Holger Rune macht in Doha aus der Not eine Tugend
Seit Februar befindet sich Holger Rune in Doha auf Reha nach seinem Achillessehnenabriss. Während seine Profikollegen wie Daniil Medvedev, Andrey Rublev und Karen Khachanov trotz gesperrtem Luftraum aufgrund des Angriffskriegs im Iran auf abenteuerliche Weise den Trip nach Indian Wells vollziehen konnten, verweilt der Däne weiterhin in der katarischen Hauptstadt.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
07.03.2026, 19:38 Uhr

Es waren entspannte Bilder, die Holger Rune während seines Reha-Aufenthalts in Doha auf der Tribüne als Zuschauer beim ATP-500-Turnier zeigten. Seit Februar verweilt der Däne in der katarischen Hauptstadt, um seine Rehabilitation nach seinem Achillessehnenabriss beim ATP-Turnier in Stockholm im Match gegen Ugo Humbert zu absolvieren.
Doch dem freudigen Abstecher zu den Profikollegen sollte bald der bittere Ernst folgen. Vor Wochenfrist starteten das US-amerikanische und das israelische Militär einen Angriffskrieg auf den Iran, der sich durch Attacken des Mullah-Regimes auf die angrenzenden arabischen Staaten ausweitete. So auch in Doha und Dubai, wo die ATP jeweils mit 500er-Events zu Gast war. Aufgrund des gesperrten Luftraums im mittleren Osten gestalteten sich Reisen nach Hause oder zum nächsten Turnierort wie nach Indian Wells als absolutes Abenteuer, wie Daniil Medvedev, Karen Khachanov und Andrey Rublev trotz erfolgreicher Absolvierung emotional berichteten.
Immer noch vor Ort in Doha befindet sich Holger Rune, der seine Reha unter erschwerten Bedingungen weiter fortsetzt, dies aber jedoch im Hotel und nicht mehr in der renommierten Aspetar-Rehaklinik, wie seine Mutter Aneke berichtet: „Holger setzt seine Reha im Hotel fort, da wir uns wegen der nahegelegenen Trümmer von Raketen nicht ins Aspetar trauen. Wir haben Glück, dass sie hierherkommen und mit Holger arbeiten, wenn wir uns nicht raustrauen.“
Obwohl einige Profikollegen die Abreise erfolgreich absolvieren konnten, war ein solches Abenteuer für Aneke Rune kein Thema: „Ich bin es gewohnt, Reisen zu organisieren, daher habe ich einen möglichen Ausweg im Hinterkopf. Es geht also hauptsächlich darum, was am sichersten ist. Die von uns konsultierten Sicherheitsfirmen raten zum Bleiben. Trotzdem fällt es schwer, zu bleiben, denn man weiß nie, wann es einen neuen Anschlag gibt und wie gewaltsam er sein wird.“
Trotz der schwierigen Lage versuchen die Runes, das Beste daraus zu machen: „Man gewöhnt sich ein bisschen daran. Wir hatten das Gefühl, die Lage hätte sich etwas beruhigt und wir führen unseren Alltag nun einfach fort. Es bleibt nur zu hoffen, dass der Flughafen bald wieder endgültig öffnet.“
