Keine Punkte in Wimbledon? Erste Spieler mucken auf

Beim Wimbledon-Turnier 2022 werden weder bei Frauen noch bei den Männern keine Punkte für die Weltrangliste vergeben. Das stößt den ersten Profis sauer auf.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 22.05.2022, 10:18 Uhr

Marton Fucsovics ist mit der Entscheidung der ATP nicht einverstanden
© Getty Images
Marton Fucsovics ist mit der Entscheidung der ATP nicht einverstanden

Na, wer hat den Viertelfinal-Gegner von Novak Djokovic in Wimbledon 2021 noch auf dem Zettel? Natürlich: Marton Fucsovics war es, der wackere Ungar, der sich dem späteren Champion in drei Sätzen geschlagen geben musste. Nicht ganz ein Jahr später sitzen Djokovic und Fucsovics wieder in einem Boot: Als jene Spieler nämlich, die durch die Entscheidung der ATP, für das Wimbledon-Turnier 2022 keine Punkte zu vergeben, ziemlich viel zu verlieren haben. Bei Djokovic sind es 2.000 Zähler, die einfach so aus der Wertung herausfallen.

Damit wird der Serbe die Führung in der ATP-Weltrangliste verlieren, je nach Verlauf der French Open entweder an Daniil Medvedev, Alexander Zverev oder Stefanos Tsitsipas, vielleicht sogar an Rafael Nadal. Für Djokovic natürlich doppelt bitter: Denn zu Beginn des Jahres durfte er als Ungeimpfter bei den Australian Open nicht antreten, konnte dort seine zwei Kilo nicht verteidigen.

Andererseits: Djokovic wird es verkraften können, im Sommer hat er nicht viele Punkte zu verteidigen, da ist eine Rückkehr an die Spitze der ATP-Charts nicht ausgeschlossen. Für Marton Fucsovics wird die Streichung der 180 Zähler für das Viertelfinale in Wimbledon 2021 aber sportlich beinahe dramatische Folgen haben: Fucsovics wird dann nämlich von Platz 55 auf ca. 130 zurückfallen. Sollte er nicht in den kommenden Wochen vor dem Rasenklassiker an der Church Road einen grandiosen Lauf hinlegen.

Signifikant ist dies deshalb, weil damit die Eintrittskarte für die Hauptfelder bei Turnieren auf der ATP-Tour flöten geht. Kein Wunder also, dass Fucsovics nicht gerade happy über die Entscheidung der ATP war.

Berrettini, Shapovalov als große Verlierer

Weitere Spieler, die der Wegfall der Punkte massiv treffen wird: Matteo Berrettini, Vorjahresfinalist und derzeit mit einer Verletzung außer Gefecht, werden 1.200 Zähler gestrichen. Damit würde Berrettini, Stand jetzt, insgesamt immer noch unter den Top 20 bleiben. Denis Shapovalov, 2021 im Halbfinale an Djokovic gescheitert, verliert 720 Punkte. „Profiteure“ sind dagegen Stefanos Tsitsipas, Jannik Sinner oder Carlos Alcaraz, die in ihrem Ranking entweder gar keine (Tsitsipas und Sinner) oder nur wenige Punkte verlieren (Alcaraz mit 45). Nadal fallen 360 Zähler für sein Halbfinale 2019 (!) weg.

Bei vielen SpielerInnen (auch die WTA hat sich dazu entschieden, das Wimbledon-Turnier punktemäßig zu entwerten) geht es also in Wmbledon "nur“ noch um das Preisgeld. Was auch wichtig ist. Genauso aber wie die Weltranglisten-Zähler. Die ersten Reaktionen in Roland Garros dazu werden spannend sein: Offizielle Pressekonferenzen gab es seit Bekanntgabe der Entscheidung nicht mehr.

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Sonntag
22.05.2022, 12:25 Uhr
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