Für Andre Agassi war Tennis nie wie eine Sucht

Andre Agassi bewundert die Leidenschaft, mit der Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal ihren Beruf ausüben. Für ihn selbst sind mittlerweile längst andere Dinge wichtiger.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 21.12.2018, 20:44 Uhr

Andre Agassi hat seine Prioritäten richtig gesetzt
© Jürgen Hasenkopf
Andre Agassi hat seine Prioritäten richtig gesetzt

Wer die Autobiographie von Andre Agassi gelesen hat, weiß: Große Freude hat die US-amerikanische Legende auf den Wettkampf-Courts oder im Training eher selten verspürt. Die in „Open“ beschriebene Ballmaschine, die Agassis Vater auf der anderen Seite des Netzes mit Bällen gefüttert hat, taugt auch für kommende Generation als Horrorinstrument für Tenniseltern, deren Kinder gerne etwas anderes gemacht hätten.

Mit seiner Stiftung allerdings hat der 48-Jährige aus Las Vegas ein Aufgabe gefunden, die ihn erfüllt. Auch wenn Agassi sich nach dem kurzen Experiment als Berater von Novak Djokovic mit dem Teilzeit-Coaching-Job bei Grigor Dimitrov wieder in der Tennisszene zurück gemeldet hat.

Fast wie eine Sucht für Djokovic, Federer und Nadal

„Wie wichtig ist es denn wirklich, welche Erfolge man als Tennisspieler gehabt hat“, erklärte Agassi vor ein paar Tagen in einem Interview. „Wenn man die Möglichkeit hat, dass man das Leben eines Kindes zum Besseren ändert, kommt man schnell an einen Punkt, an dem man merkt, dass Tennis sehr wenig bedeutet.“

„Ich habe gemischte Gefühle unseren Sport betreffend“, so der achtfache Major-Champion weiter. „Ich sehe natürlich, was Tennis mir bedeutet hat, was es anderen bedeutet, auch die vielen Möglichkeiten für junge Kinder, dass sie sich mit dem Tennissport ein großartiges Leben schaffen. Aber ich habe nicht vergessen, was ich mir auf und neben dem Court zugemutet habe. Und ich kann fast nicht glauben, wie viel das war.“

Für die Generation Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal hat Andre Agassi andererseits nichts außer Respekt. „Ich habe nicht einmal mit Freude gespielt, wenn ich gesund war. Also habe ich ganz sicher auch nicht gespielt, wenn ich verletzt war. Aber für diese Jungs ist es fast wie eine Sucht, glaube ich. Für mich war es das nicht.“

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