Roberto Bautista Agut im Interview: "Ich will an den ATP Finals teilnehmen"

Roberto Bautista Agut gewann in Doha seinen zehnten Titel auf der ATP-Tour. Wir haben den Spanier bereits vor dessen Triumph in Katar zum Interview gebeten und mit ihm über seine Ziele in dieser Saison, Landsmann Rafael Nadal und die zahlreichen Verletzungen im Tennissport gesprochen.

von Nikolaus Fink
zuletzt bearbeitet: 20.02.2022, 12:55 Uhr

Roberto Bautista Agut gewann in Doha seinen zehnten Titel auf der ATP-Tour
© Getty Images
Roberto Bautista Agut gewann in Doha seinen zehnten Titel auf der ATP-Tour

Herr Bautista Agut, Sie haben vor Saisonbeginn Ihre langjährige Partnerschaft mit Coach Pepe Vendrell beendet. Jetzt arbeiten Sie mit Daniel Gimeno-Traver und Tomas Carbonell zusammen. Warum haben Sie diese Veränderungen in Ihrem Trainerteam vorgenommen?

Pepe und ich haben fast elf Jahre zusammengearbeitet und einen großartigen Job gemacht. Wir haben beide eine Veränderung gebraucht. Für mich war das gut, weil ich nun einige neue Inputs bekomme. Mit Tomas arbeite ich schon länger zusammen. Zuvor zwar nicht Vollzeit, aber er hat mich in einigen Turnierwochen begleitet. Zudem ist er auch mein Manager. Mit Daniel habe ich früher manchmal Doppel gespielt. Wir kennen uns sehr gut und wohnen nah beieinander. Unsere ausgezeichnete Beziehung ist für unsere Zusammenarbeit sehr wichtig. Der Austausch ist mit beiden sehr gut. Ich lerne viel und spüre neue Energie. Das gibt mir sehr viel Motivation für die Zukunft.

Welche Ziele verfolgen Sie in dieser Saison?

Ich will an den ATP Finals teilnehmen. Dafür arbeite ich sehr hart. Ich war schon ein paar Mal knapp dran und möchte das in diesem Jahr erreichen. Zudem will ich auf der ATP-Tour Titel gewinnen. Das sind im Jahr 2022 meine größten Ziele. Der Saisonstart war schon einmal gut. Ich fühle mich in guter Form und habe in der Vorbereitung super gearbeitet. Ich will so weitermachen und diese starken Leistungen weiterhin auf den Matchcourt transportieren. Dafür benötige ich gute Trainingseinheiten. Aktuell genieße ich die Momente auf dem Court sehr.

Es ist nicht leicht, sich auf der ATP-Tour in der Umkleidekabine Respekt zu verschaffen.

Roberto Bautista Agut

Genussvolle Momente auf dem Court erlebte bei den Australian Open auch Ihr Landsmann Rafael Nadal. Was sagen Sie zu seiner Leistung?

Er ist ein großartiger Wettkämpfer und ihn zeichnet in engen Momenten etwas Besonderes aus. Das hat man auch in Australien wieder gesehen. Deswegen hat er 21 Grand-Slam-Turniere gewonnen. Er ist nicht umsonst einer der besten Sportler Spaniens.

Zurück zu Ihnen. Es scheint so, als ob kein Spieler wirklich gerne gegen Sie spielen würde, da Sie wenige Fehler begehen und Ihre Gegner sich jeden Sieg hart erarbeiten müssen. Genießen Sie diese Rolle?

Es ist nicht leicht, sich auf der ATP-Tour in der Umkleidekabine Respekt zu verschaffen. Dafür muss man viel arbeiten. Ich habe mir das mit meiner Spielweise verdient. Das ist sehr gut für mich und heißt, dass ich etwas richtig mache.

Anders als die meisten Spanier fühlen Sie sich auf Hartplatz und Rasen wohler als auf Sand. Warum?

Es werden rund 80 Prozent der Turniere auf Hartplatz ausgetragen. Daher ist es sehr wichtig, dort gut zu spielen. Ich spiele zwar auch gerne auf Sand, aber verbringe dort nicht so viel Zeit wie auf Hartplatz. Daher fühle ich mich meist nur bei den French Open wirklich gut. Ich müsste also mehr Zeit auf Sand verbringen, um nicht nur beim letzten Turnier gut zu spielen und bessere Resultate zu erzielen.

Im Moment ist ein Karriereende für mich kein Thema.

Roberto Bautista Agut

Viele Tennisspieler haben im Laufe ihrer Karriere immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Liegt das Ihrer Meinung nach auch daran, dass derart viel auf Hardcourt gespielt wird?

Ich denke, dass es nicht daran liegt. Das hat meiner Meinung nach eher mit dem Spielplan zu tun. Wir spielen so viele Turniere und haben fast keine Pausen. Unsere Saison hört Anfang Dezember mit dem Davis Cup auf und drei Wochen später sitzen wir schon wieder im Flugzeug nach Australien. Die ATP und die ITF sollten sich diesem Problem annehmen. Jeder Mensch auf dieser Welt braucht Pausen. Tennisspieler sind da keine Ausnahme.

Sie sind jetzt 33 Jahre alt. Inwieweit haben Sie sich auch angesichts dieses strammen Turnierplans bereits mit Ihrem Karriereende auseinandergesetzt?

Daran denke ich aktuell noch überhaupt nicht. Ich will weiter hart an mir arbeiten und den Tennissport genießen. Im Moment ist ein Karriereende für mich kein Thema.

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