Rybakina in Cincy noch zwei Schritte vom Thron entfernt
Nach ihrem souveränen Achtelfinal-Erfolg gegen Diana Shnaider und der überraschenden Niederlage von Aryna Sabalenka gegen die Tschechin Sara Bejlek kann sich Elena Rybakina beim Turnier in Cincinnati mit zwei weiteren Siegen an die Spitze der Weltrangliste spielen. Dennoch bevorzugt die Kasachin weiterhin die Schnecken-Strategie.
von Dietmar Kaspar
zuletzt bearbeitet:
20.08.2026, 12:14 Uhr

Selbst der charmante Mark Petchey an der Seite von Andrea Petkovic konnte Elena Rybakina beim WTA-1000er-Turnier in Toronto als TV-Experte nach deren Viertelfinal-Erfolg gegen Naomi Osaka nicht aus der Reserve locken. Auf die Frage, ob sie über die Weltranglistenposition 1 nachdenke, antwortete die zweifache Major-Siegerin in ihrer ruhigen, aber schlagfertigen Art: „Nein, ihr fragt mich ja ständig danach. Erst wenn ihr fragt, muss ich darüber nachdenken.“
Nach der spaßig gemeinten Abfuhr ging die 27-Jährige aber doch noch ernsthaft ins Detail: „Ich konzentriere mich einfach auf das Hier und Jetzt und versuche, mich auf jedes einzelne Spiel zu fokussieren. Ich schaue nicht auf die Rangliste und verfolge sie auch nicht. Für mich ist es einfach wichtig, Spiel für Spiel zu denken und hoffentlich Titel zu gewinnen.“
Dennoch ist davon auszugehen, dass Rybakina sich doch ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt und die aktuelle Arithmetik schon im Kopf hatte. Neben eigenen guten Resultaten der Weltranglisten-2. musste ja auch Aryna Sabalenka als aktuelle Nr. 1 bei dem Unterfangen mitspielen. Und die Belarussin war im Vorjahr in Kanada nicht am Start und hatte in Cincinnati nur ein Viertelfinale zu verteidigen, in dem sie ironischerweise gegen Rybakina eine deutliche Klatsche einstecken musste. Die große Chance auf den Sprung an die Spitze zeichnete sich also am ehesten bei den US Open ab, wo Sabalenka im Vorjahr den Titel einfahren konnte.
Doch Sabalenka schien im Vorfeld des 1000er-Events schon dem Atem der Kasachin zu spüren. Beim Media Day vor dem Turnier wurde die 28-Jährige auf das Ringen um die Spitzenposition im Ranking mit Iga Swiatek und Coco Gauff angesprochen, woraufhin sie die Journalistin korrigierte und auch Rybakina als aktuelle Nr. 2 als große Herausforderin ins Spiel brachte.
Durch die frühzeitige Niederlage von Sabalenka geht die Türe zum Thron der Weltrangliste für Rybakina weit auf. Mit zwei weiteren Siegen würde sie durch das Erreichen des Endspiels erstmals an die Spitze des Rankings rücken. Doch wie man die 13-fache Tour-Titelträgerin kennt, wird sie vor den kommenden Aufgaben weiterhin bescheiden tiefstapeln. Und das nicht ganz ohne Grund – im Viertelfinale wartet die ehemalige Weltranglistenerste Iga Swiatek aus Polen, der sie beim vergangenen Turnier in Toronto im Finale noch in zwei glatten Sätzen unterlegen war.
Hier das Einzel-Tableau aus Cincinnati
