Miriam Bley - Pionierin unter den deutschen Schiedsrichterinnen

Seit Beginn der Saison 2020 gibt es erstmals eine Schiedsrichterin auf der WTA-Tour, die auf dem höchsten Level („Gold Badge“) angekommen ist.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 13.05.2020, 07:49 Uhr

Miriam Bley - erste deutschsprachige "Gold Badge"-Schiedsrichterin
© Getty Images
Miriam Bley - erste deutschsprachige "Gold Badge"-Schiedsrichterin

Norbert Peick darf in Tenniskreisen getrost als Legende gelten. Peick hat in den vergangenen Jahren als Oberschiedsrichter die Welt bereist, war in dieser Tätigkeit beim Davis Cup von Österreich gegen Australien im Herbst 2018 ebenso im Einsatz wie bei den beiden bisherigen europäischen Ausgaben des Laver Cups, 2017 in Prag und im vergangenen Jahr in Genf. Norbert Peick hat allerdings auch ganz entscheidenden Anteil am Aufstieg einer deutschen Landsfrau in die Top-Ränge der professionellen Schiedsrichterinnen: Miriam Bley.

„Ich habe ein Match bei den regionalen Meisterschaften in meiner Heimatstadt geleitet, danach ist monatelang nichts passiert“, erklärte Bley in einem ausführlichen Interview mit der Website der WTA. „Aber im Januar 2006 hatte sich Norbert Peick gerade als Grand-Slam-Supervisor zurückgezogen, und er hat in meinem Bundesland ein Programm für die Entwicklung von Nachwuchsschiedsrichtern vorgestellt.

Keine Lust auf Tennistraining

„Norbert kam zu mir und hat mich gefragt, ob ich daran teilnehmen wolle, Teil dieser bayerischen Nachwuchsgruppe werden wollte. Und ich dachte mir: `Warum nicht?´ Danach ging es richtig schnell“, so Bley, die zu jenem Zeitpunkt an der Universität Würzburg Lehramt für Sport und Englisch studierte. Und gleichzeitig auch in der vierten oder fünften Liga selbst als Tennisspielerin aktiv war. Ihre staatliche Lizenz erlangte Bley schließlich im August 2006 bei den deutschen Mannschaftsmeisterschaften.  

Jetzt, mehr als ein Jahrzehnt später, ist Miriam Bley auf dem höchsten Level des professionellen Schiedsrichterwesens im Tennissport angekommen: Vor der Saison 2020 wurde die 35-Jährige als erste Frau aus Deutschland in den „Gold Badge“-Rang erhoben. Und das, obwohl sie zu Beginn ihrer Laufbahn gar nicht wusste, dass man als Referee eine berufliche Karriere hinlegen konnte.

Bley 30 Wochen lang unterwegs

Offensichtlich hat Bley für sich die richtige Entscheidung getroffen. „Ich wollte nie eine Tennistrainerin werden. Ich habe ein paar Sommer-Camps während meiner Uni-Zeit gemacht, oder bei meinem Heimatclub ausgeholfen, wenn jemand krank geworden ist. Als ich die erste Trainerlizenz auf dem niedrigsten Level gemacht hatte, hat man mich für die nächsthöhere empfohlen, aber das wollte ich nicht.“

Der Beruf der Schiedsrichterin komme einer ihrer Vorlieben jedenfalls sehr entgegen - der Reiselust. Und schon als „Silver Badge“-Umpire war Miriam Bley etwa 30 Wochen lang pro Jahr unterwegs. Im Dienste der WTA, versteht sich. Auch wenn ihre Freunde immer noch denken, sie würde als Urlauberin durch die Welt tingeln. 

Hier geht´s zum gesamten Interview mit Miriam Bley
 

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Mittwoch
13.05.2020, 18:20 Uhr
zuletzt bearbeitet: 13.05.2020, 07:49 Uhr