"Sehr enttäuschend": Saudi-Arabien-Botschafterin kritisiert Navratilova und Evert

Reema Bandar Al-Saud, die Botschafterin von Saudi-Arabien in den USA, hat sich enttäuscht von der Kritik von Martina Navratilova und Chris Evert gezeigt.

von Florian Goosmann
zuletzt bearbeitet: 04.02.2024, 17:39 Uhr

Martina Navratilova sieht bei den Top Drei noch Luft nach oben
© Getty Images

Al-Saud bezog sich damit auf einen Gastbeitrag von Navratilova und Evert in der Washington Post vor wenigen Tagen. Die beiden Tennis-Granden hatten sich mehrfach gegen einen Deal der WTA mit Saudi-Arabien gestellt./

"Als eine Frau, die ihr Leben den Rechten der Frauen gewidmet hat, hat mich zutiefst geschmerzt, eine Kolumne in der Washington Post zu lesen, in der Saudi-Arabien als Gastgeber der WTA-Finals abgelehnt wird, und zwar mit Argumenten, die auf veralteten Stereotypen und westlich geprägten Ansichten über unsere Kultur beruhen. Die Nichtanerkennung der großen Fortschritte, die Frauen in Saudi-Arabien gemacht haben, verunglimpft unseren bemerkenswerten Weg", schrieb Al-Saud auf X (vormals Twitter).

"Wie viele Frauen auf der ganzen Welt haben wir die Legenden des Tennis als Wegbereiter und Vorbilder betrachtet (...) Aber diese Champions haben genau den Frauen, die sie inspiriert haben, den Rücken gekehrt, das ist mehr als enttäuschend."

"Fortschritt ist konstant in Saudi-Arabien"

Navratilova und Evert würden behaupten, dass nach saudischem Recht nach wie vor Frauen als Eigentum von Männern gälten. Dem sei nicht mehr so, schrieb Al-Saud weiter. Frauen bräuchten keine Erlaubnis eines Beschützers zum Reisen oder Arbeiten. "Saudische Frauen haben selbst das Sagen über ihre persönliche und finanzielle Zukunft."

"Mein Land ist noch kein perfekter Ort für Frauen", gibt sie zu. "Aber das ist nirgendwo so. Aber der Fortschritt ist konstant in Saudi-Arabien, wo Frauen in einen schnelleren Tempo nach vorne kommen als anderswo in der Welt."

Saudi-Arabien investiert immens ins Sport

Saudi-Arabien hat in den vergangenen Jahren große Summen in Sportveranstaltungen investiert - von Fußball über Formel 1 bis Golf. Nun eben will man sich ans Tennis heranwagen. Zuletzt erst hatte Rafael Nadal bekanntgegeben, eine Tennisakademie in Saudi-Arabien zu eröffnen.

Die großen Investments werden von Kritikern als "Sportswashing" bezeichnet, wodurch Sport benutzt werde, um die fragwürdigen Menschenrechte und Gleichheitsrechte zu überspielen.

Al-Saud will die Vorwürfe nicht so stehen lassen und lädt Navratilova und Evert dazu ein, nach Saudi-Arabien zu reisen und zu sprechen, mit ihr und den Frauen und jungen Mädchen, die wild darauf seien, "ein Teil eurer Welt zu sein und die Auswirkungen eurer Lebensreise zu spüren."

"Vielleicht erkennt ihr dann den immensen Wert, ein Teil ihrer Welt zu werden."

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Sonntag
04.02.2024, 19:30 Uhr
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