Jan-Lennard Struff - "Ein anderer Start als gewohnt"

Auch in der neuen Saison hat die Pandemie großen Einfluss auf die Tennistour. Trotz aller Einschränkungen und Unwägbarkeiten blickt Jan-Lennard Struff dem Start optimistisch entgegen.

von SID
zuletzt bearbeitet: 06.01.2021, 13:29 Uhr

Jan-Lennard Struff schlägt in dieser Woche in Antalya auf
© Getty Images
Jan-Lennard Struff schlägt in dieser Woche in Antalya auf

Vor dem Start in die nächste Tennissaison voller Ungewissheiten ist Jan-Lennard Struff wenigstens auf alles vorbereitet. Gleich drei Bücher gegen Langeweile hat der Warsteiner zum Jahresauftakt nach Antalya mitgenommen - schließlich kann es gut sein, dass der Familienvater nach einer Weltreise von einer abgeschotteten Bubble in die nächste erst Mitte Februar wieder nach Hause kommt. Doch trotz aller Einschränkungen durch die Pandemie blickt Struff dem Saisonstart optimistisch entgegen.

Nach der "merkwürdigen" Vorsaison sei es auch jetzt "ein anderer Start als gewohnt", erzählte Deutschlands zweitbester Tennisprofi im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Normalerweise startet seine Saison Down Under, doch in Coronazeiten ist eben alles anders. "Ich finde es aber top", sagte der 30-Jährige weiter, "dass der Turnierkalender so aufgebaut ist, mit vielen Möglichkeiten zu spielen."

Struff hat viel im Fitnessbereich gemacht

So beginnt das Jahr für Struff, der in der Vorbereitung "viel im Fitnessbereich gemacht" und "nicht ganz so viel Tennis gespielt" hat, mit dem am Donnerstag startenden ATP-Turnier in der Türkei - und je nach Ausgang geht es in der kommenden Woche direkt weiter nach Australien, wo eine obligatorische 14-tägige Quarantäne wartet. Die Australian Open, das erste Highlight des Jahres, beginnen aufgrund der strengen Einreisebestimmungen erst mit dreiwöchiger Verspätung am 8. Februar.

Während die Männer in Antalya und Delray Beach/Florida in dieser Woche um die ersten Punkte des Jahres kämpfen, schlagen die Frauen in Abu Dhabi auf. Zahlreiche Topspieler wie Novak Djokovic, Rafael Nadal, aber auch Alexander Zverev und Angelique Kerber lassen sich hingegen noch Zeit und werden erst bei den Vorbereitungsturnieren in Melbourne (ab 31. Januar) ins Wettkampfgeschehen einsteigen. 

Andy Murray verzichtet auf Delray Beach

Bei einigen Profis spielt in den Überlegungen auch Risikominimierung eine Rolle. Schließlich könnte eine Coronainfektion und anschließende Quarantäne schon das Aus für Australien bedeuten, ehe der Flieger nach Down Under überhaupt abgehoben hat. Der zweimalige Wimbledonsieger Andy Murray verzichtete genau deswegen auf die geplante Reise nach Delray Beach, es war nur eine von vielen kurzfristigen Absagen. 

Auch Struff ist in Antalya vorsichtig. "Ich trage meine Maske, man will es nicht kriegen und auch andere Menschen schützen", sagte er: "Ich bin vor dem Hinflug und hier auch schon einmal negativ getestet worden."

Craig Tiley - "Logistisches Puzzle"

Wie schwierig die Tennistour während einer Pandemie aufrechtzuerhalten ist, zeigt sich in Australien. So musste zehn Tage vor der Ankunft der ersten Spieler die Quarantäne-Unterbringung neu organisiert werden, da das ursprünglich vorgesehene Hotel wegen des Unmuts von Anwohnern nicht mehr zur Verfügung stand. Auch letzte Details zu den Charterflügen aus aller Welt sind noch immer nicht geklärt.

Turnierdirektor Craig Tiley sprach deshalb von einem "logistischen Puzzle" mit "vielen Teilen". Fest steht immerhin das karge Tagesprogramm für die Profis während der Quarantäne: Für Training und Behandlungen dürfen sie ihr Hotelzimmer für maximal fünf Stunden pro Tag verlassen. Gut, dass Struff genügend Lesestoff dabei hat.

Hot Meistgelesen

21.01.2021

Wolfgang Thiem - „Wir haben weder Djokovic noch Nadal gesehen“

18.01.2021

Kritik an Djokovic: "Der Letzte, von dem man irgendwelche Ratschläge annehmen sollte"

19.01.2021

Alizé Cornet mit ehrlicher Entschuldigung

22.01.2021

ATP Cup: Deutschland trifft auf Serbien und Kanada, Österreich gegen Italien und Frankreich

18.01.2021

Alles auf Null: Alexander Zverevs Neuanfang im Familienkosmos

von SID

Mittwoch
06.01.2021, 17:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 06.01.2021, 13:29 Uhr