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Azarenka, Svitolina und die Pfiffe in Wimbledon: Es wird Zeit für eine Ansage!

Victoria Azarenka musste nach ihrer Niederlage gegen Elina Svitolina einige Pfiffe anhören, als sie den Platz verließ - und verstand die Welt nicht mehr. Eigentlich ließe sich das vermeiden.

von Florian Goosmann aus Wimbledon
zuletzt bearbeitet: 10.07.2023, 19:34 Uhr

Victoria Azarenka
© Getty Images
Victoria Azarenka

Es war ein fantastisches Match, das am Sonntagabend gerade zu Ende gegangen war - das Achtelfinale zwischen Elina Svitolina und Victoria Azarenka (2:6, 6:4, 7:6 (9))./

Und es hatte, abgesehen vom knappen Spielausgang, ein verlässliches Ende: Svitolina und Azarenka würden sich nicht die Hände schütteln, das war jedem Tennisfan bereits im Vorfeld klar. Denn Svitolina und fast alle ukrainischen Spielerinnen haben auf den Handshake nach Matches gegen russische und belarussische Spielerinnen infolge des Angriffskrieges von Russland in der Ukraine bislang immer verzichtet. Und das auch mehrfach kundgetan.

Für uns Tennisfans nichts Neues. Für Besucher auf Tennisturnieren aber doch. Bei den French Open setzte es bereits gellende Pfeifkonzerte, mal gegen russische Spielerinnen, mal gegen ukrainische, wie Svitolina, was in deren Match gegen Aryna Sabalenka dem Umstand geschuldet war, dass diese am Netz gewartet hatte (angeblich hatte sie vergessen, dass Svitolina keine Hand schütteln würde).

Auch Daria Kasatkina war in Paris ausgebuht worden, obwohl sie sich klar gegen den Krieg positioniert hatte und Svitolina nach deren Sieg den Daumen nach oben zustreckte - was diese dankbar goutierte. Geholfen hat es nichts.

Wimbledon-Publikum ähnlich ahnungslos wie das in Paris

Nun also auch in Wimbledon, wo das Publikum im Normalfall doch gemäßigter drauf ist als in Paris.

Azarenka hatte hier Svitolina aus der Ferne zugenickt und dann, wie erwartet, den Platz verlassen - musste sich aber Buhrufe anhören. "Vika" verstand die Welt nicht mehr und verließ sarkastisch lachend und mit der "Monica/Ross-Du-kannst-mich-mal-Geste" (aus der TV-Serie Friends) den Platz. Sie trat entsprechend genervt vor die Presse und warf dieser vor, überhaupt eine zu große Sache draus zu machen. Und die Zuschauer? Könne sie ohnehin nicht kontrollieren. "Ich bin nicht sicher, ob die meisten Leute kapieren, was da los ist. Vielleicht hatten sie auch zu viele Pimm's."

Warum erklärt es der Schiedsrichter nicht dem Publikum?

Wie eine Lösung aussehen könnte? Sehr einfach, mit einer Ansage im Vorfeld des Matches, seitens des Schiedsrichters.

Ähnlich sieht es auch Svitolina: "Die Tennis-Organisationen müssen ein Statement rausbringen, dass es keine Handshakes zwischen russischen, belarussischen und ukrainischen Spielern geben wird", sagt sie. "Das wäre der richtige Weg."

Und zumindest für dieses Problem ein recht einfacher.

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Svitolina Elina

von Florian Goosmann aus Wimbledon

Montag
10.07.2023, 18:55 Uhr
zuletzt bearbeitet: 10.07.2023, 19:34 Uhr

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