Novak Djokovic - Bitterer Nachgeschmack eines zuckersüßen Jahres

Novak Djokovic hat 2021 drei Titel bei Grand-Slam-Turnieren gewonnen. So richtig zufrieden wird er nach den Niederlagen bei den letzten Großereignissen aber nicht in die Ferien gleiten.

von Jens Huiber
zuletzt bearbeitet: 03.12.2021, 22:49 Uhr

Novak Djokovic wird die Enttäuschung von Madrid verdauen
© Getty Images
Novak Djokovic wird die Enttäuschung von Madrid verdauen

Zunächst einmal ist Beruhigung angesagt: Auch wenn Novak Djokovic in diesem Jahr den Davis Cup nicht gewonnen hat, so wird der Titel beim traditionsreichsten Mannschaftswettbewerb kein weißer Fleck in der Vita des besten Tennisspielers der Welt sein. Im Gegenteil: 2010 durften die Serben ja zuhause gegen Frankreich antreten, Djokovic panierte Gilles Simon und Gael Monfils, durfte dann mit Viktor Troicki feiern, der sich im fünften Match gegen Michael Llodra durchsetzte.

Natürlich hat sich der Weltranglisten-Erste den gestrigen Freitagabend in Madrid anders vorgestellt - und das geht schon mal mit dem Ausgang des ersten Einzels los, in dem Dusan Lajovic einem starken, aber keinesfalls übermächtigen Borna Gojo in drei Sätzen unterlag. Die nächste Pleite für eine serbische Nummer zwei, nachdem Filip Krajinovic gegen Deutschland Dominik Koepfer unterlegen war, und Mimor Kecmanovic am Mittwoch gegen Mikahil Kukushkin ein unverlierbares Match doch noch in die Binsen gesetzt hat. Gegen Kasachstan konnte Djokovic die Delle noch ausbügeln, gegen Nikola Mektic und Mate Pavic war Endstation.

Zverev nutzt kurze Schwächephase von Djokovic

Wie fällt nun die Jahresbilanz aus? Großartig, natürlich. Zumindest bis zum Sommer, genauer gesagt bis zum zweiten Satz im Halbfinale der Olympischen Spiele gegen Alexander Zverev, in dem der Deutsche eine kurze Schwächephase von Djokovic nutzte, um den Spielverlauf auf den Kopf zu drehen. Der Golden Slam war perdu, zum Bronze-Match im Mixed wollte Djokovic dann nicht mehr antreten.

Dass es auch aus dem Kalender-Grand-Slam nichts geworden ist, war dann der nächste Nackenschlag gegen Djokovic. Endlich hatte er in New York City das Publikum für sich erobert, Daniil Medvedev kümmerte das nicht weiter. Er profitierte von der Fahrigkeit Djokovics, die man ansonsten bei großen Anlässen nicht von diesem kennt. Bei den US Open zeigte der 34-Jährige diese übrigens schon in den früheren Runden, aber Medvedev ist halt doch noch einmal eine bis zwei Klassen stärker als etwa ein Jenson Brooksby, der die Angelegenheit gegen Djokovic noch spannender hätte machen können.

Großartiges Match gegen Nadal

Dass bei den ATP Finals im Halbfinale Alexander Zverev wieder nicht kooperierte, fügte sich in das Bild der zweiten Saison-Hälfte. Zwar holte Djokovic nach einer längeren Spielpause den Titel in Paris-Bercy und fast selbstredend verlor er im Laufe des Davis Cups kein einziges Einzel-Match, so richtig geschmeidig wird Nole aber nicht in die kurzen (oder doch längeren, sollte er in Australien nicht spielen) Ferien gleiten.

Dennoch: Novak Djokovic wird nach seinen drei Grand-Slam-Titeln mit Recht als Klassenbester überwintern, er hat in dieser Saison unglaubliche Highlights gesetzt, das größte vielleicht in Roland Garros gegen Rafael Nadal. In einem Match, das in puncto Klasse und vor allem Intensität seinen Platz in jedem Jahresrückblick haben sollte, nicht nur in jenen den Tennissport betreffend.

Werden Narben bleiben? Aber woher! 2019 hatte Djokovics damaliger Partner Viktor Troicki den Sieg gegen Russland auf dem Schläger, die Serben flogen dennoch raus. Djokovic reiste frustriert aus Spanien ab und danach voll motiviert nach Australien, gewann dort das erste Major des Jahres. Eines von 20. Das nächste wird in der kommenden Saison folgen.

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04.12.2021, 09:55 Uhr
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