tennisnet.com ATP › Grand Slam › US Open

Haben die US Open ein Influencer-Problem?

Rund 100 Influencer sind in diesem Jahr bei den US Open vor Ort. Das sorgt nicht überall für Begeisterung.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 04.09.2026, 15:08 Uhr

Morgan Riddle zählt zu den erfolgreichsten Tennis-Influencern
© Getty Images
Morgan Riddle zählt zu den erfolgreichsten Tennis-Influencern

Die US Open gelten seit jeher als das lauteste der vier Grand-Slam-Turniere. Wer schon einmal vor Ort war, weiß, dass dieser Ruf nicht von ungefähr kommt. In New York ist eben alles ein bisschen anders, die Tennis-Etikette wird von den Zuschauern vielleicht nicht ganz so ernst genommen wie andernorts. Große Beschwerden darüber gab es bislang nicht.

Dieses Jahr sorgt allerdings ein neues Phänomen für Diskussionen: die Omnipräsenz zahlreicher Influencer. Beim Erstrundenmatch von Naomi Osaka kam es wegen einer kleinen Abordnung sogar zu einem Eklat. Weil einige Gäste im VIP-Bereich während der Partie Fotos und Videos machten, konnte der Spielbetrieb kurzzeitig nicht fortgesetzt werden. Stuhlschiedsrichterin Paula Vieira Souza musste einschreiten: “Leute, bitte, in der Loge hinter mir, setzt euch hin."

Pegula findet es “etwas übertrieben”

“Es ist echt hart, solche Videos zu sehen, wenn die Leute Fotos machen und Selfie-Lichter benutzen”, kritisierte die Weltranglistendritte Jessica Pegula. Grundsätzlich finde sie es zwar gut, die US Open mithilfe von Influencern in die Welt zu tragen, aber: “Ich finde, es ist dieses Jahr etwas übertrieben geworden.”

2025 gingen erstmals Akkreditierungen an Influencer, in diesem Jahr verdoppelte sich die Zahl auf rund 100. “Wir müssen Wege finden, um ein neues Publikum zu erreichen”, erklärte ein Sprecher der US Open. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters ist rund ein Fünftel der akkreditierten Influencer dafür verantwortlich, die Essens- und Getränkeangebote auf der Anlage zu präsentieren.

Mevdedev versteht den Grundgedanken

Die US Open sollen mit ihren zahlreichen Angeboten abseits des Platzes laut Craig Tiley, CEO des US-amerikanischen Tennisverbandes, das “Disneyland” des Tennissports werden. “Es ist immer noch ein Sport, in dem wir auf eine Art um unser Leben kämpfen”, konnte Daniil Medvedev mit dieser Wortwahl nicht viel anfangen. Den Grundgedanken versteht der Sieger von 2021 jedoch: “Es lässt den Sport wachsen, also denke ich, dass es gut ist.”

Schon in den vergangenen Jahren erwuchs um den Tennissport eine Influencer-Szene, zu den bekanntesten Content Creators zählen Morgan Riddle (Ex-Freundin von Taylor Fritz) und Paige Paul (Ehefrau von Tommy Paul). Ihre Videos in den sozialen Medien seien “eine Art Einstieg in die echte Begeisterung für diesen Sport”, sagte Riddle 2025 der “New York Times”. Der Beweis dafür muss freilich erst noch erbracht werden.

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Medwedew Daniil
Pegula Jessica

von tennisnet.com

Freitag
04.09.2026, 18:13 Uhr
zuletzt bearbeitet: 04.09.2026, 15:08 Uhr

Verpasse keine News!
Aktiviere die Benachrichtigungen:
Medwedew Daniil
Pegula Jessica