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Großes Tennis im HTT März Masters 1000 Halbfinale

Die Jubiläums-Ausgabe des 30. März Masters Series 1000 Turniers kann mit dem Endspiel der beiden top...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 14.04.2026, 14:18 Uhr

Die Jubiläums-Ausgabe des 30. März Masters Series 1000 Turniers kann mit dem Endspiel der beiden topgesetzten HTT Stars Damian Roman und Rene Gräfflinger aufwarten. Ehe das Traumfinale zwischen dem rumänischen Ranglisten-Ersten und dem 2achen HTT US Open Champion aus Österreich beim Hartplatz-Klassiker in der Südstadt aber perfekt war, mussten beide Akteure einen brutal schwierigen und engen Halbfinal-Fight hinter sich bringen. Der Südstadt-1000er-Sieger von 2022 Damian Roman musste gegen Serbiens Jungstar Teo Katic 2:06 Stunden lang an seine Grenzen, um am Ende mit 6:3, 4:6, 6:4, so wie im Vorjahr das Finale zu erreichen. In einem unfassbar dramatischen und wild verlaufenden zweiten Vorschluss-Runden-Duell rang schließlich der Ranglisten-Dritte Rene Gräflinger den Deutschen HTT Australian Open Finalisten David Steiert nach zwischenzeitlichem 2:6, 2:5 Rückstand in 2.08 Stunden mit 2:6, 7:6, 7:6, nieder, und fixierte das erstmalige finale Gipfeltreffen der früheren Erzrivalen auf der HTT seit dem HTT AO Finale 2024. Ein Bericht von C.L

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David Steiert vergeigt 6:2, 5:2 Führung gegen Rene Gräflinger

Das zweite Halbfinale beim 30. März Masters Series 1000 Turnier in der Südstadt wird allen Beteiligten noch recht lange in Erinnerung bleiben. Was für ein Match, war für ein Schlagabtausch und was für eine unglaubliche Entwicklung eines an Dramatik kaum überbietbaren Spielverlaufs haben die beiden HTT Superstars Rene Gräflinger und David Steiert da am Montag Nachmittag auf den Hartplatz des Bundessportzentrums in Maria Enzersdorf gezaubert. Eigentlich durfte der Sieger dieses deutsch-österreichischen Giganten-Duells nur David Steiert heißen, doch manchmal kommt es eben anders als man denkt. Der gebüritge Münchner hatte die Szenerie am Centercourt 50 Minuten lang nach Belieben dominiert, sich in nur 29 Minuten eine 6:2 Satzführung herausgeschossen, und auch im zweiten Satz bis 5:2 alles richtig gemacht. Dann aber folgten die aus deutscher Sicht verhängnisvollen Szenen, die dem Top-Match doch tatsächlich noch eine Wende geben sollten. Steiert hatte bei 5:2 als Rückschläger ein 15:40 mitsamt zwei Matchbällen vor der Brust, als der völlig in die Defensive gedrängte Gräflinger einen noch dazu schlecht getrofffenen Vorhand-Passierball gegen den am Netz postierten Steiert anbringen kann. Der Half-Volley des 33jährigen Münchners landet im Netz, damit war der erste von am Ende insgesamt 5 Matchbällen dahin. Gräflingers Aufholjagd hingegen mündete im Erreichen des Tie-Breaks, in dem der Kärntner den Satzausgleich fixierte.

Gräflinger gewinnt unfassbares Match und steht erstmals im Finale des März Masters Series 1000 Turniers in der Südstadt

In der völlig unerwartet zu Stande gekommenen Entscheidung, erlebte man dann als Zuschauer die ganze Bandbreite des bisherigen Spielgeschehens noch einmal komprimiert im anstehenden dritten Satz. Dort führte Gräfflinger mit frühem Break 2:0, und nach einer brutal anmutenden Eigenfehler-Serie Steierts auch mit 4:1 und 5:2. Das glanzvolle Gräflinger-Comeback nach 2:6, 2:5 Rückstand schien schon perfekt, als die Partie im Finish nochmals eine dramatische Wende zu nehmen schien. Bei 5:3 und der Möglichkeit auf das Match zu servieren, fabrizierte Gräflinger sagenhafte drei Doppelfehler, das Break zum 4:5 war daher unausweichlich. Am Return bei 4:5 bekam Gräflinger dennoch seinen ersten Matchball angeboten, den er aber ausgerechnet mit seinem Paradeschlag der Vorhand versemmelte. Es kam aber noch schlimmer. Gräflinger kassierte mit einem abschließenden Doppelfehler auch noch das Break zum 5:6, womit Steiert plötzlich auf den Sieg aufschlagen konnte. Das tat der routinierte Deutsche aber ohne Erfolg, und so gab es praktisch als Höhepunkt noch einen abschließenden Tie-Break. Dort sah Gräflinger mit 3:0 und 5:1 Führung schon wie der sichere Sieger aus, aber sicher war an diesem unfassbaren Abend nichts. Steiert holte sich 5 Punkte in Serie zur 6:5 Führung und zu Matchball Nr. 5. Den wiederum parierte Gräfflnger mit einem Wahnsinns-Vorhand-Winner zum “finale furioso”. Drei Punkte in Serie hievten Gräflinger am Ende mit 2:6, 7:6, 7:6 in sein erstes März Masters Series 1000 Karriere-Finale. “Schön, dass ich einmal eine verloren geglaubte Partie drehen konnte. Ich freue mich auf das Finale gegen Damian. Es ist schon eine Zeit lang her, seitdem wir in einem HTT Finale um einen Titel gespielt haben”, so der 40jährige Ferlacher.

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Roman und Katic liefern sich hochklassiges Generationen-Duell

Der Finalgegner von Rene Gräflinger heißt also Damian Roman, der sich am Montag Nachmittag nach drei ausgeglichenen und durchaus umkämpften Sätzen gegen Serbiens Jungstar Teo Katic für sein bereits 76. HTT Karriere-Endspiel qualifizierte. Der rumänisch-serbische Generationen-Gipfel wurde mit großer Spannung erwartet, zumal die beiden bisherigen Duelle zwischen dem 43jährigen HTT Altmeister und dem 18jährigen Emporkömmling vom AZ Tennisclub, aus dem Jahr 2023 stammen. Seither ist viel psssiert, vorallem im Spiel von Teo Katic, der eine wahrlich phantastische Leistungssteigerung hinter sich hat. Das musste auch Damian Roman erfahren, der die Halbfinal-Partie mit einem Ass eröfffnete, und der mit dem ersten und einzigen Break zum frühen 2:0 auch schon die Entscheidung in Satz Nr. 1 herbeigeführt hatte. 34 Minuten hatte der HTT Ranglisten-Erste zum Gewinn des ersten Durchgangs benötigt, und diesen auch gleich mit einem Break gegen Katic im Eröffnungs-Game von Satz Nr. 2 untermauert. Doch der 18jährige Power-Server, mittlerweile zum 1,95 Meter Riesen mutiert, nahm den Kampf mit dem motivierten HTT Branchen-Primus an. Katic schafffte postwendend das Re-Break zum 1:1, und kam schließlich mit vier am Stück gewonnenen Games nach zwischenzeitlichem 2:4 Rückstand zurück ins Spiel und zum hoch verdienten Satzausgleich.

Teo Katic fordert die HTT Nr. 1 voll und unterliegt nur knapp in drei Sätzen

Im finalen Schluss-Akt ist es ausgerechnet Katic größte Stärke, nämlich sein Aufschlag, der ihn früh in Bedrängnis bringt. Zwei Mal, zum 0:1 und zum 1:4 muss der Youngster aus Serbien sein Service abgeben, und so schien die Partie beim Stand von 5:1 für Damian Roman entschieden. In dieser Phase demonstrierte Katic aber noch einmal nachdrücklich, wie kampffkräftig und mental verbessert, er mittlerweile auf schwierige Situationen zu reagieren vermag. Eines der beiden Breaks machte Serbiens HTT Nr. 2 zum 3:5 wett, ehe er mit einem durchgebrachten Aufschlagspiel zum 4:5 noch einmal den Druck auf die HTT Nr. 1 erhöhte. Damian Roman blieb am Ende trotz vergebener 40:0 Führung cool, und verwandelte nach 2:06 Stunden Spielzeit seinen vierten Matchball zum 6:3, 4:6, 6:4 Erfolg, womit der 43jährige sein 26. Endspiel auf HTT 1000er-Ebene erreichte. “Mein Sieg heute freut mich sehr, denn Teo hat sich zu einem wirklich starken Spieler entwickelt. Es war ein spannendes Match mit Höhen und Tiefen bis zum Schluss. Teo ist eine große Bereicherung für die HTT und hat eine große Zukunft vor sich”, lobte die Nummer 1 der HTT. “Ich habe ein gutes Match abgeliefert, vielleicht war ich phasenweise ein wenig unkonstant. Damian profitiert natürlich auch von seiner Routine, die mir mit 18 Jahren oft noch fehlt. Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden. Es war ein geiles Match, und ich hofffe auf noch mehr Begegnungen mit Damian in der Zukunft”, betonte der 18jährige nach seinem vierten März Masters 1000 Start. Und auch der dokumentiert die Leistungs-Explosion des jungen Serben. Bislang war er bei drei Starts nie über die erste Runde hinausgekommen, ehe er gestern Nachmittag nur knapp am zweiten Karriere-Finale auf HTT Masters 1000 Niveau vorbeischrammte.

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von Claus Lippert

Dienstag
14.04.2026, 13:16 Uhr
zuletzt bearbeitet: 14.04.2026, 14:18 Uhr