HTT FO Tag 2 – die Tour mit kräftigem Lebenszeichen
Die HTT French Open 2026 sind in der volllen Pracht ihrer 35. Auflage angelaufen, und wie! Was war d...
von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet:
30.05.2026, 11:18 Uhr
Die HTT French Open 2026 sind in der volllen Pracht ihrer 35. Auflage angelaufen, und wie! Was war das gestern für ein phantastischer Tennistag am Altmannsdorfer Ast im Union Tennis Center La Ville. Ein Tag, ganz nach dem Geschmack des HTT Veranstalters und ein Tag, an dem das kriselnde Tennis-Turnierwesen im Breitensport ein kräftiges Lebenszeichen von sich gab. Prachtvolles Kaiserwetter, ein volles Haus mit einer bis spät Abends prall besuchten Terrasse, und dazu endlich tolles Tennis am Centercourt Lance Lumsden. Das zweite HTT Grand Slam Turnier des Jahres ist in Schwung gekommen und auf Betriebstemperatur für die verbleibenden fünf Tage. Ein Bericht von C.L
Der zweite Spieltag, einer wie man ihn sich für HTT Grand Slam Niveau wünscht
Tag 2 bei den HTT French Open 2026. Endlich ist sie da, diese ganz spezielle Grand-Slam-Stimmung, mit jener unvergleichlichen Atmosphäre, die nur bei den ganz großen und wichtigen Events im UTC La Ville zu spüren ist. Ein Wuseln auf der Terrasse, ein geschäftiges Treiben auf der Anlage, ein Treffen mit all den Topstars der HTT und ein Schaulaufen von vielen wichtigen Persönlichkeiten, die im Wiener Tennisssport mit ihrer Arbeit tagtäglich im Einsatz sind. Getragen natürlich aber vorallem von den Topspielern, die an diesem 138. HTT Grand Slam Wochenende der HTT Geschichte zuhauf an den Altmannsdorfer Ast pilgern, und von denen am gestrigen zweiten Spieltag bereits einige im Einsatz waren, was die Qualität der Matches natürlich weiter positiv beeinflusste. Die von Runde zu Runde steigende Qualität, mussten am Freitag Nachmmittag auch unsere fünf Vortagessieger zur Kenntnis nehmen. Wir erinnern uns kurz zurück! Julian Schütz, Peter Wiesner, Johannes Rudnay, Jovan Stojanovic und Paul Peter Weinhandl hatten am Tag zuvor ihre Erstrunden-Matches erfolgreich gestaltet, und sich ein sportliches Zweitrunden-Rendezvous unter der Sommersonne Wiens erspielt. “Jeder Gamegewinn wird ein Achtungserfolg sein”, titelte die HTT-Webseite vor den fünf Zweitrunden-Matches von Schütz & Co mit der Creme de la Creme der Hobbytennistour.
Donnerstags-Gewinner machen in ihren Duellen mit den HTT Topstars 2,6 Games pro Match
Nun, beim Ziehen der Bilanz am Tag danach, kommen unsere Erstrunden-Helden und Donnerstagssieger mit 2,6 eroberten Games pro Match, ganz gut weg. Der Löwenanteil von gleich vier geschafften Games ging auf das Konto von Peter Wiesner, der dem favorisierten Alexander Linsbichler bei dessen Saisondebüt und beim 3:6, 1:6 gleich vier mal trotzen konnte. Mehr Probleme als mit seinem Gegner hatte der 20jährige Linsbichler allerdings mit kleinen fliegenden, und vorallem stechenden Gästen auf Court Nr. 4, der sich spät abends in eine Moskito-Hölle verwandelte. Ebenfalls auf stolze vier Gamegewinne konnte Mayer-Bezwinger Johannes Rudnay verweisen. Der hoch aufgeschossene 46jährige vom UTC Stockerau, forderte den HTT Australian Open Champion von 2025 Theo Strobl, und ließ in einem hitzigen Duell den großen Favoriten in einigen Szenen und Phasen unrund erscheinen. Rudnay legte in seinem ersten Return-Game famos los, platzierte einen Return und einen Rückhandpassierball im Feld des Gegners, der davon geschockt gleich 12 Minuten benötigte, um sein erstes Aufschlagspiel ins Trockene zu retten. Am Ende setzte sich Strobls Klasse natürlich durch, der Jungstar steht damit im Achtelfinale. “Ich bin noch nie in meinem Leben soviel vor und zurück gelaufen wie am heutigen Abend”, so fasste Paul Peter Weinhandl seinen 2:6, 1:6 verloren gegangenen Zweitrunden-Auftritt gegen Comeback-Star Julian Jelinek zusammen. Die gefühlvollste linke Hand der ganzen Stadt ist also wieder da, und das exakt ein Jahr nach dem letzten Auftritt des Julian J. auf der Hobby Tennis Tour.
Obacht vor einem “neuen Franzosen” und die gelungene Kastler-Revanche
“Ich brauche den Rene Gräflinger, um einmal im Jahr auf dem Centercourt spielen zu dürfen”. Wieder so ein herrliches Zitat eines unserer fünf Donnerstags-Gewinner, dieses Mal aus dem Mund von Julian Schütz. Der 19jährige vom TC Strebersdorf hatte sein sportliches Rendezvous mit der Nummer 3 des Turniers und dem 2fachen HTT US Open Champion Rene Gräflinger mit der Vorfreude auf einen Centercourt-Einsatz und dem Ziel in Angrifff genommen, mehr Games als vor einem Jahr beim ersten Treffen der beiden auf “Lance Lumsden” zu machen. Das Fazit: Mission gelungen, auch wenn am Ende nur ein Ehrengame herausschaute. Bleibt noch Serbiens Jungsstar Jovan Stojanovic, der am Donnerstag einen grandiosen und in der Familie groß gefeierten ersten Hauptbewerbseinzelsieg bei einem HTT Grand Slam landete. Am Tag danach die nächste Landung, diesmal allerdings am Boden der Realität. Schon mal was von einem gewissen Monsieur Nicolas Fares gehört? Nein, dann solltest Du in den nächsten Tagen wieder hier auf der Webseite vorbeischauen. Gut möglich nämlich, das Frankreichs neuer HTT-Held ausgerechnet bei den HTT French Open noch für Schlagzeilen sorgen könnte. Für Jovan Stojanovic jedenfalls endete das Abenteuer HTT FO in Runde 2 mit einem 1:6 und 0:6. Was tat sich sonst noch am gestrigen zweiten Spieltag? Alexander Kastler hat sich im Duell der beiden Saisonaufsteiger mit Ferdinand Gulla für die halbfinale Dreisatz-Niederlage beim April HTT 500 Turnier erfolgreich revanchiert, und mit einem 6:2, 6:4 am Centercourt sein Zweitrunden-Ticket gelöst. Rundum zufrieden war der bald 23jährige mit sich selbst aber noch nicht. Anfangs aggressiv bei der Sache, wurde der “Postler” mit Fortdauer der Partie immer passiver und vorsichtiger. “Das ist so in mir drinnen. So habe ich schon immer gespielt, und so gewinne ich halt auch meine Matches”, erklärte sich Kastler später im Gespräch.
Markus Hobiger, HTT FO Rekordstarter, großer Star der Qualifikation und mit einem blamablen Auftritt gegen die HTT Nr. 863
Locker in zwei Sätzen durch, sind auch die Herren Milan Volbert, Julian Erhardt und Luis De Giacomo, und doch standen sie am Freitag Nachmittag im Schatten eines Mannes, der auf der HTT längst Legendenstatus genießt. Die Rede ist natürlich von Markus Hobiger, der sich überall dort in die Rekordbücher der Hobby Tennis Tour einträgt, wo es um “viel und lange” Tennisspielen geht. Der 49jährige ist der ganz große Star des Quali-Feldes, das natürlich vorwiegend von jungen aufstrebenden Talenten beherrscht wird. Wie gut und stark eine Qualifikation m Rahmen eines HTT Grand Slam Turniers besetzt ist, sieht man immer erst Jahre später, beim Durchblättern im Archiv. Da findet man dann Major-Champions, Turniersieger aller Art und längst im Spitzenfeld etablierte Youngsters. Wie gut die 2026er-Quali also ist, wird erst die Zukunft weisen. In der Gegenwart ist allerdings wie schon erwähnt ein Mann der große Star, der keine große Zukunft mehr vor sich hat. Markus Hobiger lebt von und in der Vergangenheit, beruft sich auf seine besten Zeiten, und genießt doch den Rummel und die Aufmerksamkeit um seine Person. Während die meisten Quali-Spieler unbemerkt ihre Matches absolvieren und durch die harten und oftmals unbelohnten Quali-Mühlen der HTT French Open müssen, genießt Markus Hobiger das Bad in der Menge. Foto für Social Media da, PK nach dem ersten Auftritt hier, Hobiger überall, und das obwohl sein Erstrunden-Auftritt wenig Star-Potentiall zu bieten hatte. Was von blamabel ist da eher passend. Es war beschämend, wie sich der HTT French Open Rekordteilnehmer im ersten Spiel bei seinem 18. Antreten präsentierte. Und das nach einem zweieinhalb Stunden langen Gemurkse gegen die Nummer 863 der HTT Computer-Rangliste. Der Mantel des Schweigens, er ist für Markus Hobiger an dieser Stelle die beste Option, um aus dieser fahrigen Nummer ohne Gesichtsverlust herauszukommen. Ebenfalls an dieser Stelle sei aber Miro Philipp vom TC Terra Rossa für seinen großen Kampf gegen die HTT Legende gratuliert.
