Wegen WhatsApp-Chat: Bhupathi vs. Paes

Nachdem Leander Paes erstmals nicht für eine Davis-Cup-Partie nominiert wurde und nicht die Chance auf den Doppelrekord bekam, flogen zwischen ihm und Indiens Kapitän Mahesh Bhupathi die Fetzen.

von Christian Albrecht Barschel
zuletzt bearbeitet: 12.04.2017, 08:00 Uhr

Zwischen Mahesh Bhupathi und Leander Paes fliegen öffentlich die Fetzen

Nächste Episode im Zwist zwischen Leander Paes, dem indischen Tennisverband und Mahesh Bhupathi. Paes wurde zum ersten Mal in seiner Profikarriere nicht für den endgültigen Kader einer Davis-Cup-Partie nominiert, weil Bhupathi, der neue indische Kapitän, im Match gegen Usbekistan auf eine Aufstellung mit drei Einzelspielern und einem Doppelspieler setzte und Rohan Bopanna dem Vorzug vor Paes gab.

Paes machte, als der Kader feststand, seinem Unmut Luft und attackierte gegenüber den Medienvertretern seinen langjährigen Doppelpartner Bhupathi, mit dem er drei Grand-Slam-Titel gewann und die Nummer eins der Welt wurde. Aus der Freundschaft wurde im Laufe der Jahre ein eisiges Verhältnis. Besonders bitter für Paes: Mit einem weiteren Erfolg im Doppel würde er auf 43 Davis-Cup-Siege im Doppel stellen und damit alleiniger Rekordhalter werden. Derzeit liegt er mit dem Italiener Nico Pietrangeli gleichauf.

Bhupathi verteidigt sich, Paes stichelt weiter

Nachdem das indische Davis-Cup-Team mit 4:1 gegen Usbekistan gewonnen und somit die Relegation in der Weltgruppe erreicht hatte, ging Bhupathi in die Offensive und verteidigte seine Entscheidung, Paes nicht zu nominieren. Der Gründer der International Premier Tennis League machte dabei auf seiner Facebook-Seite den Gesprächsverlauf in WhatsApp zwischen den beiden öffentlich. "Wir haben ihm die Option gegeben und er hat sie angenommen. Nun darüber zu schmollen, nicht im Vier-Mann-Kader zu sein, ist ein wenig unprofessionell", erklärte Bhupathi.

Nachdem Paes davon erfuhr, dass sein langjähriger Doppelpartner den Chatverlauf öffentlich gemacht hatte, meldete er sich via Twitter und Facebook zu Wort. "Mir wurde nie kategorisch gesagt, dass ich nicht spielen würde, aber es war anscheinend so, dass die Entscheidung getroffen wurde, bevor ich in Bangalore angekommen bin. Das fand ich unnötig und respektlos. Dass ein privater Austausch öffentlich gemacht wird, zeigt die Art des Benehmens, welches eines Davis-Cup-Kapitäns nicht würdig ist. Worte sind Schall und Rauch, Geschichtsbücher hingegen lügen nicht", erklärte Paes und verwies auf seine großen Erfolge im Doppel und im Davis Cup.

Bhupathi will mit neuer Generation in die Weltgruppe

Zuvor hatte sich Bhupathi in seinem Facebook-Posting, der inzwischen gelöscht wurde, über das Verhalten von Paes beschwert und ihn beschuldigt, dass er spät zu Matches erscheint, seinen Platz als gegeben ansieht und sich nicht an Teamabsprachen hält. "Es gibt einen neuen Zug auf der Strecke, der Indien zurück in die Weltgruppe bringen soll, der voller Energie, Jugend und Positivität, harter Arbeit und Träumen ist. Diejenigen, die das nicht mögen, sollten aus dem Weg gehen, weil wir nicht beabsichtigen anzuhalten, bevor wir angekommen sind", schrieb Bhupathi und spielte auch auf Paes' fortgeschrittenes Alter an. Der Inder wird im Juni 44 Jahre alt.

Ob Paes im September die Chance auf den Davis-Cup-Doppelrekord bekommt, scheint derzeit sehr unwahrscheinlich. Indien tritt in der Relegation auswärts auf Kanada. Es ist jedenfalls ein Zwist, in der sowohl Bhupathi als auch Paes keine gute Figur abgeben. Indiens Tennisboss, Hironmoy Chatterjee, erklärte in der Hindustan Times: "Wir erwarten, dass sich diese alten Profis reifer verhalten. Wir akzeptieren nicht die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen. Wir müssen mit ihnen reden und sicherstellen, dass sie sich in viel reiferer Weise verhalten. Ich beabsichtige, beide zusammenzubringen. Sie werden das lösen", sagte Chatterjee, kritisierte aber auch Paes dafür, dass er kurz vor der Partie über seine Nichtnominierung mit den Medien gesprochen hatte. Fortsetzung folgt vermutlich...

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