi), Djokovic aber holte das 5:2 und kurz später den Satzausgleich. Fünf Breakchancen wehrte er hierbei in den letzten beiden Aufschlagspielen ab.

Weltklasse-Niveau in Satz drei

Djokovic packte die Sache nun klarer an, hielt Nadal mit der eigenen Vorhand auf dessen Rückhand. Das Break zum 3:2 gelang ihm ironischerweise durch einen Nadal-Stop, der im Netz hängenblieb. Aber Nadal konterte direkt, bestrafte Djokovics erneute Spielerei und schaffte das Rebreak mit einem Vorhand-Longline-Schuss aus der Defensive. Bitter: Er gab seinen Aufschlag im Anschluss im Nu und zu null wieder ab. Djokovic spielte durch bis zum 5:4 und 30:0, ließ dann eine Vorhand liegen – und dann kam Nadal: Rückhand-Passierschlag, Vorhand-Schleuder und das erneute Rebreak. Einen Satzball für Nadal beim 6:5 wehrte Djokovic mutig via Stop ab.

Im Tiebreak unterlief Nadal der entscheidende Fehler, als er am Ende eines laufintensiven Ballwechsels einen einfachen Volley verlegte, das Minibreak ließ sich Djokovic nicht mehr nehmen zur 2:1-Satzführung. Das Niveau des gesamten, 97 Minuten andauernden Durchgangs: überragend! Oder wie Andy Murray es formulierte: "Man kann kein besseres Sandplatztennis spielen als hier. Es ist perfekt."

Djokovic macht sechs Spiele am Stück zum Sieg

Die Zuschauer durften dann doch im Stadion bleiben – und sie sahen, wie Nadal mit 2:0 in Führung ging. Dann aber konterte Djokovic sofort wieder, schaffte seinerseits ein Break und zog mit 5:2 davon gegen einen angeschlagen wirkenden Nadal, der zwischenzeitlich eine kurze Behandlungspause wegen Problemen am Fuß nehmen musste. Djokovic beeindruckte das nicht: Er schaffte ein weiteres Break zum Sieg.

"Das war das beste Match, das ich hier jemals gespielt habe", sagte Djokovic im Anschluss. "Gegen Rafa muss man sein allerbestes Tennis spielen, ich habe heute mein allerbestes Tennis gespielt." Am Ende waren es 50 Winner bei Djokovic bei 38 Fehlern ohne Not - Nadal gelangen 48 Gewinnschläge bei am Ende zu vielen unerzwungenen Fehlern mit 55.

Nadal: "Kein Drama draus machen"

Für Nadal war es erst das dritte Match überhaupt, das er bei den French Open verlor, nach seinen Niederlagen 2009 gegen Robin Söderling und 2015 gegen Djokovic. Seine Bilanz in Paris nun: 105:3.

"Glückwunsch an ihn, er hat mich in einem guten Kampf geschlagen", sagte Nadal anschließend. "Heute war nicht mein Tag." Und fügte an: "Es ist kein Moment zur Freude. Aber auch keiner, um ein Drama draus zu machen. Man kann auch mittendrin sein."

Djokovic hat am Sonntag die Chance auf seinen zweiten Sieg in Roland Garros nach 2016. Gegner dort: Stefanos Tsitsipas, der am frühen Abend gegen Alexander Zverev in fünf Sätzen gewonnen hatte.

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