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Monica Puig – „Es war an der Zeit, der Welt zu zeigen, wer ich bin“

Die 22-jährige Olympiasiegerin erzählt, warum sie nach ihrem märchenhaften Erfolg mit Tränen in den Augen nach Puerto Rico zurückkehren wird.

von tennisnet.com
zuletzt bearbeitet: 17.08.2016, 13:14 Uhr

RIO DE JANEIRO, BRAZIL - AUGUST 13: Monica Puig of Puerto Rico reacts after defeating Angelique Kerber of Germany in the Women's Singles Gold Medal Match on Day 8 of the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Tennis Centre on August 13, 2016 in Rio d...

Ein von WTA (@wta) gepostetes Foto am<time datetime="2016-08-17T01:46:35+00:00" style=" font-family:Arial,sans-serif; font-size:14px; line-height:17px;">16. Aug 2016 um 18:46 Uhr</time>

„Olympiagold bedeutet mir mehr als ein Grand-Slam-Titel“

Ein Moment, auf den sich Puig jetzt schon freut. „Immer wenn ich in Puerto Rico lande, schießen mir die Tränen in die Augen. Es ist wunderschön da, ich bin unglaublich stolz auf meine Heimat“, sagte die Überraschungssiegerin in einem Interview mit WTA-Insiderin Courtney Nguyen. „Es wird eine unglaubliche Parade geben. Ich möchte dieses Gefühl voll auskosten, da es einmalig war – erste Olympiateilnahme und direkt Gold.“ Der Sieg sei noch bedeutender als ein Grand-Slam-Titel, für den es noch viele Chancen gibt. „Auf Olympia muss ich jetzt aber wieder vier Jahre warten. Deshalb wurde ein Traum wahr, besonders weil ich ihn mir so früh in meiner Karriere erfüllen konnte.“

Der Weg zu Gold war für Puig allerdings alles andere als ein Selbstläufer. Immerhin besiegte die aktuelle Nummer 35 der WTA dabei Größen wieGarbine Muguruza(amtierende French-Open-Siegerin) undPetra Kvitova(zweifache Championesse in Wimbledon), bevor sie im Endspiel auch noch die Nummer zwei der Welt phasenweise an die Wand spielte. „Ich denke, ich gehöre jetzt zu den Besten. Es war keine Frage, ob es passiert, sondern wann“, ließ Puig selbstbewusst verlauten. Vor einem knappen Jahr schien diese Entwicklung noch undenkbar. Damals fiel die frühere WTA-Titelträgerin von Straßburg sogar kurzzeitig aus den Top 100 und gewann nur selten zwei Matches in Folge. Doch die 22-Jährige ließ sich nicht beirren und kletterte stetig im Ranking empor. „Ich wusste, dass sich die harte Arbeit irgendwann auszahlen wird. Niemand hatte mich in Brasilien so richtig auf der Rechnung. Es war an der Zeit, ins Licht zu treten und der Welt zu zeigen, wer ich bin.“

Mit innerer Zufriedenheit zu neuen Höhen

Dabei zeigte Puig während der Matches am Zuckerhut meist nur sehr dosiert, was ihn ihr vorging. Erst beim Stand von 5:0, im finalen dritten Satz gegen Kerber schienen sich die Nerven kurzzeitig bemerkbar zu machen. „Ich habe daran gearbeitet, im Spiel mental stabiler zu sein. Als ich 5:0 führte, ging ich etwas mehr aus mir raus, um meine Nervosität in den Griff zu bekommen – das half.“ Dass nun eine gesteigerte Erwartungshaltung auf sie einwirkt, will Puig möglichst entspannt aufnehmen: „Ich weiß, dass ich noch sehr jung bin. Deshalb versuche ich erst gar nicht, mich selbst unter Druck zu setzen, um diesen Erfolg zu bestätigen.“ Vielmehr will sie den Augenblick genießen,ihre leichten Beschwerden im unteren Rückenauskurieren und Puerto Rico bei den US Open wieder großartig vertreten. Es gebe keinen Grund, irgendetwas zu erzwingen, „dennoch bin ich sicher, dass mir noch viele schöne Momente in meiner Laufbahn bevorstehen.“ Behält sich die märchenhafte Olympiasiegerin von Rio de Janeiro diese Demut und Ausgeglichenheit, dürfte daran kein Zweifel bestehen.

von tennisnet.com

Mittwoch
17.08.2016, 13:14 Uhr