Jürgen Melzer im Interview - "Vielleicht im Davis Cup, vielleicht auf Rasen"

Jürgen Melzer ist zurück im internationalen Tenniszirkus. An der Seite des Slowaken Filip Polasek erreichte der 37-jährige Österreicher am vergangenen Wochenende das Finale der Koblenz Open. Es war Melzers erster Auftritts seit den Erste Bank Open 500 in Wien im vergangenen Oktober. Das Endspiel beim ersten ATP-Turnier des Jahres auf deutschen Boden ging für die neu-gegründete Doppelpaarung zwar verloren, doch das Fazit der Woche fiel überwiegend positiv aus.

von Florian Heer
zuletzt bearbeitet: 22.01.2019, 12:52 Uhr

Jürgen Melzer und Filip Polasek haben in Koblenz das Doppel-Finale erreicht
© Florian Heer
Jürgen Melzer, Filip Polasek

Am Rande der Koblenz Open verrät der zweifache Grand-Slam-Champion im Doppel im tennisnet-Interview seinen idealen Partner auf dem Platz und spricht über seine Pläne bezüglich Einzel-und Doppelkarriere.

Tennisnet: Wie fühlt es sich an wieder zurück auf dem Platz zu sein?

Jürgen Melzer (Doppel ATP-Nr. 134): Es war eine lange Pause, aber es ist immer wieder schön Tennis zu spielen. Es hat sich ein bisschen anders angefühlt, da ich keine Vorbereitung auf das Einzel hatte und mich ganz auf das Doppel fokussieren konnte. Es war ruhiger, der Aufwand war auch geringer. Es macht weiterhin Spaß auf dem Platz zu stehen und gewinnen macht natürlich noch mehr Spaß.

Ist ein Auftritt im Einzelwettbewerb noch denkbar?

Das muss schon ein außerordentlicher Zustand sein. Vielleicht beim Davis-Cup, falls Not am Mann sein sollte. Vielleicht könnte ich auch noch auf Rasen ein Match im Einzel bestreiten. Aber prinzipiell wars das.

Dieses Jahr bei den Australian Open nicht dabei zu sein ist ungewöhnlich für Sie. Schaut man mit einem weinenden Auge nach Melbourne?

Klar, wäre ich dort gern im Doppel angetreten. Ich war mir allerdings bewusst, dass ich mich im Doppel hochspielen muss. Natürlich verfolge ich aber das Geschehen dort und schaue mir Einzel-als auch Doppel-Matches an. Ich bin schon noch dabei.

Wie sieht der weitere Turnierplan aus?

Ich hoffe, dass Filip und ich uns gemeinsam weiter hochspielen können, um irgendwann ATP-250-Turniere spielen zu können. Dann kann es schnell gehen. Ich denke, dass wir beide das Niveau haben, um die Challenger-Ebene verlassen zu können. Mal sehen, wie schnell wir diese Stationen hinter uns lassen können.

Mit „Ossi“ wird vielleicht das ein oder andere Turnier kommen.

Aus österreichischer Sicht wäre ein Antreten mit Philipp Oswald oder sogar Ihrem Bruder Gerald sicherlich reizvoll.

Mit meinem Bruder wird es eher ausfallen, da er sich jetzt auf seine Einzelkarriere konzentrieren soll. Mit „Ossi“ wird vielleicht das ein oder andere Turnier kommen. Allerdings steht er um einiges höher als ich (ATP-Nummer 61) und kann auf der ATP-Tour antreten. Sollte dies aber irgendwann möglich sein, ist das natürlich eine Option.

Wenn man sich einen perfekten Doppelpartner schnitzen könnte. Wie würde dieser aussehen?

Den habe ich bereits gehabt: Philipp Petzschner. Wenn der gesund wäre, müsste ich nicht suchen.

Sind Sie noch im Kontakt?

Sehr viel sogar. Er ist ein guter Freund von mir und es ist wirklich schade, dass er verletzt ist und nicht spielen kann.

Wo werden Sie in den nächsten Wochen antreten?

Jetzt geht es zunächst zum Challenger nach Rennes. Nach dem Davis-Cup werden wir uns für eine Woche trennen, bevor wir dann wieder gemeinsam weiterspielen werden.

Das Gespräch führte Florian Heer in Koblenz

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22.01.2019, 12:12 Uhr
zuletzt bearbeitet: 22.01.2019, 12:52 Uhr

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