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Niederösterreichische Festspiele zum 1000er-Auftakt

Das Endspiel der 13. Peugeot Februar Masters Series 1000 Ausgabe wird zur rein niederösterreichische...

von Claus Lippert
zuletzt bearbeitet: 22.02.2022, 18:18 Uhr

Das Endspiel der 13. Peugeot Februar Masters Series 1000 Ausgabe wird zur rein niederösterreichischen Angelegenheit. Die beiden ungesetzten Titelfavoriten Markus Zellinger vom TC Tulln und der Waldviertler Adrian Vorhemus machen am Dienstag Abend (LIVE ab 20:00 Uhr auf www.hobbytennistour.at) den Titel beim ersten Masters Series 1000 Turnier der Saison untereinander aus, und prolongieren so “blau-gelbe” Festspiele am Altmannsdorfer Ast in Wien, die bereits im Semifinale am Montag Abend mit zwei mehr als überzeugenden Semifinal-Erfolgen der heutigen Final-Protagonisten ihren Anfang genommen haben. Ein Bericht von C.L

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Adrian Vorhemus deklassiert Ranglisten-Ersten Damian Roman

Es war ein stürmischer Semifinal-Abend an diesem gestrigen 21. Februar 2022. Draußen vor der Halle sorgte “Tief Antonia” für heftige Turbulenzen und wackelnde Hallenfenster, während drinnen am Centercourt des UTC La Ville die “doppelte Vorhand Adrian” die HTT-Hirachie für einen Abend kräftigst durcheinander wirbelte, und den Ranglisten-Ersten Damian Roman nach einer atemberaubend starken Vorstellung arg zersauste. Adrian Vorhemus steht nach einer Gala-Darbietung und einem 6:1, 6:1 Kantersieg über HTT Branchen-Primus Damian Roman zum dritten Mal in Serie in einem HTT-Finale, und zum zweiten Mal nach 2018 im Endspiel des Peugeot Februar Masters Series 1000 Turniers im UTC La Ville. Der 20jährige aus Raabs meldete mit einer imposanten Semifinal-Leistung seine Ansprüche in Richtung Titel vehement und nachhaltig an, und das immerhin gegen den 30fachen HTT Turniersieger Damian Roman. Der hatte nur zu Beginn des Generationen-Duells am Centercourt seine “hellen Momente” und die “klitzekleine” Möglichkeit, das Spiel womöglich eine andere Richtung zu lenken. Roman führte 1:0, und hatte im ersten – und einzigen nicht sattelfesten – Aufschlagspiel seines Gegners jene beiden Break-Möglichkeiten, die die Statistik-Abteilung am Ende des Matches für den 39jährigen ausgewiesen hatte. Danach ging es rasant in Richtung semifinalem Debakel, denn Vorhemus nahm den überlegen führenden Ranglisten-Ersten mit links und rechts abgefeuerten Vorhand-Kanonen unter Dauerbeschuss. Vorhemus holte schnell und vorallem konstant spielend neun Games in Serie, ehe Damian Roman mit Ergebniskosmetik der minimalsten Form die Null im zweiten Satz erspart blieb.

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HTT Branchen Primus verliert erstmals nach 12 Masters Series 1000 Siegen und bekommt von seinem Gegner die Grenzen aufgezeigt

Der 39jährige musste erstmals nach 12 Siegen in Serie wieder als Verlierer eines HTT Masters Series Matches vom Platz, und sich nach der ersten Niederlage auf 1000er-Ebene seit Oktober 2020 in Geduld üben, was den 31. Turniersieg seiner HTT-Karriere betrifft. “Die Niederlage sieht auf dem Papier schlimmer aus, als sie für mich persönlich ist”, meinte der rumänische Routinier nach seinem ergebnistechnisch desaströsen Auftritt. “Ich habe heute gegen eine Maschine verloren, da hätte kein Hobbyspieler an diesem Abend gewonnen”, zog Roman seine persönliche Bilanz nach dem 355. HTT Single-Match seiner Laufbahn, in dem er nach langer Zeit wieder einmal Grenzen aufgezeigt bekam. Und zwar persönliche Grenzen, die mit fortgeschrittenem Alter und der beruflichen Situation gut erklär- und entschuldbar sind. Um einen wie Vorhemus in die Schranken zu weisen, bedarf es aber auch mehr als nur den Ball reinzuspielen. Die ersten beiden Games versuchte Damian Roman noch aggressiv dagegen zu halten, punktete ein ums andere Mal mit seiner Vorhand, und hielt so die beiden Auftakt-Games völlig offen. Danach wurde Roman immer defensiver, immer passiver und agierte zu oft und zu weit hinter der Grundlinie. Mit Rückhand-Slice, der einen Meter nach der T-Linie für den Gegner zu spielen ist, kann man einen wie Vorhemus nicht in Bedrängnis bringen, zumal sich der in den eineinhalb Jahren seiner HTT-Absenz mächtig in Sachen Konstanz weiterentwickelt hat.

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Markus Zellinger nahe dran am “perfekten Comeback”

Nur mehr einen Schritt vom perfekten Comeback ist auch der zweite an diesem Turnier-Wochenende für Furore sorgende Niederösterreicher entfernt. Die Rede ist von Markus Zellinger, der am Montag Abend im ersten Semifinale des 13. Peugeot Februar Masters Series 1000 Turniers den nordmazedonischen Jungstar Tarik Mustafik in einer Stunde und sechs Minuten mit 6:4, 6:4 aus dessen Titelträumen entließ, und sich selbst zum sechsten Mal in seiner HTT Karriere für einen finalen Showdown qualifizierte. Der 35jährige vom TC Tulln spielte in einem engen, ausgeglichenen und von den Aufschlägern dominierten ersten Satz seine ganze Routine aus, und schlug im entscheidenden Moment mit dem einzigen Break des ersten Satzes zum 5:4 gnadenlos zu. Danach servierte Zellinger den ersten Satz aus, und hatte so den am Vortag fünf Stunden kämpfenden Gegner auch mental in eine schwierige Situation gebracht. Jetzt musste Mustafik nochmals über sich hinaus wachsen, nochmals an oder über seine Grenzen gehen, und das gelang nach dem super-anstrengenden Sonntag mit der epischen Geschlechter-Schlacht gegen Mila Masic als Höhepunkt nicht mehr. Der 19jährige konnte zwar ein früh kassiertes Break zum 0:2 noch einmal ausbügeln, im allerletzten Game nach eingehandeltem 0:40 Rückstand aber nicht mehr kontern. Zellinger siegte 6:4, 6:4, und steht damit zum zweiten Mal in seiner HTT Karriere im Endspiel eines Masters Series 1000 Turniers auf der Peugeot Hobby Tennis Tour, während Tarik Mustafik am Montag Abend den 100. Einzelsieg seiner noch jungen Laufbahn verpasste.

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