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HTT Altmeister demonstrieren neuerlich ihre Sonderstellung

Die vielleicht ein bißchen despektierlich betitelten “großen alten HTT-Stars” haben bei ...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 13.11.2023, 18:18 Uhr

Die vielleicht ein bißchen despektierlich betitelten “großen alten HTT-Stars” haben bei der derzeit im Union Tennis Club La Ville laufenden 27. Ausgabe des November Masters Series 1000 Turniers einmal mehr ihre Klasse & Sonderstellung demonstriert, und der jugendlichen Konkurrenz neuerlich das Nachsehen erteilt. Das Trio um die neue HTT Nr. 1 Rene Gräflinger, den 42fachen HTT Titelträger Damian Roman aus Rumänien und dem 4fachen serbischen HTT Wimbledonsieger Vladimir Vukicevic glänzte am gestrigen Viertelfinal-Sonntag mit beachtlichen Comeback-Qualitäten und baute so nebenbei auch noch die teils imposanten Erfolgsstatistiken beim letzten HTT 1000er-Turiner des Jahres weiter aus. Komplettiert wird die Vorschlussrunde beim 1.980 HTT Single-Event der Open Ära von Nordmazedoniens Youngster Tarik Mustafik, der sich mit zwei tollen Siegen nach großartigen Leistungen nebst seinem Halbfinalplatz auch sein Fix-Ticket für die am 25. November im La Ville beginnenden HTT Finals sicherte. Ein Bericht von C.L

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HTT-Altmeister mit phantastischer Vorbild-Wirkung

Es ist mittlerweile schon wirklich bewundernswert, was die “alte Garde” und vielleicht erfolgreichste Generation der HTT Geschichte auch im hohen Tennisalter noch Woche für Woche bei den Big Events der Hobby-Tennistour leistet und ergebnistechnisch auf den Platz bekommt. Es zwickt & zwackt zwar an allen nur möglichen Stellen des Körpers, jede Turnierteilnahme und jedes Match bedarf einer gewissen Überwindung, und mit Job & Familie sind im fortgeschrittenen Alter viele weitere prioritäre Faktoren unter einen Hut zu bringen. Vorallem Damian Roman und Vladimir Vukicevic spüren, das die Zeit in der sie auf der HTT der Jugend trotzen und glorreiche Titel einfahren können, am ablaufen ist. Für die beiden erfolgreichsten internationalen HTT Spieler der Historie ist das aber kein Grund, kampflos und vorzeitig die Flinte ins Korn zu werfen. Im Gegenteil: Die beiden HTT Großmeister gehen mit gutem und beispielhaften Vorbild voran, und demonstrieren in der breiten Öffentlichkeit des Hobbytennissports ihren eigenen jungen Spielern und allen Hobbyspielern österreichweit, was man mit Leidenschaft, Engagement und Liebe zum Sport trotz “zerknautschter und vergilbter Geburtsurkunde” erreichen und vollbringen kann.

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Rieger-Gala im ersten Satz der HTT Erste Bank Open Final-Revanche mit 6:0 über Damian Roman

Der Ranglisten-Zweite Damian Roman beispielsweise prolongierte seine persönliche Siegesserie beim November Masters Series 1000 Turnier auf 13 Matches ohne Niederlage, und erreichte mit einem 0:6, 6:3, 6:1 Erfolg über HTT Erste Bank Open 500 Sieger Alexander Rieger zum sechsten Mal das Semifinale dieses mit 1000 Punkten dotierten Indoor-Klassikers unter den Dächern des UTC La Ville. Der 41jährige, der dieser Tage nach seinem 8. HTT Saisontitel (wäre persönlicher Bestwert) und seinem 13. HTT Masters Series 1000 Karriere-Turniersieg (wäre alleiniger Allzeitrekord) sowie seinem 4. November-1000er-Erfolg (wäre Turnierrekord) strebt, zeigte am Sonntag Abend im letzen Match des hochkarätig besetzten Viertelfinal-Line-Ups wieder einmal seine Sonderstellung, und wie man der vor “Kraft & Energie” strotzenden jugendlichen Konkurrenz die Stirn bietet. Dabei lief die Neuauflage des erst knapp über zwei Wochen zurückliegenden HTT Erste Bank Open Finales ganz schlecht aus Sicht des ehemaligen Ranglisten-Ersten aus Rumänien an. Der 8fache HTT Grand Slam Sieger kam nämlich in einer schwachen halben Stunde brutal unter die Räder, von Heumarkt-Revanche keine Rede. Rieger spielte seine Möglichkeiten voll aus, jagte dynamisch, präzise und ultraschnell spielend den Altmeister aus Negresti Oas über den Platz und mit 6:0 von selbigem.

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Damian Roman mit geglückter HTT Erste Bank Open Final-Revanche gegen Alexander Rieger

Die große Stärke der aktuellen Nr. 2 der HTT ist es aber, ein Spiel lesen zu können, Schwächen beim Gegner auszumachen, und dementsprechend mit einer taktischen Umstellung zu reagieren. Viel Flugbahn auf des Gegners Rückhand, dann der Angriff in Riegers Vorhand, so drehte der ehemalige HTT Branchen-Beste dieses brisante Viertelfinal-Duell in allerbester Manier eines routinierten HTT-Stars. Mit 6:3, 6:1 in den Sätzen 2 und 3 buchte Roman sein Halbfinal-Ticket, und übte erfolgreich Revanche für die am Heumarkt erlittene HTT Erste Bank Open Finalniederlage. “Im ersten Satz habe ich jeden Ball getroffen, das hat natürlich richtig Spaß gemacht. Aber ich muss auch aus dem Rest des Matches lernen”, erklärte der unterlegene Alexander Rieger nach der ersten Niederlage nach zuletzt acht Siegen in Serie. “Ich war noch nie in einem Match so chancenlos wie heute im ersten Satz, aber ich bin auch stolz & glücklich, wie ich mich aus dieser Situation herausgeearbeitet habe”, betonte derweil Sieger Damian Roman, der an diesem Wochenende erstmals seit den OTC Open 2019 ein HTT Turnier nicht als topgesetzter Spieler in Angriff nahm, und mit den beiden ersten Siegen gegen den Qualifikanten Hubertus Umdasch und gegen US Boy Michael Juritsch für statistische Highlights sorgte. Mit dem Sieg in Runde 1,  stellte er Martin Kovas Marke von 384 HTT Karriere-Einzelsiegen ein, um im Achtelfinale gegen Juritsch mit seinem insgesamt 385. HTT Karriere-Einzel-Erfolg Platz 2 in der ewigen Bestenliste aller HTT Spieler einzunehmen. Next Stopp und vorallem letzter Stopp ist der Allzeitrekord von Claus Lippert, der bei 456 Karriere-Einzelerfolgen steht.

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Vukicevic, Gräflinger und Mustafik komplettieren das November Masters Series 1000 Semifinale 2023

Alt aber gut – wenn man so will – sind aber auch Romans Hauptkonkurrenten der letzten Jahre Vladimir Vukicecvic und Rene Gräflinger. Serbiens HTT Superstar hat sich am Sonntag nach hartem Kampf gegen den um einen Finals-Startplatz ringenden Youngster Luka Sekulic mit 6:3, 2:6, 6:3 durchgesetzt, und damit zum bereits sechsten Mal nach 2013, 2015, 2018, 2019 und 2021 das November-Masters-Semifinale erreicht. Zudem prolongierte der 42jährige Serbe seine persönliche Erfolgsserie mit nunmehr 19 HTT-1000er-Starts in Folge, bei denen er mindestens das Viertelfinale erreichte. Und weiter in erstaunlicher Form präsentierte sich an diesem November-Wochenende auch der neue Ranglisten-Erste Rene Gräflinger. Der Kärntner legte sich nach der viel Zeit & Kraft kostenden Eroberung der Nummer 1 Position nicht wie von vielen erwartet auf die faule Haut, sondern prolongierte mit drei weiteren Erfolgen eine sich galaktisch lesende Siegesserie. Zum 16. Mal in Serie stürmte der 38jährige HTT US Open Champion in ein HTT-Semifinale, dazu feierte der erstmals bei einem HTT Turnier als Nummer 1 gesetzte Ferlacher in Runde 1 gegen den Qualifikanten Moritz Winkler seinen 140. HTT Karriere-Einzelsieg. Die Runde der letzten Vier beim 27. November Masters Series Turnier wird von Tarik Mustafik komplettiert. Der 21jährige aus Nordmazedonien feierte am Sonntag nicht nur zwei extrem wichtige Siege in Blickrichtung “Finals-Quali”, sondern auch zwei enorm prestigeträchtige Erfolge. Immerhin nahm die Nr. 4 des Turniers mit Rumäniens Topstar Adnan Al Mamoud und dem als Geheimfavoriten gehandelten Belarus-Jungstar Alexander Miazhynski zwei absolute Könner ihres Metiers aus dem Rennen.

 

von Claus Lippert

Montag
13.11.2023, 16:44 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.11.2023, 18:18 Uhr