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Iga Swiatek kritisiert Ball-Wahl bei den US Open: "Fliegen wie verrückt"

Iga Swiatek hat sich am Rande des WTA-1000-Events von Cincinnati über die Ball-Politik bei den US Open geäußert. Und dabei die Entscheidung, bei den Damen mit anderen Bällen zu spielen, scharf kritisiert. 

von Michael Rothschädl
zuletzt bearbeitet: 19.08.2022, 07:37 Uhr

Iga Swiatek zeigt sich ob der Bälle-Politik bei den US Open unzufrieden
Iga Swiatek zeigt sich ob der Bälle-Politik bei den US Open unzufrieden

Iga Swiatek wird in wenigen Tagen in New York City die große Gejagte sein. Daran ändern auch die - für die hohen Ansprüche der Weltranglistenersten aus Polen - mittelprächtigen Leistungen der letzten Wochen wenig: wer den Titel bei den US Open gewinnen will, der muss wohl an der zweifachen Grand-Slam-Siegerin vorbei. Wenn da nicht ein Faktor wäre, der durchaus zum großen Nachteil für die auf dem Platz so aggressiv auftretende Polin werden könnte. Und zwar die Ball-Wahl beim letzten Major-Event des Jahres.

Anders als in Australien, Frankreich und Großbritannien wird beim vierten Grand-Slam-Turnier des Jahres bei Damen und Herren mit unterschiedlichen Bällen gespielt. Ersteren wird in New York City nämlich ein leichteres Spielgerät zur Verfügung gestellt. Ein Thema, das bereits in der Vergangenheit für Aufregung sorgte. Graig Tyzzer, dazumal Coach von Ash Barty, merkte dazu einmal an, dass die ehemalige Weltranglistenersten aufgrund der Bälle das Turnier nie gewinnen werde. Die US Open sind heute das einzige Grand-Slam-Event, das die Australierin in ihrer kurzen, aber höchst erfolgreichen Laufbahn nicht gewinnen konnte. 

Swiatek kennt zahlreiche Spielerinnen, die sich beschweren

Auch Iga Swiatek, die im Frühjahr Ash Barty an der Spitze der Weltrangliste ablöste, findet wenig Gefallen an dem Spielgerät in Flushing Meadows: "Ehrlich gesagt, mag ich sie nicht. Ich habe viele Spielerinnen gehört, die sich darüber beschwert haben, weil wir andere Bälle haben als die Männer", erklärte die Polin am Rande des WTA-1000-Events von Cincinnati. "Die Sache ist die, dass sie leichter sind. Sie fliegen wie verrückt. Wir (Spielerinnen) haben heute ein wirklich kräftiges Spiel. Es ist nicht mehr so wie vor 10 Jahren", sagte Swiatek. Und mit diesen Bällen könnte man dieses Spiel nicht wirklich durchziehen. 

Dementsprechend sei die Weltranglistenerste mit ihren Beschwerden alles andere als alleine. "Ich kenne eine Menge Spielerinnen, die sich beschweren, und viele von ihnen sind in den Top-10", sagte Swiatek, die überzeugt ist, dass Spielerinnen wie sie mit diesen Bällen weitaus fehleranfälliger agieren würden. Für die Fans wiederum sei dies nicht besonders schön anzusehen, wie Swiatek erklärte. Zusammengefasst: Es gäbe heute keine Grundlage mehr, warum bei den Damen mit anderen Bällen gespielt wird. 

Swiatek: Braucht es mehr Druck? 

"Ich weiß nicht, warum sie anders sind als die der Männer. Vor 15 Jahren gab es bei Frauen wahrscheinlich einige Ellbogenverletzungen, weil die Bälle schwerer waren und sie auf Frauenbälle umgestellt wurden, aber jetzt sind wir körperlich so gut vorbereitet, dass ich nicht glaube, dass das passieren würde", erklärte die Polin. "Ich habe das Gefühl, dass es wirklich schwer ist, sie zu kontrollieren, aber alle haben die gleichen Bedingungen, also versuchen wir, damit umzugehen. Ich verstehe nicht, warum sie anders sind, ehrlich gesagt."

Mittlerweile habe man von Spielerinnen-Seite dieses Thema auch an die Spitze der WTA getragen, wie Swiatek erklärte: "Paula Badosa und ich haben letztes Jahr mit Steve (Anm. Steve Simon, CEO der WTA) über den Wechsel zu Männerbällen gesprochen. Ich glaube nicht, dass das ein Problem wäre, weil es immer noch die gleiche Firma ist." Noch ist das Thema für die Polin jedenfalls nicht gänzlich abgehakt, wie die Worte der Weltranglistenersten suggerieren: "Vielleicht sollten wir ein bisschen mehr Druck machen."

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von Michael Rothschädl

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zuletzt bearbeitet: 19.08.2022, 07:37 Uhr

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