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Linzer Gala im Semifinale der OTC Open

Lokalmatador Bernhard Linzer hat am Dienstag Nachmittag zum zweiten Mal in Folge das Endspiel seines...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 18.08.2021, 11:18 Uhr

Lokalmatador Bernhard Linzer hat am Dienstag Nachmittag zum zweiten Mal in Folge das Endspiel seines mit 1000 Euro dotierten Heimturniers am Ober St. Veiter Tennisclub erreicht. Der 28jährige setzte sich im ersten Halbfinale der 8. OTC Open Auflage powered by Peugeot & Lenovo nach einer speziell im ersten Satz hochklassigen Darbietung gegen Turnier-Topfavorit Nicolas Moser vom WAC nach 1:48 Stunden Spielzeit mit 6:1, 7:6 durch, und könnte damit am Mittwoch Nachmittag ab 16:30 Uhr Live im Stream auf kitris.tv und im Ticker auf www.hobbytennistour.at als erster Spieler in der Saison 2021 einen HTT-Titel aus dem Vorjahr mit Erfolg verteidigen. Gegner im Kampf um den Titel beim 30. Saisonturnier der Peugeot Hobby-Tennis-Tour wird Diego Laporta sein, der sich gegen den amtierenden HTT-French Open Sieger Florian Pimishofer unerwartet leicht tat, und mit 6:1, 6:3 nach Kitzbühel vor zwei Wochen sein zweites Saisonfinale 2021 erreichte. Ein Bericht von C.L

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Linzer begeistert die Zuschauer am Centecourt mit Zaubertennis

Da staunten die am Centercourt sitzenden Zuschauer am Jennerplatz hoch über Wien nicht schlecht! Der Local-Hero hatte gerade eine 34minütige Tennis-Gala-Vorstellung abgeliefert, und mit einem Feuerwerk an brillanten Schlägen gegen den im Vorfeld von Kritikern beim HTT-Veranstalter als zu stark monierten Nico Moser den ersten Satz mit 6:1 gewonnen. Es war ein herausragender erster Satz des mit großer Spannung erwarteten Semifinal-Krachers zwischen dem Titelverteidiger und dem großen Titelfavorit, der dem galaktischen Spiel des Lokalmatadors auf heimischen Boden  nichts entgegen zu setzen hatte. Linzer hatte sich prächtig auf die im Vergleich zu den bisherigen Turniertagen doch recht massiv veränderten Bedingungen eingestellt, und das Publikum am Centercourt ein ums andere Mal mit Zauberschlägen begeistert. Vorallem aber hatte er den Ball richtig “satt” am Racket und eine unfassbare Länge in seinen Schlägen. Damit konnte sich Moser nicht entfalten, sein gefürchtetes Power-Tennis von der Grundlinie kaum einmal umsetzen, und stand so bald recht ratlos dem sensationell agierenden Titelverteidiger gegenüber.

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Nico Moser eineinhalb Sätze lang ohne Aufschlag

Entscheidend war wohl auch der Umstand, dass der HTT Finals Champion von 2019 sein insgesamt zwölftes HTT Karriere-Semifinale eineinhalb Sätze lang praktisch ohne Aufschlag bestritt. Wenn ein Spieler seiner Klasse erst nach einer Stunde und acht Minuten sein erstes Aufschlagspiel zur zwischenzeitlichen 4:3 Führung im zweiten Satz durchbringt, dann erübrigt sich in Wahrheit jede weitere tiefgründige Analyse. Immerhin fand der zweite Satz dann auf eigentlich erwarteter Augenhöhe statt. Bis zu erwähnter Moser-Führung gab es im zweiten Satz eine sechs Games umfassende Break-Orgie, ehe die Partie im Finish auch noch spannende Elemente zu bieten hatte. Moser war längst im Spiel, Linzer nicht mehr mit außerirdischem Niveau unterwegs, und schon hatte dieser Halbfinal-Schlager auch seine dramatischen Momente. Linzer verpasste nach scheinbar entscheidendem Break zum 5:4 die Möglichkeit das Match frühzeitig auszuservieren. Und der 28jährige rettete sich nach Mosers zweitem Service-Gewinn zum 6:5 mit eigenem Aufschlag ins Tie-Break, wo er schließlich sein zweites OTC Open Masters Series 1000 Finale fixierte. “Der erste Satz war wirklich außergewöhnlich”, freute sich der Sieger, während Nico Moser die Bedingungen am Ober St. Veiter Tenniscliub ins Treffen führte. “Ich habe hier vom ersten Tag an nicht zu meinem Spiel gefunden. Die Bälle springen hier irgendwie anders ab”, so Moser nach der Niederlage in seinem fünften HTT Masters Series 1000 Semifinale.

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Diego Laporta steht nach Sieg über den amtierenden HTT French Open Sieger erstmals in einem HTT Masters Series 1000 Finale

10 Grad kühler als am zurückliegenden Wochenende, der Platz nach den extremen Regenfällen der vergangenen 24 Stunden um einiges langsamer, es herrschten wirklich gänzlich andere Bedingungen als bis zum Semifinal-Showdown der mit 1000 Euro dotierten OTC Open powered by Peugeot. Und damit hattte im zweiten Vorschluss-Runden-Gipfeltreffen auch der amtierende HTT French Open Champion Florian Pimishofer zu kämpfen. Die kleinen gelben Filzkugeln flogen nämlich mit überschaubarem Tempo auf den Ranglisten-Zehnten aus Seebenstein zu, und der hatte dann seine liebe Not, das Spiel entsprechend schnell zu machen. Und so kam am Ende nach knapp über 80 Minuten Spielzeit die deutliche 1:6, 3:6 Niederlage Pimishofers im NÖ-Derby der beiden talentierten Teenager auch nicht sonderlich überraschend. Für Laporta war es die gegen Pimishofer angestrebte und letztlich gelungene Revanche für die vorjährige bittere 6:7, 5:7 Zweitrunden-Niederlage bei den HTT French Open 2020, und nach den HTT Generali Open in Kitzbühel vor knapp mehr als zwei Wochen der zweite HTT-Finaleinzug 2021. Insgesamt steht der HTT US Open Gewinner von 2019 zum zehnten Mal in einem Endspiel auf der Peugeot Hobby Tennis Tour, allerdings erstmals in einem Finale auf HTT Masters Series 1000 Ebene. “Ich freue mich nach Kitzbühel so schnell wieder ein Finale auf der HTT erreicht zu haben. Diesmal können wir hoffentlich spielen, und mein Ziel bleibt ganz klar der Titel hier”, so der bald 19jährige Niederösterreicher.

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