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Frenkli Qarri holt 250. internationalen HTT-Titel der Geschichte

Albaniens Jungstar Frenkli Qarri hat am Dienstag Nachmittag im Endspiel des 17. April HTT 250 Turnie...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 06.05.2022, 03:18 Uhr

Albaniens Jungstar Frenkli Qarri hat am Dienstag Nachmittag im Endspiel des 17. April HTT 250 Turniers für den 250igsten internationalen Turniersieg der HTT Geschichte gesorgt. Der 17jährige aus Tirana besiegte am La Ville Centercourt “Lance Lumsden” den gleichaltrigen Deutschen Milan Volbert nach einer Stunde und vierzehn Minuten Spelzeit mit 6:4, 6:3, und hat damit schon beim dritten Turnierstart seines Comebacks nach einer im Winter erlittenen Knieverletzung, den Sprung zurück in die Siegerlisten geschafft. Ein Bericht von C.L

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Qarri mit einem ganz besonderen Titel beim 960. Sandplatz-Event der HTT Geschichte

Es waren Emotionen pur nach einem kuriosen Matchball. Erst nachdem beide Spieler den Ballabdruck einer Volbert-Rückhand beim Matchball “gecheckt hatten”, stand der bislang größte Triumph in der HTT Karriere des Frenkli Qarri fest. Danach gab es innige und herzliche Umarmungen mit seiner im Publikum sitzenden und auf Wien-Urlaub befindlichen Familie. Ja, dieser 3. Mai 2022 war in der Tat ein ganz besonderer Tag für den frischgebackenen April HTT 250 Champion aus Albanien. Den bislang wichtigsten Titel seiner Laufbahn vor den Augen seiner Familie zu gewinnen, dazu das früher als erwartet eingetretene Erfolgserlebnis nach der im Winter erlittenen Verletzung, und dann auch noch quasi als “Auserwählter” den 250igsten Turniersieg der so großartigen internationalen HTT Community einzufahren, das war des Guten fast zu viel. Am Ende stand Qarri nach Chris Lankinen aus Finnland (2005), Filip Vladkov aus Bulgarien (2006), Stanislav Perepelkin aus Russland (2007) und Elias Steinbichl aus Schweden (2019) als fünfter internationaler Sieger dieses Turniers fest, und das obwohl im Vorfeld aufgrund der langwierigen Verletzung und mangelnder Form nicht unbedingt mit dem Teenager aus Tirana zu rechnen war. Und auch die Anfangsphase des Endspiels beim 960. Sandplatz-Event der HTT Open Era ließ nicht unbedingt auf einen albanischen Turniersieg schließen.

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Volbert gibt Satz 1 trotz 2:0 Führung nach 41 Minuten mit 4:6 ab

Beiden Spielern war die Anspannung und Nervosität angesichts ihres jeweils ersten Finalauftritts auf HTT 250er-Ebene deutlich anzumerken. Qarri erwischte einen totalen Fehlstart, lag rasch mit früh kassierten Break 0:2 zurück, und auch Volbert “wackelte” bei seiner Final-Premiere auf 250er-Niveau mit einem prompt eingehandelten Re-Break zum 2:2. Bitter wurde es aus Sicht des deutschen Youngsters Minuten später, als er bei eigenem Aufschlag nicht weniger als drei Spielbälle zum 4:4 ungenützt ließ, ehe er nach voll gemachtem halben Dutzend an Doppelfehlern mit einem weiteren Break zum 3:5 konfrontiert war. Selbst einen neuerlichen Aufschlagverlust Qarris zum 4:5 vermochte Volbert nicht zu seinen Gunsten zu nützen. Zu Null musste der 17jährige vom Alt Erlaaer TC ein viertes Mal im ersten Durchgang sein Service abgeben, damit war nach 41 Minuten der Verlust des ersten Satzes mit 4:6 besiegelt.

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Frenkli Qarri mit der Energie seiner angereisten Familie

Im zweiten Satz stagnierte das Niveau des Teenager-Finales am Centercourt Lance Lumsden weiter. Im 54igsten rein internationalen Endspiel der HTT Geschichte wartete man vergeblich auf spielerische Highlights, dazu waren beide Akteure an diesem sonnigen Frühsommer-Nachmittag im UTC La Ville nicht stark und schon gar nicht konstant genug. Volbert legte eine Bruchlandung beim Aufschlag hin, konnte in neun Service-Games nur zwei Mal seinen Aufschlag durchbringen, und fabrizierte zudem schrecklich anzusehende 11 Doppelfehler. Mit 42 unforced errors bei nur 22 Winnern lieferte der Deutsche  eine trostlose Bilanz und eine fatale Statistik ab, mit der man auf HTT 250er-Ebene nie und nimmer reüssieren kann. Überragend fielen auch die statistischen Werte des Siegers nicht aus, am Ende reichte ein Break im zweiten Satz mehr, und zwar jenes zum 5:3 für Qarri, der kurz darauf das Spiel heimservierte, und den dritten Turniersieg seiner HTT Laufbahn fixierte. Nach dem traumhaften Debüt im Herbst letzten Jahres, und dem ersten Dämpfer mit der im Winter erlittenen Knie-Verletzung, feierte Qarri am Dienstag Nachmittag also ein traumhaftes Comeback, das er auch dementsprechend bejubelte. “Ich hätte mir nicht träumen lassen, so kurz nach meiner Verletzung ein Turnier gewinnen zu können. Nach meinem Sieg in Runde 1 habe ich gemerkt, da könnte mehr gehen. Ich habe mein Bestes gegeben, und nachdem im Semifinale meine Eltern auf Besuch gekommen sind, hatte ich fortan eine tolle und wichtige Untersützung. Sie haben mir viel Energie und ein gutes Gefühl auf dem Platz gegeben. Milan und ich hatten heute in unserem ersten Finale auf 250er-Ebene viel Druck und leider haben wir auch sehr viele Fehler gemacht. Mir fehlt derzeit auch einiges an Training. Ich muss auf jeden Fall weiterarbeiten um besser zu werden. Danke an alle die mich heute unterstützt haben”.

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Milan Volbert als schwarz-rot-goldene HTT Hoffnung der Zukunft

Tennis-Deutschland hat hingegen mit Milan Volbert wieder einen jungen aufstrebenden HTT-Spieler, der einen durchaus optimistischen Blick auf die Zukunft zulässt. Der 17jährige gilt als der Hoffnungsträger, um schon bald wieder schwarz-rot-goldene Glanzzeiten wie in den späten 2000er und frühen 2010er-Zeiten mit Robin Douglas und Jan-Philip Hupasch bejubeln zu dürfen. Der Dienstag Nachmittag kam für Volbert aber noch um die Spur zu früh, um in die Fußstapfen der legendären germanischen HTT-Helden zu treten. Mental überfordert schlitterte der 17jährige in eine finale Niederlage, die er später bei der PK so erklärte: “Grundsätzlich überwiegt heute die Enttäuschung über meine spielerische Leistung. Das war leider viel schlechter als gestern im Halbfinale. Es hat sich heute vom ersten Game an komisch angefühlt, obwohl ich 2:0 in Führung lag. Mir fehlte heute einfach der Zug am Ball. Trotzdem war es ein gutes Turnier, in dem ich über weite Strecken Leistung gezeigt habe. Der Trend geht weiter aufwärts, und ich werde hart an meinem Spiel arbeiten. Speziell beim Service habe ich einiges zu verbessern, das hat der heutige Tag gezeigt”, so der 17jährige. Immerhin gab es als Belohnung für ein toll gespieltes Turnier den erstmaligen Einzug unter die Top 50 der HTT Computer-Rangliste zu bejubeln.

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