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Goran Ivanisevic – Beste Erinnerungen an das Olympische Dorf

Der Kroate hält seine beiden Bronzemedaillen in Ehren.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 23.07.2016, 21:10 Uhr

Joint bronze medalists in the tennis Men's Doubles receive their medals at the Vall d'Hebron complex on Montjuïc during the Olympic Games in Barcelona, Spain, 7th August 1992. Left to right: Goran Prpic and Goran Ivanisevic of Croatia, and Christian...

Der Verzicht auf ein Spiel um Platz drei muss nicht immer zum Schaden der Beteiligten sein: Das deutsche Fußball-Nationalteam konnte nach dem Ausscheiden bei der Europameisterschaft gegen die gastgebenden Franzosen sicherlich gut auf eine Partie gegen die erstaunlichen Waliser verzichten. Noch besser natürlich, wenn beide im Halbfinale Gescheiterten in den Genuss einer Bonifikation kommen – wie etwa einer Bronzemedaille.

1992 gingGoran Ivanisevicbeim olympischen Doppel-Wettbewerb mit LandsmannGoran Prpican den Start, noch dazu als Fahnenträger der kroatischen Abordnung. Drei Siege, alle in Best-of-five-Matches, hatten Ivanisevic und Prpic auf ihrem Weg in die Vorschlussrunde errungen, bevor gegen die südafrikanische Paarung Piet Norval und Wayne Ferreira in fünf Sätzen das Aus kam. Von ehrenvollem Empfang in der Heimat indes keine Spur, wie Ivanisevic im ITF-Buch „Mein Leben – meine Medaille“ ausführt.

Edelmetall für den Sohn

Noch größer die Anstrengungen im Einzel-Wettbewerb: Viermal en suite musste Ivanisevic über die volle Distanz gehen, sein Viertelfinal-Match gegen Fabrice Santoro entschied er mit 8:6 in der Entscheidung für sich, eine Runde davor war der Kraftakt erst mit einem 9:7 gegen Jakob Hlasek beendet. Kein Wunder, dass im Halbfinale gegen den späteren Olympiasieger Marc Rosset die Kräfte nicht mehr ausreichten. Immerhin: Zwei Bronzemedaillen standen letztlich als Bilanz für den Barcelona-Trip von Ivanisevic zu Buche.

„Ich bin um ein Uhr Früh gelandet und keiner hat mich empfangen“, schreibt der Wimbledon-Champion von 2001. „Wir waren immer noch im Krieg und hatten eine schwierige Zeit in Kroatien. Ich musste sofort weiter zum nächsten Turnier, das Teil der US-Hartplatz-Serie war. Es gab keine Feier.“ In Ehren hält Ivanisevic das Edelmetall dennoch: „Mein Sohn spielt Tennis. Und er wird die Medaillen bekommen, wenn er größer ist.“

Pflichtaufenthalt im Dorf

Einen Ratschlag hat Goran Ivanisevic jedenfalls für alle Olympioniken parat: „Im Olympischen Dorf zu wohnen, egal wie weit es entfernt ist, ist elementarer Bestandteil der Spiele. Dort ist immer was los. (…) Ich habe viele interessante Menschen getroffen. Ich empfehle allen Athleten im Dorf zu wohnen, um die ganze Erfahrung mitzunehmen.“

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Samstag
23.07.2016, 21:10 Uhr